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Von Dämonen besessen?

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Sie hat auf ihren auf der Couch dösenden Vater mit einem Brotmesser eingestochen, ihn laut Staatsanwaltschaft an Kopf, Brust und Arm verletzt.

Veränderung der Psyche

Weil eine junge Frau offenbar nach heftigem Dauerdrogenkonsum Dämonen am Werk sah und ihren Vater als tödliche Gefahr einstufte, steht sie seit gestern als Beschuldigte vor dem Heilbronner Landgericht. 

In einem Sicherungsverfahren wird die Kammer prüfen, ob die 22-Jährige dauerhaft in eine Psychiatrie oder eine geschlossene Entziehungsanstalt eingeliefert werden soll. In Handschellen wird die Frau mit den dunklen Locken von medizinischen Betreuern in den Gerichtssaal geführt. Ein junger Mensch, den Drogen offenbar schon so weit verändert haben, dass er auf den eigenen Vater einsticht und zur Gefahr für die Allgemeinheit wird.

Die Stimmen habe sie "nicht so wahrgenommen“, sagt die Zabergäuerin gestern im Gerichtssaal. Sie habe gedacht, es gehöre "zu meiner Lebensart dazu“. Warum Sie die vielen Drogen nahm, ab der Hauptschule Marihuana, dann Amphetamine, Kokain und vor allem Heroin, das sie vor der Tat täglich rauchte, erklärt sie nicht. Woher sie das Geld für den Stoff hatte? Dazu macht die Beschuldigte, die mit ihrem Verlobten zusammenlebte, keine Angaben. Sie brach eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin ab, arbeitete zuletzt als Putzhilfe

Nicht lebensbedrohlich

Gefährliche Körperverletzung lautet der Tatvorwurf, nicht versuchter Totschlag. Die Beschuldigte ging zwar mit einem bedingten Tötungsvorsatz vor. Sie brach dann aber, als der Vater von der Attacke wach wurde, aufstand und sich wehrte, den Messerangriff ab. Eine tiefe Fleischwunde am Arm, eine Schnittverletzung am Kinn und eine Stichverletzung an der Brust erlitt der Vater – aber keine lebensbedrohliche Wunde.

Beim Reden wippt die 22-Jährige mit dem Oberkörper vor und zurück. "Es gab zu viel Stress“, lautet ihre Antwort auf die Frage, warum sie ihre Ausbildung abgebrochen habe. Auch eine frühere Entgiftung im Weinsberger Klinikum brach die junge Frau ab, weil es ihr "zu viel war“ und sie nach Hause wollte.

Gesundheit wiederherstellen

Eine wichtige Rolle hat der psychiatrische Sachverständige in dem Fall. Die Stimmen, die die Frau hörte, haben nach ihren Angaben "über mich und meine Umgebung“ gesprochen. Jetzt, seit sie nach der Festnahme in einer Psychiatrie im Schwarzwald behandelt wird, fühle sie sich besser und höre keine Stimmen mehr. 

Fünf Prozesstage sind bis Mitte August angesetzt. Verteidiger Manfred Köhler will erreichen, dass seine Mandantin in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Da habe man eine Perspektive, "wann sie wieder rauskommt“.

 

 

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