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Naher Abschied

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Die Neuntklässler an der Kirchardter Birkenbachschule umarmen sich, sie fragen nach: "Und wie war's?“ Mit Deutsch und dem Thema "Unser Wald – mehr als nur Holz“ haben am Dienstag für die 17 Jugendlichen die Abschlussprüfungen begonnen. Ab heute sind in der Region die Werkrealschüler mit ihren Prüfungen an der Reihe. 

Zukunftspläne

Es ist ein besonderer Jahrgang in der Kraichgau-Gemeinde: Es sind die letzten weiterführenden Schüler, die in Kirchardt eine Prüfung ablegen. Die Grund- und Werkrealschule ist nach den Sommerferien nur noch eine Grundschule. Sechs ehemalige Werkrealschulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn laufen aktuell aus und unterrichten künftig nur noch Grundschüler.

Landesweit machen 25.500 Neuntklässler den Hauptschulabschluss. Diesen Mittwoch starten für 10.000 Werkrealschüler die Prüfungen. Im Hohenlohekreis sind 313 Jugendliche zur Hauptschulprüfung angemeldet, den Werkrealschulabschluss machen 54. In der Stadt Heilbronn und im Landkreis streben 1083 Jugendliche den Hauptschulabschluss an und 323 den Werkrealschulabschluss.

Mit dem Hauptschulabschluss haben die Jugendlichen in Kirchardt große Pläne, für die Birkenbachschüler ist die Richtung klar: Vier haben ihren Ausbildungsvertrag in der Tasche, die anderen gehen weiter zur Schule. Dazu gehört unter anderem Manuel, der erst einmal eine zweijährige Berufsschule besuchen und danach das Abitur machen will.

Die Einzigen

Sein Berufswunsch ist klar: Als Lehrer will er Sport und Biologie an einer Haupt- oder Realschule unterrichten. Mit seinen Klassenkameraden bildet er die letzte Abschlussklasse. "Es ist etwas Besonderes“, sagt er und berichtet von den letzten Monaten. Ungewohnt sei es gewesen, als die älteren Freunde alle gingen. "Wir waren die einzigen Großen.“ 

Für den 15 Jahre alten Andreas lief Deutsch gut. "Ich bin froh, dass die erste Prüfung vorbei ist.“ Der Jugendliche beginnt im Herbst eine Ausbildung zum Maschinenanlagenführer. Die 15-jährige Buket beginnt eine Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten. "Ich freue mich, wenn die Prüfungen rum sind.“ Auch für sie ist es etwas Besonderes, zum allerletzten Jahrgang zu gehören, der in Kirchardt einen Schulabschluss macht. "Das ist aufregend.“

Starthilfe

Nächste Woche folgt die Mathe-Prüfung, in zwei Wochen Englisch, so lange fiebern auch die Lehrer mit. Nach 16 Jahren in Kirchardt wechselt Lehrerin Wilma Fundis nach den Ferien nach Gemmingen an die Gemeinschaftsschule. Gemischte Gefühle habe sie jetzt, wo die weiterführende Schule in Kirchardt endet. 

"Die Neuntklässler waren im Kollegium geschätzt“, lobt sie den Jahrgang. Beispielsweise seien sie immer für die Grundschüler dagewesen. "Es macht mich stolz, die Neuner führen zu dürfen.“ Zugleich empfinde sie Wehmut, weil an der Birkenbachschule "hervorragende Arbeit“ geleistet worden sei.

Die Gemeinde Kirchardt wollte den Standort zur Gemeinschaftsschule weiterentwickeln, das Land lehnte aber den Antrag ab. Der Ort sprach sich dann dafür aus, nur noch eine Grundschule zu haben. Den Birkenbachschülern standen alle Wege offen, das weiß auch Lehrerin Claudia Wanner. In Sinsheim würden gerade drei Ehemalige das Abitur machen.

 

 

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