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Jobben beim Buga-WC

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Am heißen Buga-Dienstag sitzt Klaudija Mikalajunaite gestern mit ihrer großen Sonnenbrille vor dem Buga-Klohäuschen gegenüber dem Spielfeld. Sie ist eine der 13 Mitarbeiter in den 13 WC-Anlagen auf dem Gelände. 

Team aus Lituaen

"Hier ist es wunderschön“, sagt die 22-Jährige, "so ruhig und friedlich.“ Sie und zehn weitere Frauen und zwei Männer sorgen den Tag über für Sauberkeit beim dringlichen Geschäft der Besucher. Sie alle stammen aus Litauen. Dem kleinen, südlichsten Land des Baltikums, weit oben an der Ostsee.

Sascha Bohland mit seiner Sanitärfirma SRN hat sie für alle oder einige Buga-Monate angestellt. Das Subunternehmen aus Wiesbaden arbeitet eng mit den Buga-Caterern und Gastronomen Küffner Hof und Fantastic zusammen. In der Pflege von Bedürfnisanstalten von Buga-Besuchern hat Bohland einige Erfahrung: So war er mit Mitarbeitern schon auf den bundesweiten Gartenschauen 2011 in Koblenz, 2013 in Hamburg und 2015 in der Havel-Region.

Seine jetzige Zusammenstellung an Angestellten aus Litauen habe sich so ergeben. Er kannte eine Mitarbeiterin aus dem nordosteuropäischen Land, ließ bei ihr im Bekanntenkreis herumfragen, ob diese auf der Buga in Heilbronn vertraglich geregelt arbeiten wollten und hatte bald ein Team zusammen. "Eine Tante von mir arbeitet auch hier, ansonsten kannten wir uns zuvor nicht wirklich“, sagt Klaudija Mikalajunaite. Sie übernachten in Unterkünften in Böckingen und seien mittlerweile wie eine große Familie. 

Aufregende Erfahrung

Für Mikalajunaite ist es ziemlich aufregend, "in diesem großen Garten zu arbeiten“. Sie war zuvor noch nie in Deutschland, erzählt sie auf Englisch. "Jeder ist hier sehr freundlich, ich fühle mich wie zu Hause.“ In der litauischen Stadt Kaunas studiert sie im vierten Semester Jura. Vielleicht wird sie später Anwältin, sie wisse es noch nicht genau und ruft ein "Dankeschön!“ einem Toilettenbenutzer zu, der soeben 50 Cent in den kleinen Teller für das Trinkgeld geworfen hat.

Die Benutzung der Buga-Toiletten ist kostenlos. Optional und natürlich eine Freude für die Empfänger ist ein kleiner Geldbetrag, der die Leistung der Toilettenfrauen und -männer honoriert. Das Trinkgeld gehört ausschließlich den Mitarbeitern. Am Tag kommen laut Mikalajunaite bis zu 100 Euro zusammen, das sei aber auch jeweils etwas unterschiedlich. Sie ist sehr zufrieden damit, sagt sie. 

Trinkgeld-Philosophien

Auch der Sanitäranlagen-Chef Bohland ist mit der bisherigen Zeit seines Teams und den Besuchern auf der Heilbronner Bundesgartenschau glücklich. "Es gibt keinerlei Beschwerden, es läuft sehr gut.“ Wie viel die Leute Trinkgeld geben, sei höchst unterschiedlich, beobachtet der mehrfache Bundesgartenschau-Erprobte. Von der Menge her liege die Heilbronner Buga im herkömmlichen Bereich.

Insgesamt habe er in seiner jahrelangen Arbeitserfahrung beobachtet, dass Norddeutsche wie die Hamburger und Bremer durchschnittlich etwas mehr Trinkgeld geben als Süddeutsche wie die Schwaben oder die Münchener. Aber das sei wirklich von Mensch zu Mensch unterschiedlich, betont er.

Gut ausgestattet

Viele Menschen grüßen die Toilettenfrau und Jurastudentin Mikalajunaite, andere gehen wortlos an ihr vorbei zum ersehnten Ort und auch ohne Kleingeld-Erleichterung wieder auf das Gelände.

"Schöne Toiletta! Ha ja, Mensch, ganz saubr“, ruft eine ältere Dame ihrer Begleitung im anderen Klo in breitem Schwäbisch erleichtert zu. 

Ein Tagesbesucher aus Gerabronn, Kai Sautter, grüßt freundlich und wirft beim Hinausgehen einen Euro in den Teller. Auch er ist begeistert von den sanitären Anlagen auf dem Gelände: "Anzahl und Verteilung der Klohäuschen im Gelände sind top, sehr gut gelungen.“ So gibt es in jedem der 13 Häuschen auch eine Behinderten-Toilette inklusive Wickeltisch.

 

 

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