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Parfumdreams: Douglas schreibt mit roten Lippen schwarze Zahlen

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Spieglein, Spieglein an der Wand... Die Parfümeriekette Douglas und ihre Chefin Tina Müller haben ein schönes Jahr hinter sich. Ein wichtiger Grund für die positive Entwicklung des Unternehmens ist ein Beau aus Hohenlohe: Nachdem Parfumdreams und die Akzente-Filialen mittlerweile integriert sind, taucht Kai Renchen zwar nicht mehr direkt im Finanzbericht des Konzerns auf. Als einer der Treiber des Online-Geschäfts spielt Kai Renchen aber zwischen den Zeilen eine bedeutende Rolle − etwa wenn es heißt, dass "der strategisch wichtige E-Commerce-Bereich mit einem Plus von 38,2 Prozent auf 585 Millionen Euro erneut der stärkste Wachstumstreiber" gewesen sei. 

Teil dieses Zuwachses ist allerdings der Konsolidierungseffekt des Onlineshops Parfumdreams, den Renchen auf der Basis der von seinen Eltern gegründeten Akzente-Kette aufgebaut hatte.

Schwere komplette Verschmelzung 

Parfumdreams.de mit Lager und Zentrale in Pfedelbach läuft weiter − die engere Anbindung an die Hauptmarke erfolgt über den Marktplatz, der anderen Anbietern und damit auch den Hohenlohern den Zugang zum Internetshop douglas.de gibt. Eine komplette Verschmelzung wäre auch deswegen schwierig, weil die Akzente GmbH nach wie vor nur zu 80 Prozent dem Douglas-Konzern gehört.

"Durch gezielte Investitionen in die Digitalisierung, in unsere Wettbewerbsfähigkeit sowie in die Verjüngung und Premiumausrichtung der Marke sind wir die erste Anlaufstelle für Beauty", sagt Tina Müller, die die Entwicklung des Online-Geschäfts als "herausragend" bezeichnet. Im deutschen Heimatmarkt habe Douglas − einschließlich Parfumdreams − fast ein Drittel des Gesamtumsatzes online erzielt − und damit drei Mal so viel wie der nächste Wettbewerber.

Werden die bestehenden Akzente-Filialen in der Region umgebaut?

Gegen den Markttrend ist im am 30. September abgelaufenen Geschäftsjahr auch das Geschäft in den stationären Filialen gewachsen − um 0,8 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro. Auch im Inland habe man im stationären Geschäft Zuwächse gehabt und Marktanteile hinzugewonnen. Die Filialen hätten insbesondere von Investitionen in die Aufwertung der Marke und des Sortiments profitiert − bis zum Jahresende sollen alle 2.400 Filialen in Europa auf das neue Douglas-Design umgebaut sein. Ob und wie die bestehenden Akzente-Filialen in der Region umgebaut oder umgeflaggt werden, lässt Douglas weiter offen.

Insgesamt ist der Konzernumsatz um 5,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gewachsen. Auch unter dem Strich ging die Entwicklung in die richtige Richtung: Nach Steuern blieb ein Ergebnis von 17 Millionen Euro − im Vergleichsjahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 290 Millionen Euro ausgewiesen.

Im neuen Geschäftsjahr steht weiter die Kostenkontrolle im Fokus, damit die Gruppe ihre Schuldenlast verringern kann: Zum Geschäftsjahresende hatte das Unternehmen Verbindlichkeiten in Höhe von 2,2 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Das Management soll deswegen verschlankt werden, Mieten nachverhandelt und auch weitere Filialen − vor allem im Ausland − geschlossen.

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