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Warum zum "geheimen" BVB-Training in Dahenfeld 700 Fans kamen

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Um 10 Uhr am Freitag realisiert Sibylle Lipp dann auch, "dass das ja kein Fake ist und die Dortmunder wirklich kommen", wie es die Wirtin des Vereinsheims des SC Dahenfeld ausdrückt, als der ganze Spuk wieder vorbei ist. Ja, er war da, der BVB, für ein kurzes Aktivierungsprogramm vor dem Bundesligaspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim. Und rund 700 Zuschauer haben am Freitagvormittag für mächtig Wirbel und Parkplatzchaos im Neckarsulmer Teilort gesorgt.

Anschwitzen ist das Motto von Borussia Dortmund. "Das trifft auch auf mich zu", sagt Wirtin Lipp, die schnell zwei helfende Hände herbeitelefonierte und die Zuschauer mit Glühwein und Bier versorgte. "Für uns ist das natürlich eine schöne Bescherung", sagt Lipp.

Obwohl nirgends offiziell angekündigt, machte die Kunde per WhatsApp und Facebook schnell die Runde: Der BVB absolviert eine morgendliche Einheit in Dahenfeld. Digitaler Flüsterpost sei Dank: Am Mittwoch noch wussten gerade einmal fünf Leute in Neckarsulm und Dahenfeld davon, keine 48 Stunden später sind dann rund 700 Fans da.

Großer Rummel 

"Das ist ja schlimmer als im Trainingslager", stöhnt einer der Männer aus dem Dortmunder Security-Team: "Das ist nicht normal", mokiert sich der Sicherheitsmann, der seinen Namen nicht nennen möchte, dass das eigentliche Geheimtraining selbst im Radio angekündigt worden sei. Der BVB-Busfahrer kommt bei der Anfahrt um 11 Uhr mächtig ins Schwitzen, weil ein PKW die Zufahrt zum Sportplatz erschwert. Unten am Nummernschild prangt ein "Mia san Mia", ein Bayern-Fan also. "Dass der sich hier her traut", schmunzelt einer der vier Polizisten, deren Dienste aber "In den Prügelwiesen" nicht gefordert sind. So lautet nämlich die Adresse des Dahenfelder Sportgeländes.

Die Mannschaft von Borussia Dortmund war am Donnerstag nach Mannheim geflogen, dann ging es per Mannschaftsbus nach Neckarsulm ins Vienna House Easy. Nicht zum ersten Mal vor Gastspielen in Sinsheim übrigens, den Spielern gefällt es in Neckarsulm.

Der BVB hatte sich vor einigen Tagen bei der Neckarsulmer Sport-Union gemeldet, weil man eigentlich im Pichterichstadion des Oberligisten anschwitzen wollte. Jugendleiter Heinz Busch machte also Fotos vom aktuellen Zustand des Pichterichrasens, der aktuell aber aufgrund vieler Regenwürmer in keinem guten Zustand ist. Beim BVB senkte man den Daumen - und entschied sich für den Dahenfelder Sportplatz.

Dort bekommen die viele BVB-Fans ihre Lieblinge am Freitag immerhin für 35 Minuten zu sehen. Grundschüler eilen direkt vom Weihnachtsgottesdienst aus der Kirche, um ihren Idolen nah zu sein. Die Kindergartengruppe vom Pfarrer-Abele-Kindergarten ruft so lange inbrünstig "Roman", bis BVB-Torwart Bürki anmarschiert kommt.

Jutta Erlewein aus Dahenfeld hatte den Mannschaftsbus bereits am Donnerstag in Neckarsulm entdeckt und sich im Hotel Autogramme gesichert. Ihr neunjähriger Sohn hatte als glühender BVB-Fans seine Eltern vor einigen Jahren gefragt, wann denn der BVB mal nach Dahenfeld auf den Sportplatz komme. "Meine Antwort von damals stimmt seit heute auch nicht mehr", sagt Jutta Erlewein. "Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal ein Foto machen kann auf dem der BVB trainiert und unser Haus im Hintergrund zu sehen ist."

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