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Kunst und Kirche vereint

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Zahlreiche Besucher sind am Donnerstagabend in die Johanniskirche auf dem Brackenheimer Friedhof gekommen, die in einen lebendigen Ausstellungsraum verwandelt worden war. Der Förderverein Jakobus- und Johanniskirche und das Zabergäu-Gymnasium hatten zur Vernissage unter dem Titel "Verkörperungen“ eingeladen. 

Künstlerische Selbstdarstellung

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mit dem Neigungskurs Kunst hatten sich mit den Themen "Verkörperung“, "Selbstdarstellung“ und "Verwandlung“ auseinandergesetzt und ihre Erkenntnisse in unterschiedlichster Weise künstlerisch verarbeitet. "Der Fokus der Arbeiten lag auf der Darstellung des Ichs und der Auseinandersetzung mit der Identität, der inneren Zustände und der Emotionen“, erklärte Kunstlehrerin Annette Schuh.

Schulleiter Michael Kugel bezeichnete die ungewöhnliche Kombination Kunst und Kirche als spannend. "Für unsere Schüler bekommen ihre Werke gleich eine andere Bedeutung. So haben sie nicht nur für die Noten, sondern auch für die Öffentlichkeit gearbeitet“, so Kugel.

Respekt vor Glaube

Marcel Heinz vom Förderverein sah in der Kooperation eine Chance, der Jugend zuzuhören und Antworten auf die Frage zu bekommen, mit welchen Augen sie die Kirche sehen. "Die Schüler gingen zunächst ehrfürchtig mit dem Ausstellungsraum Kirche um und zeigten Berührungsängste im positiven Sinn“, meinte Annette Schuh. "Nach einigen Besuchen sind die Ängste aber schnell verflogen und alle haben sich mit den Räumlichkeiten angefreundet.“ 

Für Annegret Jahn (17) strahlt die Kirche eine besondere Atmosphäre aus, die ihr in Aquarelltechnik gemaltes Selbstbildnis in einem besonderen Licht erstrahlen lässt. Dem Thema Verwandlung hatte sich Lea Katzenberger (17) angenommen. Sie hat durch bunte Gesichtsbemalungen ihr Aussehen sukzessiv verändert. Das Ergebnis zierte auch die Einladungskarten zur Vernissage. Ihren künstlerischen Beitrag leisteten auch Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 a um Lehrerin Vivien Nold.

Barock im Fokus

Im Rahmen des Unterrichts hatten sie Barockgedichte analysiert und vertont und dazu passende Gemälde, Animationen und Bühnenmodelle erstellt. So kamen die Besucher in den Genuss, vertonte Barocklyrik von Martin Opitz oder Andreas Gryphius mit Hilfe von iPads akustisch zu erleben. Vertont und bildlich dargestellt war beispielsweise die "Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich sterbenden Jungfrau“ von Simon Dach. Das Sonett, das sich mit der Botschaft der Vergänglichkeit beschäftigt, war wie geschaffen für die Örtlichkeit und regte die Zuhörer zum Nachdenken an.

Auch in Live-Performances mit Titeln wie "Das fremde Ich“ oder "Die Marionette“ setzten sich die jungen Künstler inhaltlich mit dem besonderen Ausstellungsort auseinander. Sabine Haiges fühlte sich sehr angesprochen. "Ich bin froh, dass sich die Kirche für die Jugend öffnet“, sagte die Seniorin. Streicher, Sängerinnen und Sänger des Neigungskurses Musik unter Leitung von Daniel Strasser umrahmten die Ausstellung mit feierlicher Musik. 

 

 

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