Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Beratungscafé als Anlaufstelle

Übersicht

Der Weinsberger Hilfsverein blickt auf eine erfolgreiche Entwicklung in fünf Jahrzehnten zurück und ist mittlerweile in der gesamten Region tätig. Im November 1969 haben Mitarbeiter des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Weinsberg den Verein ins Leben gerufen.

Hilfe für Randgruppen

Ein Ziel war es, die Behandlung und Versorgung von psychisch kranken Menschen zu verbessern. Mitterweile gehört zur Organisation, die ihren Sitz in Heilbronn hat, auch ein Kinderprojekt, um dem Nachwuchs der betroffenen Familien zu helfen. Es gibt betreutes Wohnen, und auch um behinderte Menschen im ersten Arbeitsmarkt kümmern sich die Mitarbeiter. 

Zum runden Geburtstag hat Geschäftsführer Uwe Hellwich nur wenige Wünsche. "Ich wünsche mir, dass sich die begonnene Entwicklung für mehr Akzeptanz und Verständnis für psychisch kranke Menschen fortsetzt.“ Er erlebe immer wieder, dass es Betroffenen mittlerweile leichter falle, sich als psychisch krank zu outen. Erfreulich ist für ihn zudem, dass die Betroffenen zunehmend als Menschen mit eigenen Rechten und Kompetenzen angesehen würden und selbstbewusst forderten, in die Behandlung einbezogen zu werden.

"Auf der Versorgungsebene müssten wir allerdings noch besser werden“, betont er. "Noch sind Zu- und Übergänge zu bestimmten Hilfen schwierig und mit Wartezeiten verbunden, die den Behandlungserfolg gefährden.“ Und er bedauert: Eine psychische Erkrankung sei häufig mit Armut verbunden. Wer wenig Geld besitze, habe es zudem auf dem Wohnungsmarkt schwer. 

Zugang finden

Der Großteil der Menschen, die Hilfe vom Weinsberger Hilfsverein erhalten, sind zwischen 30 und 60 Jahre alt. Allerdings nehme die Zahl junger Menschen zu, und denen will die Anlaufstelle besser beiseite stehen. "Wir können sie nur bedingt erreichen“, bedauert Uwe Hellwich. Zwar könnten diese Erwachsenen auch in die üblichen Tagesstätten des Hilfsvereins gehen, nur träfen sie dort auf 50-Jährige mit ganz anderen Gesprächsthemen. "Wir überlegen, für die junge Altersgruppe etwas zu machen“, sagt der Geschäftsführer. Angedacht sei ein Beratungscafé als ganz eigene Anlaufstelle für diese Menschen. In welchem Ort dieses Hilfsangebot liegen könnte, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Verstärkt nachgefragt werden in den vergangenen Jahren die ambulanten Hilfsangebote, sagt Uwe Hellwich. Als er vor etwas über einem Jahrzehnt beim Hilfsverein angefangen hat, waren 60 Personen im betreuten Wohnen. Jetzt seien es 110. Das führt er zum einen auf die Tendenz der Leistungsträger zurück, stärker auf ambulante Leistungen zu setzen. Zugleich habe sich das Verhalten in der Gesellschaft gewandelt: Psychische Erkrankungen rückten stärker ins Bewusstsein.

Standorte und Mitarbeiter

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der Einrichtung sind die sogenannten Integrationsfachdienste Heilbronn und Hohenlohe-Franken. Hier geht es darum, behinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern beziehungsweise deren Arbeitsverträge zu erhalten. Geschäftsführer Hellwich weiß: Wenn die Wirtschaft schwächelt, versuche man auch, die besonders geschützten Mitarbeiter zu entlassen. "Da macht sich die Konjunktur bemerkbar.“

Im 50. Jahr seines Bestehens beschäftigt der Weinsberger Hilfsverein nach eigenen Angaben über 60 Mitarbeiter. Jährlich kommen etwa 1700 Menschen als Betroffene mit einer der Einrichtungen in Kontakt. An fünf Standorten in der Region Heilbronn-Franken wird Hilfe angeboten. Der Charakter der Angebote sei ausgesprochen ambulant, niederschwellig und an der Lebenswelt orientiert. 

 

 

Galerien

Regionale Events

Mallorca-Party

Am 17. August steigt die Mallorca-Party beim TTC Zaisenhausen.