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Speed-Dating anderer Art

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Zu einem Political Speed-Dating mit Kommunalpolitikern hatte das Jugendhaus Brackenheim geladen, doch nur vier Jugendliche und eine zehnjährige Schülerin haben sich aus diesem Anlass ins Epizentrum in der Alten Post getraut

Jungwähler aufklären

"Wir sehen es als eine unserer Aufgaben an, jungen Menschen Politik nahezubringen“, sagt Jugendhausleiter Manuel Lorenz, der seit vier Jahren die Einrichtung leitet. Gemeinsam mit Anna-Maria Zouhar und Marie Graef von der Landeszentrale für politische Bildung hat er den Nachmittag vorbereitet. Gerade vor der Kommunalwahl sei ein solches Podium wichtig: Bereits 16-Jährige dürfen zur Wahl und damit mitbestimmen, wer in den Gemeinderat darf.

Hanna ist 15 und besucht regelmäßig das Jugendhaus, ihre Freundin Edonita ist 13. Beide kennen das Thema Wahlen aus dem Unterricht in der Schule. Die zehnjährige Emilia weiß, dass es noch eine Weile dauert, bis sie wählen darf. Doch sie möchte die Politiker fragen, was sie in der Stadt Brackenheim verändern wollen.

Zukunft mitgestalten

Alle Fraktionen, die im Brackenheimer Stadtrat vertreten sind oder in das Gremium wollen, durften zwei Kandidaten zum Political Speed-Dating schicken. Die Liste 21 setzt auf Rechtsanwältin Brigitte Hentschke, die seit 1999 im Stadtrat sitzt, und die 19-jährige Dilara Schilling, die im vergangenen Jahr ihr Abitur in Brackenheim abgelegt hat und derzeit eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert.

Umweltthemen und Nachhaltigkeit liegen der jungen Frau am Herzen, sie weiß, dass man vor Ort etwas ändern kann. "Die Friday-for-Future-Bewegung zeigt, dass junge Leute ihre Themen einfordern und dafür auf die Straße gehen. Wir haben vier Kandidatinnen unter 20 Jahren auf unserer Liste 21“, erklärt Brigitte Hentschke.

Die Grünen sitzen derzeit nicht im Brackenheimer Gremium, doch sie würden künftig gern mitbestimmen, sagt Kreisrat Jürgen Winkler. Das Thema Zabergäubahn liegt dem Biolandwirt besonders am Herzen: "Das Thema Mobilität ist für Jugendliche sehr interessant“, weiß sein Parteifreund Thomas Keller. Und tatsächlich, die Fragen der Teenager an den Tischen drehen sich um fehlende Busverbindungen am Wochenende oder den Mangel an direkten Verbindungen zwischen den einzelnen Teilorten.

Umsetzung

Auch der SPD-Ortsverband setzt auf das Thema Mobilität, Josephine Rauner-Schläger und Michael Buyer wissen, dass es Zeit benötigt, manches auf den Weg zu bringen. Freies WLAN in der ganzen Stadt zuzulassen sei nicht so einfach.

Daniel Heil und Sebastian Löbich vom CDU-Ortverband möchten ebenso, dass sich im Nahverkehr einiges verbessert. Anja Mannsperger und Carola Walser von FDP beziehungsweise FWB (Freie Wähler Brackenheim) finden es schade, dass es in Brackenheim keinen Jugendgemeinderat gibt. Nach zehn Minuten ist Schluss mit einer Fragerunde, dann wechseln die Jugendlichen an den nächsten Tisch, um herauszufinden, welche Position eine andere Gruppierung vertritt.

 

 

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