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Autonomes Fahren im Miniaturformat

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Zwei Monate hatten die Erstsemester an ihren Modellen getüftelt, dann war es soweit: nach einer kurzen Präsentation ihres Autos musste es sich im Wettbewerb bewähren. In maximal zwei Minuten sollte es selbstständig im Slalom zwischen dem Geländer im Foyer des Sontheimer Campus hindurchfahren. Nach dem Anschalten durften die Studenten nicht weiter in den Kurs des Autos eingreifen. Von den sechs Teams setzte sich das wegen seiner ungewöhnlichen Form "Mister T" genannte Auto gegen die Konkurrenz durch. Die Gruppe 5 war mit ihrem dreirädrigen Auto eine von nur zwei Gruppen, die den Parcours fehlerfrei durchfuhr, dazu war ihr Auto das schnellste. 

In der recht kurzen Zeit waren die Teams auf zum Teil ausgefallene Ideen gekommen. Ein Team hatte ein Auto entworfen, das am Ende einer langen Stange zwei Krallen besaß, sich wie ein Affe von Stange zu Stange hangelte und dann zwischen den Stangen entsprechend umgriff. Weil das Auto aber zu früh umdrehte, kürzte es den Parcours ab und verpasste so den Sprung aufs Treppchen. Das Team 2 erhielt so nicht die 500 Euro Preisgeld des Siegerteams, bekam aber wegen seiner Kreativität den mit 200 Euro dotierten Sonderpreis. Alle Preise wurden von der Firma Schunk in Lauffen gesponsert.

Zeitsteuerung

Der Schlüssel zum Erfolg von "Mister T" war, dass es keine Sensoren benötigte. Während manche Teams Ultraschall- oder Infrarotsensoren einsetzten, setzte das fünfköpfige Team auf eine Zeitsteuerung: "Wir haben unser Auto so eingestellt, dass nach 20 Radumdrehungen automatisch eine Lenkbewegung einsetzt und es so eine Kurve fährt", erklärt Patrick Berkefeld, der Chef-Designer des Teams. Dem Publikum gefiel, dass das Auto an Lego-Technik erinnerte. Der Schunk-Entwickler Michael Franz zeigte sich hoch erfreut, wie viel die Studenten in zwei Monaten getüftelt und gebastelt hatten. Auch am Wettkampftag wurde bis in letzter Minute noch versucht, das Auto zu optimieren. Franz bedankte sich bei allen Teams für ihren Einsatz. Franz bewertete als eines von sechs Jury-Mitgliedern nicht nur den Lauf, sondern auch die Dokumentation und die Präsentation der Modelle. 

Die Aufgabe hatte sich Michael Widmann überlegt. Der 38-jährige Professor für Konstruktionslehre und Technische Mechanik hatte die Leitung des Wettbewerbs von seinem Vorgänger Wolfgang Wehl übernommen. Seit 20 Jahren erarbeiten, bauen und dokumentieren die Erstsemester des Studiengangs Mechatronik und Robotik kleine Maschinen. "Die Aufgabe soll schwierig, aber machbar sein. Dazu soll sie die Bereiche Mechanik, Elektronik und Informatik einbinden", erklärt Widmann. Die Studenten befragte Widmann vorher nach ihren charakterlichen Stärken und stellte so "nach Projekt-Management-Lehre" bunt durchmischte Teams zusammen.

 

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