Stimmt.de

Titelseite.indd
Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Security im Freibad

zurück zur Übersicht

Ein Stimmenteppich Hunderter Menschen legt sich über die Wasseroberfläche der Becken im Freibad. Die Liegewiese ist mit bunten Handtüchern, Sonnenschirmen und Badedecken übersät. Deutschland im Sommer 2019

Erhöhte Security

Mitten unter den Schattensuchenden in der Heilbronner Neckarhalde patrouillieren zwei Männer in schwarzen Stiefeln, schwarzer Hose mit Seitentaschen und Poloshirt durch die Menschenmenge. Es sind Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die seit wenigen Tagen im Auftrag der Stadtwerke dort nach dem Rechten sehen.

"Das ist eine prophylaktische Maßnahme, um so ein wenig Dampf aus dem Kessel zu nehmen“, sagt Bäderleiterin Ursula Stiefken. Das, was sich da aufstaue, entlade sich immer öfter in verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen. Unter den Gästen, aber auch gegenüber dem Badpersonal. "Es kam immer wieder zu Vorfällen.“ Gerade Jugendliche und junge Männer seien immer wieder aneinandergeraten. "Es drohte zu eskalieren“, sagt die Bäder-Chefin. Für sie ist eine Grenze überschritten.

Seitdem die beiden Security-Mitarbeiter vor Ort sind, sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen, erklärt Stiefken. Bislang patrouillieren sie nur in der Neckarhalde. In den beiden anderen städtischen Freibädern am Gesundbrunnen und in Kirchhausen sei die Situation nicht angespannt. "Wir haben nur hier einen Brennpunkt. Das liegt an der Besucherstruktur.“ 

Schnell am Eskalieren

Alexej Schulze kann ein Lied davon singen. Der 50-Jährige ist Meister für Bäderbetriebe in der Neckarhalde. Er versuche so selten wie möglich, die Polizei zu rufen, "aber es muss sein“. Auseinandersetzungen führten schnell zu einer Massenansammlung junger Männer. "Das wird immer drastischer.“

So würden diese mit ihren Smartphones unerlaubt Filme von jungen Badegästen drehen. Weise er darauf hin, eskaliere die Situation binnen weniger Augenblicke. Die Security-Mitarbeiter haben sich seiner Meinung nach bewährt. "Sie sind eine gute Hilfe.“

Stiefken nennt es Besucherstruktur. Badegäste und -personal werden konkreter. Ihnen zufolge handelt es sich größtenteils um junge Männer mit Migrationshintergrund, die in der Neckarhalde für Ärger sorgen. "Manche können sich nicht anpassen und nicht benehmen. Sie sind in Gruppen unterwegs und provozieren andere Badegäste“, sagt Sabine Keicher (52) aus Heilbronn. Dass nun Security auf dem Gelände ist, findet sie gut.

Froh über Sicherheit

"Es ist schon schlimm und beängstigend, dass es so weit gekommen ist“, sagt eine 24 Jahre alte Frau aus Ulm, die in Heilbronn studiert. Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen. Sie komme regelmäßig in die Neckarhalde.

Die Gruppenansammlung junger Migranten habe in den vergangenen Jahren zugenommen, erklärt ein 64-jähriger Heilbronner. Auch er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Er fühle sich nicht unsicher, begrüße aber die Anwesenheit der Sicherheitsleute. "Das ist ganz gut, dass ein wenig geschaut wird.“

Cornelia Kuhn besaß jahrelang eine Dauerkarte für die Neckarhalde. Dieses Jahr nicht. Zum einen, weil sie eine Dauerkarte für die Buga habe. Zum anderen sei sie vor zwei Jahren Zeugin einer Schlägerei geworden. Wenn die Zahl der Besucher zunehme, sei es "unmöglich“. Sie stört sich beispielsweise an Gästen, die in der Öffentlichkeit Marihuana rauchen. "Manche Dinge konnte ich einfach nicht mehr abhaben“, sagt die 48-jährige Heilbronnerin. Dass nun Security patrouilliert, findet sie gut. "Eigentlich mag ich das Bad hier.“ 

 

 

Galerien

Regionale Events

Halloween-Party

Der Jugendtreff Sontheim organisiert am 31. Oktober eine Halloween-Party.

Nightshopping

Am 29. Oktober öffnen die Heilbronner Geschäfte bis 22 Uhr ihre Türen.