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Brücke kommt, Neue Kranenstraße nicht

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Der neue Stadtteil Neckarbogen bekommt nicht die vollständige Verkehrsanbindung, wie sie zuletzt vorgesehen war. Zu teuer wäre das Gesamtpaket mit insgesamt 93 Millionen Euro geworden. Der Gemeinderat hat gestern aber mit großer Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Brücke im Blitz-Design über die Gleise beim Bahnhof für 19 Millionen Euro Gesamtkosten in Auftrag zu geben. 

Damit liegt der Preis auf den ersten Blick wieder bei jenem Betrag, der 2017 zum Aufschub des Projekts geführt hatte. Doch Baubürgermeister Wilfried Hajek korrigiert: Die 19 Millionen Euro damals seien reine Baukosten gewesen, nun liegt dieser Preis bei 15,3 Millionen. Und das ist auch die Summe, für die die Stadt aufkommen muss. Die restlichen 3,7 Millionen Euro fließen als Fördergeld vom Land.

Zum Zuge kommt jetzt eine Bietergemeinschaft MCE GmbH/Habau aus Österreich. Sie wird ab März mit den Tiefbauarbeiten beginnen. Der Brückenbau erfolgt dann 2021. Die notwendigen Sperrzeiten wurden bei der Bahn bereits 2017 angemeldet und können mit diesem Zeitplan auch eingehalten werden – eine Verschiebung ist nicht möglich. "Wenn wir jetzt nicht vergeben, dann können wir die Brücke nicht bauen", erläutert Hajek. Schon im Dezember 2021 soll der Übergang mit seinen zwei großen Aufzügen, in die ein Fahrrad mit Anhänger passt, freigegeben werden. 

Kurze Wege

Mit der Brücke wird es somit eine kurze Verbindung zwischen Neckarbogen und Bahnhofsvorstadt für Fußgänger und Radfahrer geben. Das dürfte auch Spaziergänger freuen, die das ehemalige Gartenschaugelände genießen wollen. Die für Autos eigentlich vorgesehene Unterführung "Neue Kranenstraße" wird aber zu teuer. Statt mit 30 Millionen Euro müsste mit 44 Millionen gerechnet werden. Das ist das Ergebnis einer erweiterten Vorplanung. Ein weiterer Punkt: Vor 2030 hätte man kaum mit einer Fertigstellung rechnen können. Und noch einen Nachteil hätte die Unterführung Hajek zufolge gehabt: "Direkt vor der neuen Jugendherberge hätte es ein Riesenloch gegeben."

Die Vorplanung für das Mega-Projekt hat den städtischen Haushalt übrigens nicht belastet. Zur Beauftragung im Juli 2017 wurde der Gemeinderat informiert, dass die Schwarz Real Estate aus zeitlichen und finanziellen Gründen diese Planung übernimmt. Sie hatte ein Interesse an einer besseren Anbindung der Experimenta-Parkhäuser. Die neue Gesamtsumme war aber offenbar allen Beteiligten zu hoch. Das Thema ist vom Tisch, auch wenn der formale Beschluss fehlt.

Festhalten will die Stadt an der Weiterführung der Paula-Fuchs-Allee in Richtung Hafenstraße. Inklusive der dafür notwendigen Unterführung liegen die Kosten für diese Maßnahme bei 30 Millionen Euro, von denen die Stadt 19 Millionen selbst tragen muss. Damit werden die Ringe über Oststraße und Allee um die Innenstadt geschlossen.

Unter dem Strich will die Stadt ohnehin vor allem den ÖPNV und den Rad- und Fußverkehr in dem neuen Stadtteil fördern. Schließlich soll hier der Modal Split, also die Nutzung verschiedener Verkehrsträger, von 70 Prozent Autoverkehr im Jahr 2002 auf 70 Prozent Umweltverbund bis 2030 gedreht werden. 

 

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