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Tempo 30 bleibt ein Wunsch

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Die Biberacher wollten mit Fragen und Kritik zu ihrem Stadtteil gar nicht mehr aufhören. Rund 70 Minuten löcherten die Bürger auf der Bürgerversammlung der Stadt Heilbronn jetzt Bürgermeister und Amtsleiter mit größeren und kleineren Problemen. Dass die Biberacher doch "allen Grund zur Glückseligkeit" hätten, wie Oberbürgermeister Harry Mergel eingangs sagte, schien sich nicht zu bestätigen. Viele Sorgen und Nöte schälten sich am Montagabend in der Böllingertalhalle heraus. 

Wortmeldungen

Im Zentrum der Bürgerfragen: der Verkehr im Stadtteil. Viele Wortmeldungen gab es zur Hahnenäckerstraße, in der nach Anwohner-Sicht zu oft zu schnell gefahren wird. Gerade mit Blick auf die Lidl-Ansiedlung in Bad Wimpfen, wenn viele Mitarbeiter hier durchfahren werden, solle man Tempo 30 umsetzen. Warum dies in der Hauptstraße in Kirchhausen gehe und hier nicht, fragten einige Bürger. Christiane Ehrhardt, Leiterin im Amt für Straßenwesen, verwies auf rechtlich notwendige Gründe für Tempo 30 auf Hauptstraßen. Die Lärmwerte reichten laut dem Lärmaktionsplan in der Straße nicht aus; und bei regelmäßigen Tempomessungen habe es eine niedrige Beanstandungsquote von 3,3 Prozent gegeben. "Ihre Erhebungen stimmen nicht mit der Realität überein", entgegnete Anwohnerin Christel Kowalkowski. 

Dass man mit Blick auf die Lidl-Ansiedlung am Ortseingang etwas tun wolle, versicherte Ehrhard. Man habe die Zunahme der Kraftfahrzeuge im Blick. Entweder einen Kreisverkehr oder eine Pförtnerampel "behalten wir im Blick".

Ob 680, über 1000 oder doch über 2000 Fahrzeuge pro Tag nach dem Bezug der neuen Lidl-Zentrale zusätzlich durch Biberach fahren werden, hinterfragte Harald Gurr. Er misstraut den Gutachter-Zahlen.

Lauter als vorher

Nächstes Verkehrsproblem: Anwohner nahe der Autobahn kritisieren, dass es nach dem Bau der Lärmschutzwand auf der A 6 bei sechs Fahrspuren nun "lauter als zuvor" sei. "Ist die Wand zu kurz gebaut?", fragte ein Bürger. Bürgermeister Wilfried Hajek bat um Geduld, dass man den kompletten Ausbau der Autobahn abwarten solle. Auf der einen Seite sei schließlich noch kein lärmmindernder Asphalt aufgebracht. Hajek stellte klar: Festgelegte Lärmschutzwerte "müssen eingehalten werden". 

Schlaglöcher in Straßen, eine Baustelle, auf der sich seit Wochen nichts tut, eine gewünschte Buslinie nach Bad Wimpfen, die Anregung, die Radroute Nord nicht über die vielbefahrene Hahnenäckerstraße zu führen, oder die Forderung, öfter Geschwindigkeitstafeln aufzustellen: Es gab viele Themen. Für die staulastige Kreuzung von Biberach auf die B 39 bei Kirchhausen stellte Amtsleiterin Ehrhardt fest, dass das Regierungspräsidium eine Ampelanlage statt eines Kreisverkehrs bevorzuge. Die Stadt müsste die Ampel bezahlen.
Spielplätze in einem desolaten Zustand, ein kaputter Zaun um den Hartplatz für Sportler kamen ebenso zur Sprache. Die Stadt sagte eine Prüfung zu. Für das lange ersehnte Neubaugebiet Mühlberg/Finkenberg stellte Oberbürgermeister Harry Mergel einen Baubeginn für 2022 in Aussicht. "Können sich die Biberacher darauf verlassen?", hakte Siegfried Dodenhöft nach. Mergel: "Wir tun alles, dass wir dieses Ziel erreichen."

Nach dem von Roswitha Keicher moderierten Fragen-Marathon ließ der Oberbürgermeister die Veranstaltung mit schönen Buga- und Heilbronn-Bildern ausklingen. "Es gibt heute keine einfachen Lösungen mehr", sagte er. Die Verwaltung wolle dafür sorgen, dass Biberach "der schönste Stadtteil in Heilbronn bleibt". Augenzwinkernd fügte Mergel hinzu, dies werde er nun in jedem Stadtteil sagen.

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