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Getötete Ehefrau hatte ihren Mann im Juli angezeigt

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Im Fall des Ehemannes, der am Freitagabend seine Frau erstochen hat, war es nicht das erste Mal, dass der 44-Jährige gegenüber seiner Frau gewalttätig wurde. Wie die Heilbronner Staatsanwaltschaft mitteilt, wurde der nun des Mordes Beschuldigte bereits wegen mehrerer Delikte angezeigt – in einem von seiner Ehefrau. Nach den tödlichen Stichen am Freitag hatte sich der Mann bei der Polizei gemeldet und sitzt nun in Untersuchungshaft. Um die sieben minderjährigen Kinder kümmert sich derzeit das Heilbronner Jugendamt

Körperverletzung

Die Ehefrau des Beschuldigten hatte ihren Mann bereits im Juli wegen Körperverletzung angezeigt und Strafantrag gestellt. "Später nahm sie den Strafantrag aber wieder zurück", teilt die Sprecherin der Heilbronner Staatsanwaltschaft, Bettina Jörg, mit. Deswegen habe man die Tat nicht mehr verfolgen können, da die sogenannte einfache, grundlegende Form der Körperverletzung ein Antragsdelikt ist. Als Antragsdelikt wird ein Delikt bezeichnet, bei dem die Justizbehörden nur tätig werden, wenn der Geschädigte einen Antrag dazu stellt. 

Derzeit führe die Kriminalpolizei die Ermittlungen, teilt die Staatsanwaltschaft mit. "Wegen der laufenden Ermittlungen können wir derzeit keine weiteren Details zu den Umständen der Tat mitteilen, um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden."

Nach der Tat am Freitagabend war der Mann nach Angaben der Beamten ins Polizeirevier Heilbronn gekommen und habe dort über das Geschehen in der Wohnung an der Weinsberger Straße berichtet – er ließ sich in der Folge widerstandslos festnehmen. "Ja, er hat einige Angaben gemacht, die die Beamten zur Wohnung des Paares, zur Leiche der Frau und zu den sieben gemeinsamen Kindern geführt haben. Aber seitdem schweigt er. Ein Geständnis im engeren Sinne hat er nicht abgelegt", erläutert Frank Belz. Er ist Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums.

Die Polizei nimmt Eifersucht auf einen anderen Mann als Motiv für die Tat an. Die Beamten fanden die sieben minderjährigen Kinder des Ehepaares in der gemeinsamen Wohnung, gehen aber nicht davon aus, dass sie Zeugen der Tat am Freitag wurden. Notfallseelsorger waren vor Ort im Einsatz.

Gute Lösung finden

Das Jugendamt Heilbronn, in dessen Obhut sich die Kinder derzeit befinden, teilt aus Gründen des Datenschutzes lediglich mit, dass sich die Behörde intensiv um die Kinder kümmere. Man arbeite daran, eine gute Lösung für sie zu finden. "Nach einem solchen Ereignis geht es dabei natürlich zunächst um die psychische Stabilisierung der Kinder."

Nachdem er sich gestellt hatte, wurde der Täter einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter erließ auf Antrag der Heilbronner Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes. Der 44-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, wo er sich befindet, bis ein Verfahren eröffnet wird.

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