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Wincent Weiss Konzert

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Mit einem Knall und Konfettiregen beginnt das Konzert von Wincent Weiss am Sonntagabend auf der Buga. Der Funke springt dabei unmittelbar über, die Zuschauer beweisen von Minute eins an Textsicherheit. Das von Audi gesponserte musikalische Feuerwerk dauert zur Begeisterung der rund 10 000 Fans eineinhalb Stunden und endet mit funkensprühenden Raketen, die hinter der Bühne in den Nachthimmel steigen. 

Abwechslungsreiches Programm

Von "Kaum erwarten“ bis zu "Feuerwerk“ als letzte Zugabe folgt ein Charthit auf den nächsten. Unter dem Zeltdach der Sparkassenbühne ist Party, und der sympathische Frontmann hat offensichtlich einen Riesenspaß dabei. Selbst als er sich rücklings auf die Hände seiner Fans fallen lässt und singend über deren Köpfe gereicht wird, um anschließend im Publikum zwischen filmenden Mädchen festzustecken, kann er nicht aufhören zu grinsen. Mehrfach dankt er allen, die den Abend mit ihm und seiner Band verbringen: "So ein Album ist schnell gekauft, aber dass man sich sonntags Zeit nimmt, ist was Besonderes.“

Kraftvolle Balladen und Popsongs wechseln sich ab, Medleys mit Titeln von Musikerkollegen sorgen für Stimmung. Der Songwriter bringt Abwechslung auf die Bühne: "Ein Kontrastprogramm ist mir lieber.“ Sein nachdenklicher Song "Pläne“ ist genauso zu hören wie ein paar Takte aus "Ich und mein Holz“ oder "Cordula Grün“. Sarah Connors "Vincent“ singt Weiss in Ich-Form und anschließend "Musik sein“ – "den Song, mit dem alles angefangen hat“ – im Chor mit seinem vorwiegend weiblichem Publikum.

Kontakt zum Publikum

Mit Pyrotechnik, Videowänden und großen weißen Luftballons wird die Show zum Erlebnis. Die Band schlägt immer wieder überraschend rockige Töne an – bei "Unter meiner Haut“ ist die Bühne dazu in blutrotes Licht getaucht, bei "Weck mich nicht auf“ gibt es Feuerbälle. Dazwischen sanftere Melodien wie "Ein Jahr“ oder "Nur ein Herzschlag entfernt“, für die die Fans den jugendlichen Künstler so lieben. 

Er kommuniziert unentwegt mit dem Publikum, feuert es an, lauter zu singen, springt in den Bühnengraben und zurück aufs Klavier, nur um zu sehen "wo überall Leute stehen“. Zwischen Hits wie "Frische Luft“ und "An Wunder“ plaudert der Musiker aus dem Leben, erzählt von seiner Exfreundin, der Trennung und One-Night-Stands, von seiner Schwester, die zu schnell erwachsen wird und seinen Großeltern, die er viel zu selten sieht. "Leute, nehmt euch Zeit für die Menschen, die ihr liebt“, ruft er dem Publikum zu.

Weiss erzählt in seinen Liedern von Schmerz und Emotionen, Lebensfreude und Sehnsucht, Zukunft und Erinnerung. "Alles komplett autobiografisch“, versichert er im Interview mit der Heilbronner Stimme. Und ganz ohne Einfluss von außen: "Ich sage, was ich will.“ Nach seinem Debütalbum 2016 hat er sich frei geschwommen, ist Dauergast in Fernsehshows und unter anderem Echo-Gewinner. "Alle Träume, die mit Musik zu tun haben, sind überschritten“, sagt er. Auf Wunsch seines Publikums steht Wincent Weiss seit einer Woche sogar als Wachsfigur bei Madame Tussauds in Berlin. 

Zeit für Familie

Vor drei Jahren habe er noch nachmittags vor 100 Menschen gespielt, inzwischen steht Wincent Weiss auf den großen Bühnen – "ein krasses Gefühl“, sagt der 26-Jährige. Zeit für eine Beziehung bleibe da nicht: "Ich habe einen Tag im Monat frei, das geht einfach nicht.“ Im nächsten Jahr will er an seiner Work-Life-Balance arbeiten und mehr Zeit für Freunde und Familie finden. Aber vorher ist er noch bis Dezember mit seinem zweiten Album "Irgendwie anders“ auf Tour

Ein Akustik-Album kommt demnächst, das dritte Studioalbum sei in Arbeit, verrät der Künstler, der auf seiner privaten Playlist zu 80 Prozent Metal-Musik hört. Auf der Bühne zu stehen sei noch immer megageil, sagt Weiss. Nur das Berühmtsein ist nicht Sache des erklärten Familienmenschen: "Ich hasse es, wenn alle mich erkennen“, gesteht er. Das Wichtigste bleibt die Freude an der Musik. Das wird auch in Heilbronn deutlich, wo der Schleswig-Holsteiner die Gartenschau rockt. 

 

 

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