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Die Vielfalt Südamerikas

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Die meiste Zeit meines knapp sechsmonatigen Südamerika-Aufenthaltes verbringe ich im Land des Tangos und des Asados (argentinisches Barbecue) – in Argentinien. Das liegt daran, dass ich hier über die Organisation PractiGo eine Arbeitsstelle in einem Hotel gefunden habe, in dem ich die ersten drei Monate arbeiten kann.

Spontane Überraschungen

Für meinen Südamerika-Trip entschied ich mich ursprünglich, weil ich mein Spanisch verbessern und neue Kulturen und Traditionen außerhalb Europas kennenlernen wollte. Das tue ich dann auch sehr schnell. Gerade erst in Buenos Aires, der Hauptstadt, angekommen, sind Anpassungsfähigkeit und Spontanität gefragt.

Aus einem Hotel wird ein Hostel, aus Kellnern beim Frühstück wird die Arbeit an der Rezeption und vieles mehr. Am Anfang ist es ein Schock, aber mit der Zeit lerne ich mit solchen überraschenden Wendungen entspannter umzugehen. Im Endeffekt bin ich sogar ziemlich glücklich, dass es so kommt, wie es kommt. Ich schließe in meinem Hostel viele enge Freundschaften und sammle sprachlich sowie arbeitstechnisch Erfahrungen, die ich ungerne missen möchte.

Unterschiedliche Dialekte

Nach fünf Jahren Spanischunterricht in der Schule bin ich davon ausgegangen, dass ich für meine Reise gewappnet bin – aber Pustekuchen. Da wir in den deutschen Schulen das Castellano-Spanisch aus Spanien lernen, überfordert mich das argentinische Spanisch am Anfang sehr. Glücklicherweise gewöhne ich mich aber bereits nach wenigen Wochen so sehr daran, dass mir die fremde Sprache beinahe keine Probleme mehr bereitet.

Leider wiederholt sich dieses Phänomen regelmäßig, wenn ich in eine neue Region Argentiniens oder gar ein anderes Land in Südamerika reise. Da die Einwohner allerdings wissen, dass ihre verschiedenen Dialekte für Europäer teils nur sehr schwer zu verstehen sind, kommen sie einem gerne entgegen. Mittlerweile komme ich mit fast jeder Version von Spanisch gut zurecht.

Der Höhepunkt meines Südamerika-Aufenthaltes ist aber die zehnwöchige Rundreise, auf der ich die Länder Argentinien, Uruguay, Chile, Bolivien und Brasilien genauer kennenlerne. In manchen Ländern bekomme ich genau das zu sehen, was ich erwartet habe. In anderen wird mein Blickwinkel hingegen um 180 Grad gedreht.

Eine andere Welt

Es ist erstaunlich, wie weit Vorstellung und Realität voneinander entfernt sein können und noch erstaunlicher, wie es sich auf einen selbst auswirkt, wenn man sich seines Irrtums bewusst wird. Ich bin mir sicher, dass sich während meiner Zeit hier nicht nur meinen Blick auf die Welt, sondern auch auf mich selbst verändert hat, ohne es groß zu bemerken. 

Besonders schön finde ich die verschiedenen Naturszenarien, die sich mir bieten. Zusammengefasst gibt es in Südamerika einfach alles – von riesigen Gletscher- und Waldflächen über Lagunen, Geysiren und Wasserfälle bis zu ausgedehnten Stein-, Sand- und Salzwüsten. Das schiere Ausmaß der vielfältigen Naturwunder ist einfach überwältigend und es ist schwer, so viel in so kurzer Zeit zu verarbeiten. Es sprengt schlichtweg jegliche Grenzen der Vorstellungskraft, die ich aus meinem normalen Alltagsleben gewöhnt bin. Es eröffnen sich ganz alternative Arten vom Leben.

Fazit

Nichtsdestotrotz war meine Arbeitszeit in Buenos Aires für mich mindestens genauso wichtig wie meine Rundreise. Dort habe ich wirklich in Argentinien gelebt und den südamerikanischen Lebensstil aus erster Hand mitbekommen. Wir haben alle zusammengearbeitet, im selben Zimmer geschlafen, gekocht, gefeiert und miteinander gefühlt. Diese ganzen Erfahrungen – die kann mir keiner mehr nehmen.

Ihr wollt mehr über Alinas Reise durch Südamerika erfahren? Hier findet ihr den ausführlichen Reiseblog ihrer Erlebnisse. 

Zahlen und Fakten

Die Organisation PractiGo hat für mich gegen ein Entgelt von 600 Euro die Arbeitsstelle im Hostel Suites Florida in Buenos Aires gefunden (Kosten für Versicherungen kam noch hinzu – etwa 500 Euro für sechs Monate). Die An- und Abreise muss man selbst organisieren. Ein One-Way-Flug nach Buenos Aires dauert etwa 15 bis 20 Stunden – inklusive Umsteigen – und kostet etwa 500 bis 600 Euro

Insgesamt musste ich 24 Stunden pro Woche arbeiten, aufgeteilt auf Vier- und Acht- Stunden-Schichten. Aufgrund der Visa-Bedingungen habe ich dafür aber kein Geld bekommen. Durch meine Arbeit bekam ich die Unterkunft im Hostel im gemischten Acht-Bett-Zimmer plus Frühstück gestellt. (Nicht vom Gemeinschaftszimmer abschrecken lassen. Man gewöhnt sich sehr schnell daran und kann sogar Spaß daran finden.) Um die restliche Verpflegung muss man sich selbst kümmern. Sie ist aber glücklicherweise nicht besonders teuer.

Man spricht in allen Ländern in Südamerikas Spanisch außer in Brasilien. Hier wird Portugiesisch gesprochen. Die verschiedenen Versionen von Spanisch können allerdings ein bisschen Eingewöhnungszeit benötigen. Meine Rundreise konnte ich gut mit Langstreckenbussen zurücklegen, da die hier sehr beliebt sind. Ein eigenes Auto ist nicht notwendig.

 

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