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Am Himmel wird es wieder bunt werden

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Der Verkauf von Feuerwerksartikeln geht diesen Dienstag in die letzte Runde. Da der 29. Dezember 2019 auf einen Samstag gefallen ist, konnten sich die Verbraucher bereits ab dem 28. Dezember mit Böllern und Raketen eindecken. Von einfachen Krachern, über Raketensortimente und komplette Systemfeuerwerke, bis hin zu Knallsortimenten und Wunderkerzen für Kinder wird von Händlerseite alles geboten, was sich Feuerwerksfreunde wünschen. 

Es gibt einige Geschäfte rund um Brackenheim und Lauffen, die Feuerwerksartikel verkaufen. Egal ob Discounter, Supermärkte oder teilweise auch Baumärkte, sie alle wollen an dem umsatzträchtigen Geschäft teilhaben. So rechnet die pyrotechnische Industrie ähnlich wie im vergangenem Jahr bundesweit mit Umsätzen von über 133 Millionen Euro.

Doch wie wirken sich die im Zusammenhang mit dem Silvesterfeuerwerk anhaltenden Diskussionen um Feinstaub und Tierschutz auf das Kaufverhalten im Zabergäu aus?

Volle Einkaufswagen

Am Montagmorgen sind die Märkte in der Umgebung teilweise brechend voll und die Kunden schieben überall volle Einkaufswagen aus den Geschäften. Doch nur wenige Leute haben Feuerwerksartikel darin liegen. Eine Frau aus Brackenheim-Hausen besorgt sich ein Raketensortiment und eine kleine Packung Böller bei Lidl in Lauffen. "Ich habe nur wegen unseren Kindern ein paar Dinge gekauft, die wollen das halt so. Ich selbst halte eigentlich nichts vom Silvesterfeuerwerk", sagt die 45-Jährige. Nur einige sehr wenige Kunden kommen mit vollen Händen aus den Läden, wollen aber keine Fragen beantworten. Frank Schumann (45) aus Lauffen spricht sich komplett gegen den Kauf von Feuerwerksartikeln aus. "Das ist rausgeworfenes Geld und bringt nichts", sagt das Mitglied des Motorradclubs Wolfsrudel. "Außerdem bin ich Hundehalter und weiß, wie manche Haustiere unter dem Geballer leiden", erklärt er. 

Bei Lidl und auch im benachbarten Aldi-Markt sind die Regale gut gefüllt. Über die bisherige Nachfrage nach den Angeboten machen beide Filialleitungen keinerlei Angaben. Doch Jens Hildebrand vom Edeka-Markt in Brackenheim beantwortet Fragen. "Wir bieten nur eine sehr begrenzte Auswahl an, das sind alles Aktionsartikel. Der Verkauf ist bereits seit Jahren bei uns rückläufig und spielt auch wirtschaftlich keine Rolle", sagt der Marktleiter.

Das Angebot ist direkt vor den Kassen aufgebaut. "Ich kaufe grundsätzlich keine Böller, das ist unnötige Geldverschwendung", meint Heiko Höra aus Hausen. "Ich plädiere schon seit langem für zentrale Feuerwerke, wie es in vielen Ländern der Welt üblich ist", erklärt der 58-Jährige. Richtige Befürworter des Silvesterfeuerwerks finden sich am Montagvormittag bei dieser Stimme-Umfrage nicht. Arton Abdullahu hat zwar ein Raketensortiment im Einkaufswagen und erklärt: "Ich mache da selbst nicht mit, die Raketen sind für die Kinder einer befreundeten Familie." Dann macht er seinem Ärger über die Politik Luft: "Da werden Städte für Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 4 und 5 gesperrt, aber an Silvester darf man alles in die Luft schießen", sagt der 35-Jährige. 

Feste Tradition

So viele verschiedene Meinungen es auch gibt, eines ist dennoch sicher: Auch in dieser Silvesternacht werden, dem einen zur Freude und dem anderen zum Leid, wieder bunte Raketen den Himmel erleuchten. 

 

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