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Mächtige Meilensteine für Heilbronn

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Das zurückliegende Jahr wird aus vielerlei Gründen in die Geschichte Heilbronns eingehen. 173 Tage lang ist die Stadt im Ausnahmezustand. Die Bundesgartenschau schafft etwas, das in den Jahrzehnten davor nie gelungen ist. Mit der Buga hält eine neue Leichtigkeit Einzug und versöhnt die Heilbronner mit ihrer oft geschmähten Stadt. 2,3 Millionen Besucher zählt die Buga am Ende und damit mehr als erwartet. Die Noten, die vor allem auswärtige Besucher für die Schau vergeben, sind überwiegend positiv. 

5.000 Veranstaltungen begeistern die Besucher. Als Highlight erweisen sich die Wasserspiele auf dem Karlssee. Bei der langen Nacht mit allen fünf Wassershow-Programmen hintereinander Mitte September kommen 50.000 Menschen, zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesgartenschau muss ein Gelände wegen Überfüllung geschlossen werden. Ob Picknick auf den Wellenhügeln der Sommerinsel oder das Gläschen am Stand der Wein-Villa: Die Buga bleibt bei vielen lange präsent im Kopf und im Herzen.

Gemeinsam aufs Dach

Was die Bundesgartenschau so außergewöhnlich macht, ist der Mix aus Garten- und Stadtausstellung. Die 23 Gebäude des Neckarbogens sind ein Mekka für Fachleute aus Architektur und Stadtentwicklung. Die Vergabe der Grundstücke nach dem besten Konzept, die hohe Qualität bei Mehrfamilienhäusern, der Verzicht auf exklusive Penthousewohnungen und stattdessen gemeinschaftliche Dachterrassen: Dies sind Faktoren, die den Stadtteil weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntmachen. In weiteren Bauabschnitten will die Stadt an diese Prinzipien anknüpfen. Der Neckarbogen für 3.500 Bewohner soll kein Luxus-ort werden, sondern ein Quartier mit sozialer Durchmischung. 

Neue Maßstäbe werden auch in der Freiraumplanung gesetzt. Für das neue Wohngebiet bleibt von 40 Hektar Bundesgartenschaufläche die Hälfte als Grünraum erhalten, darunter die beiden Seen auf der Sommerinsel, der Hafen- und Campuspark. Der Neckaruferpark ist an die Stelle einer Bundesstraße getreten – auch über diesen gelungenen Coup in einer Autostadt wie Heilbronn reiben sich manche Besucher verwundert die Augen. Mit der Buga kann so gut ein Kilometer Flussufer neu erschlossen werden, zum ersten Mal gibt es eine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von der Heilbronner Innenstadt zum Wohlgelegen. Der Effekt auf den Tourismus ist zwar nicht mit der Buga-Stadt Koblenz zu vergleichen – dort wurden 2011 rund 3,5 Millionen Besucher gezählt – dennoch strahlen Akteure wie der Chef der Heilbronn Marketing GmbH, Steffen Schoch. Erstmals kommen 2019 gut 400.000 Übernachtungsgäste, das ist ein sattes Plus von 25 Prozent. Bei der HMG erwartet man 2020 zwar keinen Sofort-Effekt durch die Buga. Aber immerhin sei Heilbronn erstmals als touristisches Ziel wahrgenommen worden. Auch Hoteliers gehen davon aus, dass sich das bislang schwache Wochenendgeschäft 2020 etwas belebt.

Rasanter Aufstieg

Es ist TV-Star Günther Jauch, der ein besonderes Aushängeschild der Stadt Ende März einweiht. Die neue Experimenta ist nicht nur von ihrer futuristischen Architektur ein absoluter Hingucker am Neckarufer. Mit dem Neubau steigt die Wissens- und Erlebniswelt zum größten Science Center Deutschlands auf. Auf vier großen Ausstellungsetagen, in der Sternwarte und im spektakulären Science Dome, dem Mix aus Experimentaltheater und Planetarium, können Besucher spielerisch viel Neues über sich und die Welt erfahren. Experimenta-Chef Dr. Wolfgang Hansch freut sich nach einem halben Jahr über einen Besucherboom: Es kommen 184.000 Gäste – ein Rekord. Im November, als das Science Center zehn Jahre alt wird, kündigt Hansch die nächsten Schritte an. Die Experimenta wird internationaler – und bringt neues Wissen an den Neckar. Im April 2020 eine Tiefseeausstellung aus New York

Liv, Mensa und mehr Weitere Ausrufezeichen setzt die Dieter-Schwarz-Stiftung auch auf dem Bildungscampus. Der jüngste Bauabschnitt wird im Herbst 2019 eingeweiht mit Gebäuden für die Hochschule Heilbronn und der imposanten Hochschulbibliothek "Liv". Innerhalb von neun Jahren ist somit ein Campus aus einem Guss entstanden, der auch bei der Zielgruppe – den jungen Leuten – bestens ankommt. Das Glück, hier Zeit verbringen und studieren zu dürfen, ist auf den Bänken und Plätzen spürbar. 

Abgerundet wird das alles im nächsten Jahr mit der Eröffnung der neuen Mensa unter dem grünen Hügel – äußerlich ist sie bereits fertig. Weiter geht's mit dem Gebäude der Campus Founders neben dem TUM-Turm und dann jenseits der bisherigen Campus-Grenzen. Stillstand wird es hier nicht geben. kis/cf/cgl

 

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