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Plastikfreies Leben

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Wenn jeder ein bisschen für das Klima tut, ist schon viel gewonnen, findet Claudia Majores. "Irgendwo muss man ja anfangen“, sagt die Untereisesheimerin. Sie hat es in der eigenen Familie getan. Ihr Mann Dietmar und die Kinder Hannes, Nele und Leni sind inzwischen aus Überzeugung dabei: Die Familie lebt umweltbewusst.

Umstellungen im Alltag

Deshalb hat sich Claudia Majores gemeldet, als die Redaktion nach einer Familie suchte, die sich für den Klimaschutz engagiert. Mehrere Zuschriften folgten dem Aufruf, als Klima-Familie in der Heilbronner Stimme und auf stimme.de von den Erfahrungen im Alltag zu berichten. In den kommenden Wochen wird Familie Majores unter anderem im Regionalteil, auf der Jugendseite und auf der Reiseseite zu Wort kommen.

Vater Dietmar ist Werkzeugmachermeister, Mutter Claudia leitet seit zehn Jahren die Außenstelle der Volkshochschule Unterland in Untereisesheim. Vor rund sieben Monaten hat sie das Buch "Besser Leben ohne Plastik“ von Nadine Schubert gelesen und überlegt, was sie im Alltag verändern kann. Im Mai hat sie in der VHS einen Vortrag zum selben Thema organisiert. Der Zuspruch war groß.

Die fünfköpfige Familie lebt inzwischen bewusster und hat in den vergangenen Monaten manches umgestellt: Stoffbeutel, Obstnetze und Glasflaschen waren nur der Anfang. Die Kaffeepad-Maschine wurde aussortiert: "Das war unsere größte Umweltsünde“, gibt Claudia Majores zu. Alufolie hat sie aus der Küche verbannt, Milch gibt es in Flaschen. "Es kommt immer mehr dazu“, erzählt die Mutter. Sie hat das Umdenken angestoßen.

Einkauf ohne Plastik

Seit etwa einem halben Jahr lebt die Familie möglichst plastikfrei. Auch Sohn Hannes ist voll bei der Sache. Der Fünfjährige hat zum Beispiel eine Vesperdose aus Metall: "Blau mit einem Adler drauf“, erzählt er stolz. Dass es das Sprudelwasser im Kindergarten seit Neuestem in Glasflaschen gibt, ist auch das Verdienst seiner Mutter. Sie hat einfach mal nachgefragt. Genau wie beim Metzger im Ort, wo sie mit einer eigenen Glasbox einkaufen kann.

"Für uns ist das normal geworden“, sagt die 14-jährige Nele. "Ich finde das gut“, betont sie. Ihre 13-jährige Schwester Leni stimmt zu. Beide besuchen das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm. Während das Thema Plastik in der Schule eher nicht diskutiert werde, ist es für beide Mädchen längst Alltag. "Wenn man darauf achtet, fällt einem immer mehr auf, das man ändern kann“, sagt Nele Majores.

Nur Shampoo kaufe sie noch in der Plastikflasche, erzählt die Neuntklässlerin. Auch mit der Sonnencreme aus dem Glas hat die Familie schlechte Erfahrungen gemacht und ist wieder zum alten Produkt zurückgekehrt. Ganz ohne Plastik geht es also nicht. Aber wo immer möglich, stellt Familie Majores alte Gewohnheiten um.

Weniger Abfall

Damit ist auch der Müll weniger geworden. Eine Box voll Tetrapacks kam früher jede Woche zusammen, erzählt Dietmar Majores. "Das wollten wir reduzieren.“ Milch gibt es heute in der Glasflasche. Nicht bei allen Lebensmitteln ist die Umstellung so einfach: "Es ist bis heute schwierig beim Einkauf“, erzählt Claudia Majores.

Zwar werden an der Fleischtheke im örtlichen Supermarkt inzwischen Behälter akzeptiert, trotzdem kommt die Wurst mit einer Plastikfolie auf die Waage. Also kauft Familie Majores beim Metzger, übrigens weniger als früher. "Ich werfe weniger weg“, beschreibt Claudia Majores einen Nebeneffekt. Sie sei einfach sensibler geworden. Gekauft wird nur, was auch gegessen wird – kein abgepackter Aufschnitt mehr auf Vorrat, der am Ende vielleicht doch entsorgt wird.

Kein Verzicht

Die Familie praktiziert den Umweltschutz im Alltag. "Wir verzichten nicht“, betont Claudia Majores. Aber sie kaufe bewusster ein und frage sich mehr als früher, was sie wirklich braucht. Klimaschutz geht auch ohne große Einschränkungen. Die Untereisesheimer fahren Auto und kaufen auch mal Plastikverpackungen. Mozzarella beispielsweise gibt es auch mal aus der Tüte, wenn Familie Majores Lust darauf hat. Trotzdem stehen im Bad Holzzahnbürsten, und viele Lebensmittel lagern in Gläsern.

Im Alltag probiert Claudia Majores einfach viel aus: "Aber manchmal gehen wir wieder zurück.“ Dabei hat sie festgestellt: Es geht ohne Küchenpapier. Bienenwachstücher als Ersatz für Haushaltsfolie stellt Claudia Majores selbst her, auch Gesichtspuder oder Deocreme rührt sie an, aber ihre Töchter bevorzugen dann doch eine herkömmliche Wimperntusche. In Untereisesheimer Geschäften hängen jetzt auf ihr Betreiben hin Schilder: "Hier können sie plastikfrei einkaufen“, heißt es da. So muss niemand fürchten, schief angesehen zu werden, wenn er auf Plastiktüten verzichtet. "Die meisten finden das gut“, sagt Claudia Majores. Es habe sich schon viel getan

 

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