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Was passiert mit der Inselspitze?

Übersicht

Die große Schau ist zu Ende. Sie wird noch lange nachhallen: vornehmlich an den Ufern des Neckars, auf dem ehemaligen Buga-Areal im neuen Stadtteil Neckarbogen, aber auch in der Heilbronner Innenstadt, zum Beispiel auf der Inselspitze , einer beliebten Drehscheibe der neuen Stadt am Fluss. Vor wenigen Wochen klang dort im Atelier unterhalb der Friedrich-Ebert-Brücke eine Ausstellung mit Architektur-Modellen des Künstlers Thomas Schütte aus. Während sein knallrotes "One Man House" noch unübersehbar auf der fünf Ar großen Inselspitze thront, zeigen Denkmalpfleger Dr. Joachim Hennze und Fotograf Bernhard Lattner im verglasten Brückenbauch noch bis 3. November Bilder aus ihrem neuen Band "Heilbronner Architektur des 21. Jahrhunderts". 

Winterruhe

Wie der reizvolle Flecken inmitten des Altneckars danach genutzt wird, ist derzeit noch offen. "Wir sind aufgeschlossen für alles, was passt", sagt Oberbürgermeister Harry Mergel auf Stimme- Anfrage. Mit der Entscheidungsfindung könne man sich Zeit lassen, da sich der nicht isolierte und nicht geheizte Raum winters seiner Meinung nach sowieso nicht zur Nutzung eigne. Innerhalb der Stadtverwaltung sei die Ideensammlung bereits angelaufen. 

Drehscheibe

OB Mergel und Karin Schüttler vom Schul-, Kultur- und Sportamt sprechen vorsichtig von einem "multifunktionalen Ort der Begegnung und Kommunikation", der sich hervorragend für Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Vorträge, Diskussionsrunden oder etwa Workshops eigne: so wie bis zum Oktober 2018, als sich unter dem Titel "Aufbruch Heilbronn. Knotenpunkt Inselspitze" bei 125 Veranstaltungen und einer Dauerausstellung alles um das Leben, die Kultur und vor allem um die Entwicklung der Stadt drehte – und fast schon so etwas wie das spätere Buga-Feeling aufkam. Selbst Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch schwärmte damals von einem "magischen Ort zum Eintauchen in ein Wunderland von Geist, Muse, Kommunikation, Information – oder einfach nur zum Abhängen". Der Chef des Zukunftsfonds Heilbronn, Tom Villinger, nannte den Ort "sensationell cool". Buga-Chef Hanspeter Faas brachte ihn so auf den Punkt: "Echt spannend und innovativ, toll." 

Die exponierte Inselspitze ist für viele einer der reizvollsten Flecken der City. Neben der fünf Ar großen Freifläche mit zwei, drei Stufen zum Altneckar wurde 1996 beim 19 Millionen Mark teuren Neubau unter der Friedrich-Ebert-Brücke ein verglaster, 313 Quadratmeter großer Raum eingerichtet. Die Stadt vermietete ihn zunächst im Fünf-Jahres-Rhythmus an die Galerie Rieker

Knotenpunkt

Nach dem plötzlichen Tod des Galeristen Manfred Rieker und wegen des im Juli 2016 endenden Mietvertrags suchte die Stadt bereits vor vier Jahren einen Nachmieter. Auf eine Ausschreibung hin meldeten sich vier Interessenten. Zunächst zwei einheimische Gastronomen sowie ein gut vernetztes Trio um Philipp Kionka, das unter dem Titel "Projekt Galerie Inselspitze" eine Art Knotenpunkt für die freie Kunstszene installieren wollte und darüberhinaus einen länderübergreifenden freien Wissens- und Kulturaustausch. Den Zuschlag bekam damals allerdings die Ausstellung zur Stadtentwicklung, inklusive Buga-Plänen. Nun wird erneut ein Nachmieter gesucht. Mergel betont, "wir werden alles, was attraktiv ist und passt, prüfen". Bei der Stimme haben bereits Studenten der Hochschule Heilbronn angeklopft. Wir stellen ihre Idee in einer der nächsten Ausgaben vor. 

 

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