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Mando Diao im Interview

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Die schwedische Indierock-Band Mando Diao steht seit 20 Jahren auf der Bühne. Am Samstag, 29. Juni, spielt das Quintett als Headliner beim Blacksheep-Festival in Bonfeld. Im Interview spricht Sänger Björn Dixgård über Veränderungen innerhalb der Band und seine musikalische Sozialisation. 

Veränderungen

Herr Dixgård, das letzte Album "Good Times“ (Gute Zeiten, 2017) war das erste ohne Sänger und Gitarrist Gustaf Norén, ein prägender Kopf der Band, der 2015 ausstieg. Was hat sich seitdem bei Mando Diao verändert?

Björn Dixgård: Es war schon so etwas wie ein Neustart für die Band. Natürlich hat sich einiges verändert, aber eigentlich nur zum Besseren. Wir sind im Moment eine sehr starke Gruppe, das fühlt sich alles richtig gut an. Alle Bandmitglieder sind jetzt, ganz demokratisch, beim Songwriting beteiligt, jeder trägt seinen Teil zu den Liedern bei. 

Auf dem Cover von "Good Times“ sieht man eine Art Paradies. Mit Blick auf die Zustände in der Welt wirkt das Ganze ein wenig ironisch.

Dixgård: Natürlich, das war aber auch die Idee dahinter. Man muss sich trotz der vielen schlimmen Dinge, die in der Welt passieren, auch amüsieren können und Spaß haben. Die Sorgen einfach mal über Bord werfen und auf andere Gedanken kommen – all das kann durch Musik unterstützt werden. Musik ist eine gute Therapie. 

Inspiration aus Natur

Was brauchen Sie, um eine gute Zeit zu haben?

Dixgård: Eigentlich nicht viel. Ich tanze sehr gerne, gehe gerne in Clubs. Eigentlich braucht es nur Menschen auf einer Tanzfläche. Und natürlich ist es ein tolles Gefühl, auf der Bühne zu stehen. 

Und Sie gehen gerne angeln...

Dixgård: Das mache ich schon seit meiner Kindheit. Angeln gehen ist wie das Leben: Es hat etwas von Meditation, so kann ich entspannen. Gleichzeitig bietet es aber auch jede Menge Action. Darüberhinaus ist die Natur für mich als Musiker eine wirklich gute Inspirationsquelle. 

Ein anderes Thema: Im Dezember besuchten Mando Diao die schwedische Botschaft in Belgrad, setzten sich in diesem Zusammenhang für die Wichtigkeit von Menschenrechten ein.

Dixgård: Wir sind keine klassische politische Band, aber wenn es um Themen wie Krieg, Frieden und Menschenrechte geht, ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen. Klar ist, dass wir als Band bei solchen Themen keine Antworten anbieten können. Uns geht es darum, dass sich die Menschen besser fühlen oder, dass sich für sie etwas in eine bessere, positive Richtung entwickelt. 

Eltern und Kindheit 

Sie stammen aus einer sehr musikalischen Familie, Ihre Mutter war Sängerin, Ihr Vater hat Gitarre gespielt. Klingt nach einer perfekten musikalischen Sozialisation.

Dixgård: In der Tat, Musik war ein sehr wichtiger Teil meiner Kindheit und Jugend. Meine Eltern haben Jimi Hendrix, Janis Joplin und die Beatles gehört. Sie hatten einen sehr breitgefächerten Musikgeschmack, den haben sie dann auch auf mich übertragen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Heute höre ich alle Genres, auch House Musik. 

Ihre Eltern hatten in Schweden auch wilde Zeiten, pflegten einen gewissen Hippie-Lebensstil.

Dixgård: Vor meiner Geburt war das auf jeden Fall so (lacht). Sie haben gemeinsam mit zehn, 15 Menschen in einer Gemeinschaft gelebt. Ich habe daraus mitgenommen, dass man sich selbst nicht so viele Grenzen setzen sollte. Ich wurde als freier Mensch erzogen. Ein Mensch darf deshalb meiner Meinung nach auch ein wenig seltsam sein, ein wenig weg von der Norm, das mag ich. 

Immer noch beliebt

Mando Diao stehen seit 20 Jahren auf der Bühne. Im knallharten Musikgeschäft mit ständig neuen Stars und Trends: Wie schafft man es, als Band relevant zu bleiben?

Dixgård: Ich weiß nicht, ob wir relevant sind. Ich bin einfach froh, wenn Menschen zu unseren Konzerten kommen und unsere Musik hören wollen. Mit all den technischen Möglichkeiten und Angeboten wie den Streaming-Diensten ist die Menge der verfügbaren Musik stark angewachsen. Zur Zeit ist Hip-Hop-Musik mit vielen Künstlern stark vertreten. Wir machen als Band einfach die Musik, die sich für uns gut anfühlt. 

Zum Schluss bitte noch eine Begriffserklärung: Woher kommt der Bandname Mando Diao?

Dixgård: Er stammt aus einem Alptraum in meiner Kindheit. Ein Mann hat mir den Namen damals entgegen geschrien. Eine Bedeutung hat er nicht. Wir wollten keinen typischen Bandnamen, sondern etwas Einprägsames, etwas, das im Kopf bleibt. Das hat gepasst. 

Blacksheep Tickets

Das Blacksheep-Festival findet vom 27. bis 29. Juni statt. Tickets gibt es bei allen Geschäftsstellen der Heilbronner Stimme und online auf Reservix. Das Tagesticket für den Freitag kostet 54 Euro, für den Samstag 59 Euro, ein Kombiticket kostet 104 Euro, ein Festivalticket 140 Euro.

 

 

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