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Das wurde aus den Sinsheimer Hai-Plänen

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Lange war es als das nächste große Sinsheimer Touristenattraktion gehandelt, längst sind die Ideengeber von Shark City nach Pfungstadt weitergezogen. In Südhessen soll das im Kraichgau gescheiterte Hai-Aquarium zum Erfolg werden. Die Stadtspitze ist begeistert, Tierschützer protestieren, und der Zeitplan verzögert sich.

Zeitplan fest

Rund 150 Haie, mehrere Hunderttausend Besucher im Jahr, eine Investition von rund 20 Millionen Euro: Es sind große Pläne, die in einem Gewerbegebiet der 25.000-Einwohner-Stadt zwischen Heidelberg und Darmstadt Realität werden sollen. Nur wann, das ist weiter offen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich ein genauer Zeitplan nicht verbindlich festlegen", sagt Thomas Walter, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft The Seven Seas Aquarium, auf Nachfrage. Eigentlich sollte das vermutlich größte Hai-Aquarium Europas 2019 eröffnen, jetzt ist von 2021 die Rede.

Rückblick ohne großes Bedauern

In Sinsheim erlitt das Projekt 2017 Schiffbruch. An der Neulandstraße wollten die Shark-City-Initiatoren ihr Projekt verwirklichen. Letztlich gab es unterschiedliche Auffassungen, ob es dort überhaupt gebaut werden darf. Laut Sinsheimer Rathaus sprach der Bebauungsplan dagegen, die Aquariumsmacher sahen das anders, suchten sich aber letztlich einen neuen Standort. Bei Jörg Albrecht hält sich das Bedauern in Grenzen. "Wir waren da eher emotionslos unterwegs", berichtet Sinsheims Oberbürgermeister im Rückblick.

Emotional war die Debatte auf martialischen Flugblättern, in Leserbriefen und Internetforen verlaufen. Tierschützer machten mobil gegen des Sinsheimer Projekt, mehrere Verbände protestierten. Die Geschichte wiederholt sich in Pfungstadt. Gegner haben Tausende Unterschriften gesammelt, die Organisation Peta spricht von einem "Hai-Gefängnis". Die Initiative Sharkproject, die schon in Sinsheim aktiv war, wirft den Betreibern vor, es gehe "in erster Linie um kommerzielle Interessen".

Pfungstadter Stadtspitze begeistert

Ein Bürgerbegehren scheiterte jedoch in der Pfungstadter Stadtverordnetenversammlung, die geschlossen hinter Shark City steht. "Ich würde das wieder so machen", betont der dortige Bürgermeister Patrick Koch gegenüber der Kraichgau Stimme. "Ich gehe davon aus, dass nächstes Jahr die Bagger rollen." Für seine Stadt sieht er einen großen Werbeeffekt, so zeigten etwa Hotelbetreiber Interesse. Manche der Bedenken bezeichnet der Bürgermeister als "Horrorszenarien". Die Initiatoren selbst sind bemüht, auf ihrer Internetseite umfassender zu informieren, als das in Sinsheim der Fall war.

Sie schreiben, alle Tierschutzstandards würden erfüllt und nur solche Arten gezeigt, die für Aquarien geeignet seien. Hochseefische wie der Weiße Hai oder Walhaie seien außen vor. Der renommierte Hai-Experte Dr. Erich Ritter hat die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen - wie auch schon in Sinsheim.

Gelände an der Neulandstraße liegt brach

Dort liegt das Gelände an der Neulandstraße weiter brach. Man habe keine Eile, sagt Lorenz Glück von der Layher Liegenschaften GmbH, der das Grundstück gehört. "Es gibt immer mal wieder Anfragen, aber nichts Konkretes." Dem Hai-Projekt trauert Glück nicht hinterher, ist gleichwohl überzeugt: "Das wäre eine gute Sache für Sinsheim gewesen."

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