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Kreis steigt ein in stationäre Tempomessung

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Der Hohenlohekreis schafft 2020 erstmals einen stationären Blitzer an. Hinzu kommt ein Messgerät, das als Anhänger getarnt und mobil einsetzbar ist. Bislang war diese Form der Tempomessung kein Thema. Weil die Zahl der Temposünder stark zugenommen hat, sieht sich das Landratsamt auf kommunalen Wunsch gezwungen, diesen Schritt zu gehen – und parallel dazu die mobilen Kontrollen weiter zu forcieren.

Der Hohenlohekreis managt die meisten Tempokontrollen, weitere sind Sache der Polizei und der Stadt Öhringen, die jetzt ebenfalls in die stationäre Messung einsteigt (siehe Stichwort). Für 2019 steht die Gesamtbilanz des Kreises zwar noch aus, doch 2018 war die Zahl der erwischten Raser erneut gestiegen. Dazu gibt es immer mehr heikle Punkte, die das Landratsamt im Blick haben muss. Immer mehr besorgte Bürger melden sich, auch Städte und Gemeinden sehen verstärkten Handlungsbedarf.

Bei der jüngsten Dienstbesprechung der Rathauschefs Mitte November wurde deutlich: Es muss etwas geschehen. "Der Wunsch zur Errichtung stationärer Geschwindigkeitsmessanlagen ging von den Gemeinden aus", betont Silke Bartholomä, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Anfrage der HZ . Deshalb wolle der Landkreis künftig mit ihnen kooperieren. 

Neuer Posten

Das Thema wurde erstmals in der letzten Sitzung des zuständigen Kreistagsausschusses öffentlich, als es um den Haushalt für 2020 ging. In der Änderungsliste tauchte dieser neue Posten auf. Kostenpunkt: 185.100 Euro. Wie Landrat Matthias Neth auf Rückfrage präzisierte, stehe ein Standort schon fest: am Steinernen Tisch. Er sagte: "Trotz Umbauarbeiten kommen wir hier ohne stationäre Überwachungsanlage nicht mehr hin." Zusätzlich werde ein teilstationärer Anhänger-Blitzer erworben. "Hier gibt es sehr erfreuliche Erfahrungen aus anderen Kreisen." Ein solcher Mess-Anhänger biete den Vorteil, bei Kontrollen flexibel zu bleiben und den "Gewohnheitseffekt" zu verringern, erklärt Bartholomä. Wo genau und wann der stationäre Blitzer am Steinernen Tisch installiert wird, stehe noch nicht fest, ergänzt Susanne Uebel von der Pressestelle. Wird es eine Mess-Säule sein, die mittlerweile Standard ist? "Ich gehe davon aus, kann es aber noch nicht zu hundert Prozent bestätigen."

Bei der jüngsten Dienstbesprechung der Bürgermeister sei eine mögliche Kooperation mit dem Landratsamt zum ersten Mal vorgestellt worden. "Es wurde grundsätzliches Interesse von mehreren Seiten geäußert", berichtet Silke Bartholomä. Nun müssten die Rathauschefs das Thema in die Kommunen tragen, um es dort "zu präsentieren und zu erörtern". Dann sehe man klarer, wie stark das konkrete Interesse sei und wo weitere Standorte für stationäre Blitzer liegen könnten. Die Verwaltungsgemeinschaft Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen habe bislang noch "keinen Wunsch nach einer solchen Kooperation geäußert", erklärt Leona Weber, Sprecherin der Stadt Öhringen.

Silke Bartholomä stellt klar: Es gebe keinen Automatismus zur Aufstellung stationärer Messanlagen. "Dies erfolgt in Abstimmung mit den Gemeinden und anhand eines noch zu erstellenden Kriterienkatalogs. Darin könnten die Unfallhäufigkeit, Gefahrenstellen, Frequentierung und Schulwegquerungen aufgenommen werden." Im Ausschuss meldete Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann schon einmal Bedarf an: für die B 19. "Unser Anteil läge bei 37.000 Euro. Wir wären bereit, diesen Betrag zu zahlen."

Kostenteilung

Was ist bei dieser Kooperation Sache der Kommunen, was fällt in die Zuständigkeit des Kreises? Städte und Gemeinden müssten die Hardware zahlen: also die Mess-Säule, das Fundament und die Stromleitung, erklärt Bartholomä. Der Kreis trage die Kosten der Messung an sich: also Kamera und Blitz, Software und Bedienteil. Für 2020 heißt das: 107.100 Euro stemmt der Kreis, 78.000 Euro kommt von den Kommunen. Was ist mit den Bescheiden und Bußgeldeinnahmen? Das bleibt Sache des Landratsamts. 

 

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