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"Slowfood"-Konzept auf Buga

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Am Anfang waren sie ein Trio: Sibylle Deitigsmann und Volker Kutofsky aus dem gärtnerischen Bereich und Matthias Zinser-Klaiber, der aus der Gastronomie kommt und dessen Name vielen in der Region ein Begriff ist. Zinsers Flämmle in Neipperg heißt das jüngste Lokal der Familie.

In der Verantwortung

Jetzt ist der Gastronom aus seinem Buga-Engagement im Fruchtschuppen ausgestiegen. Im Hintergrund habe es ordentlich gerappelt, erklärt Zinser-Klaiber. Zu viele Differenzen habe es gegeben, um gemeinsam auf der Bundesgartenschau weitermachen zu können. Einzelheiten sollen nicht nach außen dringen. 

Das ist auch im Sinne von Deitigsmann und Kutofsky, die nach vorne blicken und die Pflanzbar nach dem bisherigen Konzept weiterbetreiben wollen: "Wir sehen uns in der Pflicht und in der Verantwortung gegenüber der Buga, unseren Vertrag zu erfüllen. Schließlich haben wir unser Wort gegeben“, betont die 36-jährige Mit-Geschäftsführerin. Mit Ingo Willhauk wurde ein zweiter Koch verpflichtet, der neben Marcel Neumann in der Küche wirkt. Beide tragen das Logo der Vereinigung "Slow-Food“ auf ihren Schürzen. 

Idee zum Buga-Shop

Der Name Pflanzbar ist ein Wortspiel: Vielfach sind es Pflanzen – Gemüse und Obstsorten – die hinter der Theke oder in der Küche verarbeitet werden. Andererseits ist ein Teil dessen, das im dazugehörigen Laden verkauft wird, "pflanzbar“, wie Deitigsmann erklärt.

Die Idee für die Pflanzbar wurde bereits 2016 geboren: in einen Shop mit gärtnerischen Accessoires ein gastronomisches Konzept zu integrieren, bei dem regionale Produkte unter den Augen der Gäste zu originellen Gerichten verarbeitet werden. Diese Art von Gastronomie sei neu bei einer Buga, sagt Deitigsmann. 

Die belegten Brote, zwei Stück für 5,90 Euro, heißen Neckarfischer oder Gärtner-Stulle. Es gibt grüne, gelbe und rote Smoothies (3,90 Euro für 0,25 Liter); Suppen mit Brot im Blumentopf (6,90 Euro). Salate werden in einem Einmachglas serviert (9,90 Euro). Jeder Gast könne sich über die Herkunft der Produkte informieren. "Es ist ein Privileg zu wissen, wo die Nahrung herkommt“, betont Deitigsmann.

Einzigartiges Design

Das Gemüse liefert die Heilbronner Gärtnerei Stahl, Brot und Kuchen bezieht die Pflanzbar von Bäckern aus Nordheim und Untergruppenbach, Maultaschen vom Putenhof Bentz aus Kirchhardt: "Wir brauchen Individualisten.“ Volker Kutofsky bringt aus seinem Betrieb die Blumen mit für den Rosenblüten-Slush, zu deutsch Bowle.

Vom Fruchtschuppen ist das Duo ziemlich begeistert und hat den rustikalen Industriecharakter in der Gestaltung aufgenommen. Theke und Bar sind aus geflammtem Holz gezimmert, das wiederverwertbar ist. 120 Sitzplätze gibt es. Die Drehstühle mit den Traktorsitzen hat Deitigsmann in Holland entdeckt. Die Metallgitterboxen für die Waren im Shop sind von einem Logistiker gemietet.

Zu wenig Besuch

Von der Frequenz sind die Betreiber weniger angetan. "Die Dauerkartenbesitzer haben uns hier noch nicht entdeckt.“ Am Nachmittag nach 16 Uhr sei oft nicht mehr viel los, bedauert Kutofsky. Auch an sonnigen, nicht zu heißen Tagen, blieben die Buga-Besucher lieber im Freien. Ab dieser Woche soll es jetzt eine mobile Theke direkt vor dem Fruchtschuppen geben. 

Der vielfach geäußerten Kritik an den Gastronomie-Preisen der Buga hält das Pflanzbar-Team die Kosten entgegen, 70 Stunden pro Woche muss geöffnet sein: "Wir haben nur ein halbes Jahr, um unsere Investition zu erwirtschaften.“ Und die liege in einem sechsstelligen Bereich. Neben den Einbauten gebe es auch Lizenzgebühren und Abgaben an die Buga zu leisten, etwa für Sanitäranlagen. Sibylle Deitigsmann findet es trotz "tougher Arbeitsbedingungen“ toll, ein Teil der Buga zu sein.

 

 

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