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Melodien von Mühlbach nach New York

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Vom Wohnzimmer in Mühlbach in den Hip-Hop-Himmel nach New York: Diesen gewaltigen Sprung hat vor rund zwei Wochen Ümer Ucar geschafft. Der gebürtige Osnabrücker, der im vergangenen Jahr sein Abitur in Sinsheim abgelegt hat, unterschrieb einen Vertrag bei Johnny J, einem der erfolgreichsten Musikproduzenten in den USA. Die Freude über den Coup ist dem 21-Jährigen anzusehen. 

Musiktheorie in den Kinderschuhen

Hip-Hop ist das Leben von Ömer Ucar. Vor rund eineinhalb Jahren begann er, im heimischen Wohnzimmer auf dem E-Piano Melodien zu komponieren. "Ich bin schon seit meiner Kindheit musikorientiert", erzählt der junge Mann. "Ich saß viel am Computer und irgendwann wurden die Spiele langweilig." Also begann Ucar, am Computer erste Melodien zu komponieren. "Ich bin Autodidakt und umgehe viele Schritte", gibt er zu. "Die Musiktheorie steckt bei mir in den Kinderschuhen, ich mache sehr viel über das Gehör." Das ist inzwischen geschult, wie Pablo, so sein Spitzname, stolz erzählt. "Ich hatte wenig Talent und durch Viva und MTV meine Liebe zur Musik entdeckt. Langsam bekam ich ein Gespür für die Töne." Als radiotauglichen Hip-Hop beschreibt er seinen Stil. "Manchmal mache ich auch Pop, wenn ich einen Auftrag bekomme."

Nach dem Abitur stellte sich für Ömer Ucar die Zukunftsfrage. "Studieren wollte ich nicht, deshalb habe ich mich für die Musik entschieden." Mit Erfolg: "Vor einigen Wochen habe ich Ronny J auf Instagram angeschrieben und er war zur richtigen Zeit am Handy und hat meine Nachricht gelesen." Ucar schickt der amerikanischen Produzentengröße eine Melodie über den großen Teich. "Als ich am nächsten Tag in Sinsheim im Supermarkt war, hat er sich gemeldet und wollte binnen 30 Minuten fünf, sechs Melodien ."
Ucar reagierte schnell und machte sich an die Arbeit. "Die Melodien waren grottenschlecht", gibt er zu, "doch Ronny J haben sie gefallen und am nächsten Tag kam eine E-Mail, dass er mich unter Vertrag nehmen möchte". Ucar konnte sein Glück kaum fassen: "Ich habe die Mail zweimal gelesen und zugesagt."

Noch am gleichen Tag kam der Vertrag per E-Mail.
Nun erhält Ucar von Ronny J regelmäßig Anweisungen, für welchen Künstler er eine Melodie komponieren soll. "Vorgegeben ist die Richtung und die Taktanzahl", erzählt er, "dann habe ich zwei, drei Tage Zeit". Ucar weiß: "Melodien , wie ich sie mache, sind in Produzentenkreisen momentan sehr gefragt." So habe ihn seine Unterschrift unter die Top Ten der Deutschen Produzenten gebracht. Er bekomme auch Anfragen von anderen Produzenten

Träume

Vielleicht, so hofft Ucar, ergibt sich in Zukunft auch die Möglichkeit, für Rapper Kanye West Melodien zu kreieren: "Kanye ist mein Allzeitvorbild und es wäre ein Traum, für ihn oder auch Travis Scott zu arbeiten, das strebe ich an." Daneben wünscht sich Ucar, "dass ich mal längere Zeit in den Staaten verbringen und mit Künstlern im Studio arbeiten kann."

 

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