Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Bufdi in der Flüchtlingsarbeit

Übersicht

Seit knapp vier Jahren bietet die Stadt Bad Rappenau zwei Stellen für den Bundesfreiwilligendienst an, deren Teilnehmer eng mit Flüchtlingen zusammenarbeiten. Jetzt werden wieder zwei Plätze frei.

Abwechslungsreiche Aufgaben

Doch die Suche gestaltet sich in diesem Jahr nicht so einfach, wie Jeanette Renk-Mulder erklärt. "Dabei bieten wir etwas wirklich ganz Tolles“, so die Beauftragte für Flüchtlinge und Integration. 

Sechs junge Erwachsene haben bisher den zwölfmonatigen Dienst absolviert. Und der ist sehr abwechslungsreich. Neben der Hilfe in der Kleiderkammer, beim Deutschlernen, der Hausaufgabenbetreuung oder Umzügen arbeiten die Freiwilligen auch viel mit Kindern. So wie Vincent Bihr und Marvin Feierabend. Die beiden sind bald fertig mit ihrem Einsatz. 

"Ich habe viel fürs Leben mitgenommen“, erzählt Bihr, während er mit der einen Hand einen Buggy vor- und zurückschiebt und auf dem anderen Arm einen kleinen Jungen schaukelt. Viele Menschen habe er in den vergangenen Monaten kennengelernt. "Das ist natürlich auch mal anstrengend“, erzählt er. Doch das Lachen der Kinder sei wie eine Belohnung, ergänzt Marvin Feierabend, der Ball mit den Kleinen spielt. Ihre Mütter sind derweil ein Stockwerk höher und lernen Deutsch.

Bestehender Kontakt

Die Bindung an die Flüchtlinge bestehe oft auch über das Jahr hinaus, es entstehen Freundschaften, so Jeanette Renk-Mulder. "Viele freuen sich, wenn sie Kontakt zu Deutschen haben“, erklärt sie. Viele laden die Bufdis zum Tee ein, um Deutsch sprechen zu können. "Dafür sollen sie sich auch Zeit nehmen“, so die Beauftragte für Flüchtlinge und Integration. Insgesamt leben 350 Flüchtlinge in Bad Rappenau. Als die Bufdi-Stellen geschaffen wurden, konzentrierte sich ihre Arbeit vor allem auf die Nothilfe, aus der mittlerweile eine Integrationshilfe geworden ist.

"Vorerfahrungen braucht man nicht, um sich zu bewerben“, so Renk-Mulder. Wichtig sei vor allem das Interesse an verschiedenen Kulturen und Selbstständigkeit, denn: "Ich kann sie nicht immer an die Hand nehmen.“ Nach der ausführlichen Einarbeitung bekommen die Bufdis viel Raum für eigene Ideen und haben viele Freiheiten

Wichtige Erfahrungen

Und das Jahr ist auch eine Chance, eventuelle Schüchternheiten abzulegen. "Wir hatten zwei Jugendliche, die ungern telefoniert haben. Am Ende war das gar kein Problem mehr für sie“, sagt Renk-Mulder. Insgesamt seien die zwölf Monate eine Zeit, die jeden im Leben weiterbringen können. "Jeder Tag ist anders, langweilig wird es selten“, so die gebürtige Niederländerin weiter. Eine weitere Voraussetzung, die Bewerber mitbringen sollten: Neugierde. Los geht es entweder am 1. August oder am 1. September. Der Einstieg ist allerdings auch später möglich. Dann haben auch Vincent Bihr und Marvin Feierabend das Jahr komplett absolviert.

Beide beginnen eine Ausbildung. Bihr möchte Zahntechniker werden, Feierabend macht eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. "Ich denke, dass die Erfahrungen mir auch viel für meinen zukünftigen Beruf bringen werden“, so Feierabend. Beide Bufdis sind sich einig, dass sie das Jahr weiterempfehlen würden. "Und die Chefin ist auch ganz umgänglich“, sagen sie lachend.

 

 

Galerien

Regionale Events