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Aufbruchstimmung im Südviertel

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Es tut sich was im Südbahnhof-Quartier. Vor rund zwei Jahren hat die Heilbronner Stadtverwaltung in dem Viertel den Prozess "Quartier 2020" in Gang gesetzt, der zum Ziel hatte, einen "lebendigen sozialen Raum" zu schaffen und bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Kurz gesagt: Es geht um ein besseres Miteinander in der Nachbarschaft. Obwohl das Projekt quasi von oben – der Stadtverwaltung – nach unten – zu den Bürgern – angestoßen wurde, war die Idee bisher schon ziemlich ansteckend. Aufbruchstimmung greift um sich. Das wurde am Montagabend in der Außenstelle der Landes-Bau-Genossenschaft in der Charlottenstraße deutlich, wo sich viele Akteure trafen, um sich weiter zu vernetzen und ihre Initiativen vorzustellen. 

Treffpunkt

Die Landes-Bau-Genossenschaft (LBG) springt jetzt mit auf den Zug im Südbahnhof-Areal. Wie LBG-Chef Josef Vogel erklärte, wolle die Genossenschaft in den Räumen ihrer Außenstelle eine Nachbarschaftsstätte aufbauen. Die Räume sollen umgebaut werden und für eine "gemeinsame Nutzung zur Verfügung gestellt werden". Die LBG nennt ihr Vorhaben "Lebendige Nachbarschaft". Das Konzept passt offenbar prima zur Geschäftsphilosophie der Genossenschaft, für die "Wohnungen ein Sozialgut sind und kein Wirtschaftsgut", so Josef Vogel. Was sich im Südviertel entwickle, sei eine "tolle Sache". 

In der neuen Adresse wird auch das Seniorenbüro heimisch, kündigte deren Vorsitzender Wolfgang Arndt an. Der Verein müsse aus seinem bisherigen Domizil in der Cäcilienstraße ausziehen, brauche darum neue Räume. Zu dem bisherigen ohnehin schon breiten Aufgabenspektrum wolle das Seniorenbüro nun auch die "Quartiersarbeit" hinzufügen, berichtete Arndt. Der Verein sei eine Anlaufstelle für viele Begegnungen, wolle „Keimzelle für Vernetzungen“ werden, sei für Neues offen.

Philip Kionka ist eine Art Tausendsassa, der im Viertel lebt, und sich schon lange – unabhängig von offizieller Seite – für mehr Miteinander im Karree einsetzt. Der Mitbegründer des Heilbronner Hanix-Magazins ist leidenschaftlicher Kontaktverknüpfer, der "viele kleine Dinge bewegt, die das Leben besser machen". Zu Kionkas Graswurzelarbeit gehörten unter anderem die Aktionen "Beet sucht Freund", die Gestaltung von Häuserwänden durch Künstlerhand und "Tisch raus", als viele Nachbarn unlängst spontan draußen zusammenkamen, um zu essen und zu feiern.

Mit im Boot sind auch die Aktivisten von "Food sharing Heilbronn". Die Initiative will Lebensmittel retten, hat schon 352 Mitglieder in Heilbronn, die bereits 216 Tonnen Ware gratis verteilt haben – über private Bringdienste und Verteilzentren. Die ausgemusterten Lebensmittel erhält Foodsharing täglich unter anderem vom Ueltzhöfer-Edeka-Markt in der Charlottenstraße.

Buntes Sofa

Ab 15. Oktober ist Heidi Käss mit ihrem "Bunten Sofa" am Start. Sie betreibt schon lange eine Töpferei in der Jägerhausstraße und nutzt nun Räume in dem Wohnprojekt "Buntes Wohnen" gegenüber dem Familienzentrum Arkus. Hier wird sie ein Mitmachprogramm anbieten. Im Arkus-Familienzentrum möchte sich ein Themencafé etablieren, berichtete Organisator Ulrich Greiner, "das sich vorrangig an ältere Menschen als Treffpunkt" richtet. Los geht es am Montag, 21. Oktober, 14 Uhr

Auch der Tauschring möchte sich im Südviertel einbringen, wie dessenen Vorsitzender Dieter Ernst ankündigte. "Wir können in Verbindung mit dem Seniorenbüro eine gute Rolle spielen", sagte er. Ab Mitte 2020 stellt die Stadtverwaltung zudem einen Garten hinter dem Edeka-Markt zur Verfügung, den die Südviertelbewohner gemeinsam beackern können.
 

 

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