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Stolz zur Abschlussfeier

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Schon vor 40 Jahren gab es Bemühungen, den Realschulabschluss in Untergruppenbach zu ermöglichen. Bis es soweit war, hat die Pausenglocke so manches Mal geläutet. Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule im Jahr 2013 wurde der Wunsch dann endlich Wirklichkeit.

Erleichterung

Vergangene Woche haben die ersten Realschulabsolventen nach sechs Jahren ihren großen Tag gefeiert. "Wir sind froh und wahnsinnig stolz“, sagt Markus Nutz, Rektor der Stettenfelsschule. Eltiana Zekaj (16) und Lasse Richter (16) nicken beim Gespräch mit der Heilbronner Stimme heftig mit dem Kopf. Ihnen geht es ja genauso. Immerhin haben alle 21 Prüflinge bestanden, zum Teil mit ausgezeichneten Ergebnissen. Ganz einfach war der Weg dorthin nicht. Aber sie haben ihn mit Bravour gemeistert. 

Wie fühlt es sich an, den Abschluss in der Tasche zu haben? "Das ist für mich wahnsinnig emotional“, erklärt Eltiana Zekaj, die auch Schülersprecherin war. Denn in der fünften Klasse hatte sie noch große Probleme in Mathe. "Es war mir peinlich, dass ich immer zu Intensivstunden gehen musste, um meine Leistung zu verbessern.“ Aber nach einiger Zeit brauchte sie die Förderung nicht mehr. "Ich bin stärker geworden, weil ich wusste, was mein Ziel ist. Und das habe ich am Ende auch bekommen. Ich war so glücklich.“ 

Gegenseitige Hilfe

Stolz sei er, zu den ersten zu gehören, die an der Stettenfelsschule ihre Mittlere Reife gemacht haben, sagt Lasse Richter. Er wohnt in Talheim, deshalb haben er und seine Eltern sich nach der vierten Klasse auch eine Realschule in Heilbronn angeschaut. "Aber hier in Untergruppenbach hat es mir besser gefallen“, sagt er. "Die Lehrer wirkten offen, das Schulhaus war sehr freundlich.“ Auch Eltiana Zekaj, die aus Abstatt kommt, hat sich noch eine Realschule angeschaut. "Aber mein Vater wurde schon hier unterrichtet, und er fand die Stettenfelsschule gut.“

"Es ist entspannter, wenn alle zusammen lernen“, sagt Lasse Richter über die Gemeinschaftsschule. "Die Schüler können sich gegenseitig helfen, wenn einer in einem Fach nicht so gut ist“, sieht er einen Vorteil in den unterschiedlichen Niveaustufen

Fast alle seine Schüler haben einen Ausbildungsplatz in der Tasche oder besuchen ab September eine weiterführende Schule, weiß Klassenlehrer Achim Heyer. Lasse Richter startet als Zimmermann-Azubi durch. Eltiana Zekaj lernt Kauffrau im Groß- und Außenhandel. "Eigentlich wollte ich medizinische Fachangestellte werden – dafür braucht man den Realschulabschluss“, erzählt sie. Aber bei Praktika habe sie festgestellt, dass es doch etwas anderes ist, was sie reizt.

Zusammenstellung von Material

Nicht nur für die Schüler, auch für die Lehrer war die Pionier-Arbeit in Sachen Gemeinschaftsschule eine Herausforderung. "Für das differenzierte Lernen in allen Klassen gab es anfangs noch nicht viel Unterrichtsmaterial“, erinnert sich Nutz. "Wir haben einiges selbst gemacht.“ "Teilweise hatten wir fünf oder sechs verschiedene Mathebücher, aus denen wir den Unterricht zusammengestellt haben“, weiß Heyer.

Klassenarbeiten für die unterschiedlichen Niveaustufen hätten eben doppelt vorbereitet werden müssen. Aber das Ergebnis sei die Mühe wert: "Die Schüler sind motivierter, als wenn sie alle über einen Kamm geschert werden. Denn wer nur Fünfen schreibt, baut schnell Frust auf.“ In der Zwischenzeit, so Nutz, habe man viel Organisatorisches verbessern können.

Überhaupt biete die Schulart einen großen Vorteil. Man könne schauen: Was passt zu den Jugendlichen? "Ein Mädchen aus dem Abschlussjahrgang war anfangs Inklusionsschülerin. Nach der achten Klasse konnte der sonderpädagogische Förderbedarf aufgehoben werden. Sie hat sich die letzten Jahre richtig reingekniet und einen ordentlichen Abschluss geschafft.“ Kein geschenkter Abschluss, wie Heyer betont. "Aber an einer regulären Realschule wäre sie vielleicht unter die Räder gekommen. Bei uns konnte sie wachsen. “

 

 

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