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Erst Neubau, dann Sanierung

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Der PCB-verseuchte C-Bau des Hohenlohe-Gymnasiums wird frühestens ab dem Jahr 2022 saniert – oder im schlimmsten Fall abgerissen. Stattdessen sollen im Sommer 2020 der Abriss von A-Bau und Aula sowie anschließend der Neubau eines zentralen Schulgebäudes beginnen. Die Stadt hat den im Herbst verhängten Planungsstopp aufgehoben.

Zu hoch

Das sind die neuesten Fakten beim 45-Millionen-Euro-Großprojekt Umbau, Sanierung und Erweiterung des Hohenlohe-Gymnasiums Öhringen (HGÖ). Am Montagabend stellte die Stadt die entsprechende Information für den Gemeinderat ins Internet, am Mittwoch wurde das Lehrerkollegium informiert, am Donnerstag erhalten die Eltern der Gymnasiasten einen Brief der Schulleitung.

Bei Voruntersuchungen für die geplante Sanierung hatten Fachleute in den Somerferien 2018 das Baugift PCB in zwei Klassenräumen des C-Baus nachgewiesen. Die gemessenen Werte waren nicht so hoch, dass Gefahr in Verzug ist. Aber sie waren zu hoch, um darüber hinwegschauen zu können. Häufiger lüften, öfter reinigen und mittelfristig sanieren, lautete die Marschrichtung, die die Verwaltung in Absprache mit dem Gesundheitsamt im Herbst ausgegeben hat.

Quelle unbekannt

Mit Blick auf die geplante Sanierung wurden im Oktober und Dezember weitere Untersuchungen vorgenommen. Denn erstens war die Quelle des Giftes unbekannt, zweitens das Ausmaß der Belastung im Beton.

Mittlerweile weiß Hochbauamtsleiter Kai Langenecker mehr: Die Polychlorierten Biphenyle (PCB) stammen aus einem Innenanstrich, der im Jahr 1973 auf den Beton aufgebracht worden war. Somit sind nicht alle Teile des in mehreren Etappen errichteten C-Baus belastet. Die Sporthalle und Räume im hinteren Gebäudebereich sind nicht betroffen. Und: Der Giftstoff ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht tiefer als fünf Millimeter in den Beton eingedrungen.

Um letzte Gewissheit zu bekommen, wird im Sommer das am stärksten belastete Klassenzimmer saniert – sozusagen als Probe aufs Exempel. Fünf Millimeter Beton werden von den Wänden abgetragen. Anschließend müssen die Öhringer zwei Jahre warten. Das gilt in Fachkreisen als angemessene Frist, um über Erfolg oder Misserfolg der Sanierung zu entscheiden.

Zeitplan umgeworfen

Im Erfolgsfall wird der gesamte C-Bau saniert, bei Misserfolg abgerissen – wobei auch in diesem Fall die Fünf-Millimeter-Schicht von den Wänden abgefräst und als Sondermüll entsorgt werden müsste. Klar ist: Eine Sanierung ist kostengünstiger als Abriss und Neubau. Für die Stadt als Hausherr, die Schule und das Architekturbüro AGN bedeutet dies: Der bisherige Zeitplan wird umgeworfen, oder auch: Man kehrt zu dem Zeitplan zurück, den man ursprünglich ohnehin angestrebt hatte. Erst werden A-Bau und Aula durch einen zentralen Neubau ersetzt, dann erst folgt die (wahrscheinliche) Sanierung des C-Baus.

Das hat nach Auskunft der Beteiligten einige Vorteile. Nicht zuletzt den, dass der Zuschuss des Landes für den Neubau gesichert ist, während die Bundesförderung für die Sanierung noch ungeklärt ist. Mehrkosten für eine komplette Entkernung des C-Baus sind durch den einkalkulierten Puffer im 45-Millionen-Euro-Budget abgedeckt. Für die Container, in denen Klassen (und ursprünglich auch Lehrerzimmer) vorübergehend untergebracht werden müssen, wird nun weniger Geld benötigt als zunächst geplant.

Mehr Zeit und Raum

Nicht zuletzt bekommt die Schule etwas mehr Zeit und Raum für die Umsetzung ihres angestrebten Konzepts als Lernhaus. Denn zum einen werde der Neubau anfangs mit Zwischenlösungen belegt, was der Schule Gelegenheit gebe, das Raumkonzept zu erproben, sagt Schulleiter Frank Schuhmacher. Und weil im C-Bau rund 1500 Quadratmeter Trennwände entsorgt werden müssen, steigt auch hier die Flexibilität bei der künftigen Nutzung nach dem neuen Konzept.

 

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