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Einzelhändler machen dicht

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Im Internet und in der Heilbronner Stimme werden die Ladenräume von Peter Hahn an der Kaiserstraße direkt neben der Kilianskirche mit knapp 600 Quadratmeter Verkaufsfläche angeboten, da der Händler zum 31. Dezember 2019 schließen wird. Das Gebäude ist in städtischem Besitz. 

Schlussstrich ziehen

Doch nicht nur Peter Hahn verabschiedet sich aus Heilbronn. Weitere, teils lang ansässige Modegeschäfte schließen. So auch Anziehend auf der anderen Seite des Marktplatzes. 1999 hat Evelin Siegle eröffnet, jetzt sind es nicht nur persönliche Gründe, die sie dazu veranlassen, zum Jahresende einen Schlussstrich zu ziehen. Dass es schwieriger wird, im stationären Handel zu bestehen, bemerken vor allem Einzelkämpfer

Mit der baldigen Schließung von Tom & Tina in der Lammgasse endet eine Heilbronner Einzelhandels-Ära. Fast ein halbes Jahrhundert lang betrieb Dietlinde Kühner in der Randlage der Innenstadt ihr Modegeschäft. Nach 47 Jahren macht sie im Oktober aus Altersgründen zu.

Teure Miete

Weitere Veränderungen stehen zudem in der Sülmerstraße an. Die Boutique Giulietta – ein schmaler Laden zwischen Optik Abele und Nanu-Nana – hört zum Jahresende auf. Wer auf den 165 Quadratmetern Verkaufsfläche ein neues Geschäft öffnen möchte, muss laut Inserat auf der Internetplattform Immoscout 6250 Kaltmiete bezahlen. Bei durchschnittlich 26 Verkaufstagen im Monat sind das rund 240 Euro Mietbelastung pro Tag – für eine B-Lage.

Bei Novacane in der Sülmerstraße beim Hafenmarkt gehen bereits Ende September die Lichter aus. Im Sommer vor sechs Jahren ist der Modeladen mit einem jugendlichen Streetwear-Sortiment, Accessoires, Graffiti-Zubehör und Schuhen gestartet – als stationäre Ergänzung zu einem bereits bestehenden Onlineshop. Vergangenes Jahr wurde Novacane jedoch von "Defshop“ aufgekauft, einem Berliner Unternehmen mit Onlineverkauf und sechs Stores in der Hauptstadt und in Köln.

Konkurrenz im Internet

"Man hat uns in Heilbronn fallengelassen“, bedauert Ladenchef Max Siefken. "Die Schließung kam auch für unser Team überraschend.“ Allerdings habe man seit eineinhalb bis zwei Jahren die Onlinekonkurrenz "richtig krass“ zu spüren bekommen. Bei Onlinehändlern ginge auch ganz neue Ware, zum Beispiel Schuhe, "sofort in den Sale“. Der stationäre Handel könne bei diesen Preisen immer weniger mithalten.

Auch Lichtblicke hat der Heilbronner Handel aktuell zu bieten: Mit den Filialisten Hallhuber und Intimissimi wurde der Leerstand in der Fleiner Straße, früher Schuh Werdich, belegt. Im ehemaligen Schuh Walch an der Kaiserstraße eröffnet das Traditionsunternehmen Tritschler aus Stuttgart eine Filiale für Haushaltswaren und Tischkultur. Ins K 3 soll eine Filiale des Sporthändlers Decathlon kommen. Auch bei einem Leerstand, dem früheren H&M am Kiliansplatz, zeichnet sich eine Lösung ab. Seit Kurzem kleben in den Schaufenstern "Vermietet“-Schilder. An wen will die Kreissparkasse, die als Makler auftritt, noch nicht preisgeben

 

 

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