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Kurs auf Rutschenpark

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Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Unfalltod von Bäderkönig und Investor Josef Wund ist der Nachlass geregelt. Die Badewelt Sinsheim treibt die lange angekündigte Erweiterung voran – wenn auch voraussichtlich in bescheidenerem Umfang als bislang angekündigt. Im Fokus steht der Rutschenpark namens Galaxy. 

Ein Besuchermagnet

Mehr als 800 000 Gäste im Jahr, lange Warteschlangen an Spitzentagen: Die 2012 eröffnete Badewelt ist Top-Besuchermagnet unter den Wellnessanlagen der Region. Eine Erweiterung gilt als überfällig, jetzt sind wichtige Hürden aus dem Weg. "Wir wollen Sinsheim ausbauen“, bestätigt Dr. Peter Baumeister gegenüber unserer Zeitung.

Der frühere Vorstandssprecher der Südwestbank ist einer der beiden Geschäftsführer der JW TV – Vermögensverwaltung GmbH, das im Geflecht der Wund-Nachlassverwaltung eine zentrale Rolle spielt. "Das Galaxy ist das allerwichtigste, damit wir ein Familienbad werden“, äußert sich Baumeister erstmals zu Details der Ausbaupläne. Galaxy heißen in Sinsheims Schwesterbädern Freizeitanlagen mit mehreren Rutschen, die vor allem Jugendliche ansprechen sollen. 

Geringer als geplant

Hier hat die Badewelt eine offene Flanke, ist der Thermen- und Saunenbereich unter Palmen doch die meiste Zeit Gästen über 16 Jahren vorbehalten. Zum Zeitplan will sich Baumeister noch nicht festlegen. Er deutet aber an, dass das Gesamtpaket der Erweiterung bescheidener ausfallen könnte, als es Josef Wund angekündigt hatte. Die Rede war von Investitionen im Umfang von einer halben Milliarde Euro. Neue Hotels und weitere Wellnessanlagen gehörten zu den Vorhaben, die Sinsheim nach Wunds Vorstellungen an die Weltspitze der Wellnessbäder befördern sollte. Die Josef-Wund-Stiftung hatte die Investitionen zuletzt auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert.

Baumeister, der lange in der Heilbronner Bankenbranche tätig war und sich der Region besonders verbunden fühlt, äußert sich hier zurückhaltender, ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen. Vergangene Woche hatte die Josef-Wund-Stiftung mitgeteilt, dass der Erbschein vorliegt. 

Startprobleme beim Ausbau

Bislang hatten die Verantwortlichen immer auf das ausstehende Dokument verwiesen, wenn sie nach dem Stand der Ausbaupläne befragt wurden. Die von Josef Wund gegründete Stiftung ist Eigentümerin der Thermen in Sinsheim, Titisee-Neustadt und Euskirchen, während weitere Bäder aus dem Imperium des Bäderkönigs unter Regie von Wunds Sohn Jörg weitergeführt werden, darunter insbesondere das Flaggschiff des Konzerns in Erding bei München.

Die Stiftung, geführt vom früheren Fellbacher Oberbürgermeister Christoph Palm, darf nicht in die operativen Geschäfte eingreifen. Das übernimmt besagte JW TV – Vermögensverwaltung GmbH mit Peter Baumeister und seinem Geschäftsführerkollegen Günter Renz an der Spitze. Dass der Erbschein ausgestellt ist, bedeutet nicht das Ende der Formalitäten. Die Verantwortlichen warten noch auf ein weiteres notariell beglaubigtes Dokument, um den Ausbau zügig vorantreiben zu können.

Mehr Details

Dieser Schritt soll schon in den kommenden Tagen erledigt sein. Sinsheims OB Jörg Albrecht geht davon aus, das der Ausbau 2020 startet. "Ende 2019 werden wir Details präsentiert bekommen“, sieht er keinen Anlass, am bisherigen Zeitplan zu zweifeln. Josef Wund war am 14. Dezember 2017 bei einem Absturz mit seiner Privatmaschine in der Nähe des Bodensees ums Leben gekommen. 

Zwei weitere Menschen starben bei dem Unglück. Warum die Cessna in den Wald stürzte, ist nach wie vor ungeklärt. Zwischenzeitlich hieß es, vereiste Landeklappen könnten die Ursache sein. Der Abschlussbericht steht aber aus, teilte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig auf Nachfrage mit.

 

 

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