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Schauspiel der Straßengangs

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Der dritte Akt spielt auf der Straße: "Beim nächsten Mal machen wir euch alle“, droht Otto. Der Anführer der Straßengang Yankies schnappt sich die Tasche der alten Frau. Hilflos schaut die Gang Warriors zu, wie sich die gefürchteten Yankies zurückziehen. 

Das passende Stück

"Street Kids“, Straßenkinder, heißt das Theaterstück, das zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren in der Theaterwerkstatt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) einstudiert haben. Am Samstag war Premiere im Gewölbekeller des Jugend- und Familienzentrums im Böckinger Bürgerhaus.

Es ist ihm eine Herzensangelegenheit, "mit Kindern und Jugendlichen, die es nicht einfach im Leben haben, ein Stück zu inszenieren“, sagt Awo-Geschäftsführer Stratos Goutsidis vom Kreisverband Heilbronn. Das aus Spenden finanzierte Projekt wird von Kristina Follmann koordiniert und von dem Theaterpädagogen Sahin Bulut unterstützt.

Bei der Auswahl aus insgesamt drei in Frage kommenden Skripten gab es sofort einen Favoriten: "Das Stück war uns am nächsten“, erzählt Darstellerin Carolin Darscht (18). Es passt auch gut zum Awo-Schwerpunkt im Jubiläumsjahr, zu seinem 100-jährigen Bestehen stellt der Sozialverband die Folgen von Kinderarmut in den Mittelpunkt.

Gegensätzliche Banden

So verkörpern die jungen Schauspieler zwei Jugendbanden, die mit dominanten Anführern Gut und Böse darstellen. Carolin Darscht spielt den Anführer der schrecklichen Yankies, Ali Aras (14) steht als Tunjai bei den Warriors an der Spitze. Bei den "Street Kids“ werden die Schwächeren unterdrückt, Diebstahl, Armut, Erpressung und Gewalt stehen auf der Tagesordnung. 

Fünf Monate haben die Mädchen und Jungen auf ihre große Aufführung hingearbeitet. Von der Technik bis zum Bühnenbild haben sie alles selbst gemacht – unterstützt wurden sie von der Studentin Lidia Stuckert (24) und von Helen Wolf (19). Disziplin war von den "Street Kids“ für ihre Aufführung gefordert, genauso Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit und die Bereitschaft zu lernen, wie man in eine Rolle schlüpft und auf der Bühne überzeugt. "Es ist persönlich aus dem Leben“, beschreibt Ali Aras das Stück. Er ist ein erfahrener Schauspieler, war auch im letzten Jahr dabei und ist dementsprechend wenig aufgeregt.

Geschützte Anlaufstelle

Textsicher und voll konzentriert entführen die Kinder und Jugendlichen ihre Zuschauer in die Welt der Straßengangs. Am Ende aber ist alles gut. Das Ziel des Projekts war weit mehr, als zweimal auf der Bühne zu stehen, erklärt Theaterpädagoge Sahin Bulut. Die Mädchen und Jungen lernten improvisieren. Und sie erlebten in ihren Rollen Schwäche und Stärke, Ungerechtigkeit und Konflikte – und sie stellten dar, wie man sie lösen kann. Die Awo-Theaterwerkstatt ist ein geschützter Raum, wo die Kinder und Jugendlichen Probleme ansprechen können. 

 

 

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