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Aktionstag gegen Mobbing

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Zuerst der Größte: Leo steigt durch das Spinnennetz. Anschließend hilft der Zehntklässler der Wilhelm-Hauff-Schule einer Erstklässlerin durch die gespannten Seile. "Sonst reden wir nicht miteinander“, gibt der Werkrealschüler zu.

Grenzen überwinden

Aber heute sind die beiden in einem Team. "Gemeinsam sind wir stark“: So lautet das Motto des Aktionstages, der die Schulgemeinschaft im Heilbronner Wertwiesenpark zusammenbringt. 

An 48 Stationen sind 43 Schülergruppen unterwegs, um gemeinsam um Punkte zu kämpfen. Im Team kommt es auf jeden an: Mehr als 500 Grund- und Werkrealschüler bauen gemeinsam eine Menschenpyramide, lotsen sich gegenseitig um Hindernisse oder versuchen, eine Wippe im Gleichgewicht zu halten.

"Mobbing ist ein Phänomen, bei dem viele zuschauen“, sagt Psychologin Petra Birkert, die in der Schule Sprechstunden anbietet. Deshalb sei so ein Aktionstag wichtig: Die Schüler achten aufeinander, die Großen übernehmen Verantwortung, die Kleinen lernen die Oberstufenschüler kennen. Das stärkt nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch das Selbstwertgefühl. Und das sei eine wichtige Voraussetzung, um potenziellen Mobbing-Tätern die Stirn zu bieten. "Selbstbewusstsein hilft beim Nein-Sagen“, erklärt Konrektorin Meike Katzinger.

Umgang mit Mobbing

Mobbing sei kein alltägliches Problem, sagt Schulleiterin Christina Franiel. Aber sie weiß auch: "Das gibt es an jeder Schule.“ Die Wilhelm-Hauff-Schule hat deshalb ein Präventionsteam gegründet, dass für alle Klassenstufen Veranstaltungen anbietet. "Die Schüler werden für das Thema sensibilisert“, erklärt Franiel. Los geht es in Klasse fünf mit Kennenlerntagen. Klassenrat, Selbstbehauptungstraining und Streitschlichter sind weitere Maßnahmen, um das Klassenklima zu verbessern. "Prävention darf keine Eintagsfliege sein“, sagt die Rektorin. Jeder Einzelne, den das Programm erreicht, sei ein Erfolg

Auch an anderen Schulen gehören diese Bausteine längst zum Alltag, denn Mobbing tritt in allen Schularten auf. "Die sozialen Medien spielen eine große Rolle“, sagt Petra Birkert. Mit den Smartphones, die heute schon nahezu jeder Fünftklässler im Ranzen hat, habe das Thema eine neue Dimension entwickelt. Gemobbt wird längst nicht mehr nur auf dem Schulhof, sondern auf vielen Kanälen.

Gemeinsame Hilfe

Der Erziehungsauftrag der Schulen habe an Gewicht gewonnen, sagt Christina Franiel. Auch deshalb ist sie dankbar für die Arbeit der Psychologin, die das Kollegium im Auftrag der Stadt unterstützt. Ihr Angebot wird von Schülern, Lehrern und Eltern angenommen. "Der Bedarf ist da“, sagt Petra Birkert.

Beim Aktionstag im Wertwiesenpark ist Prävention alles andere als langweilg. Dafür haben die Lehrer Tabea Frey, Stefan Zender und Kai Wranik sich jede Menge Aufgaben ausgedacht. Sportliche und knifflige sind darunter. Punkte gibt es nicht nur auf die Lösung, sondern auch auf die Kooperation untereinander. Auf die besten drei Teams warten am Ende Eis-Gutscheine

Ein halbes Jahr lang haben die Lehrer die Aktion vorbereitet, involviert ist am Ende die ganze Schulgemeinschaft. "Der Organisationsaufwand ist enorm“, weiß die Chefin. Die Schüler haben vor allem Spaß dabei. "Das ist ein guter Tag“, sagt Achtklässler Altin. "Besser als Schule“, findet Neuntklässler Lukas. Zu ihrer Gruppe gehört auch die Drittklässlerin Rosin. Und die findet den Tag "einfach schön“.

 

 

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