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Stadtbahn-Ausbau kommt doch in die Gänge

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Es ist ein Projekt, das die Pünktlichkeit der S4-Stadtbahnen auf der Strecke Schwaigern-Heilbronn-Öhringen spürbar verbessern kann. Lange Zeit stockte das wichtige Vorhaben, die 3,2 Kilometer lange eingleisige Strecke zwischen Leingarten und Schwaigern auf zwei Gleise auszubauen. 

Baustart

Vor gut einem Jahr zeigten die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG), das Landratsamt, Anrainer-Kommunen und das Verkehrsministerium jeweils mit dem Finger auf die anderen, die sich bewegen müssten. Jetzt keimt Hoffnung. Alle Rathauschefs der fünf beteiligten Kommunen entlang der zugehörigen Strecke signalisierten, dass die Gemeinderäte in den kommenden Wochen über die Frage der Bau- und Finanzierungsvereinbarung entscheiden werden (siehe Text unten). Das Mitmachen der Kommunen ist Voraussetzung, damit das Projekt ins Rollen kommt und dann auch Landesmittel fließen. "Die Entwürfe sind fertiggestellt. Alle kommunalen Partner arbeiten mit Hochdruck", sagte Manfred Körner für das federführende Landratsamt auf Stimme -Anfrage. 

Eine Prognose, wann Baustart sein kann, wagt Körner nicht. Erst wenn alle Vereinbarungen vorliegen und der Umfang der Arbeiten feststeht, könne man mehr sagen.
Für Pendler kann der Ausbau ein großer Gewinn werden. Zumindest die Stadtbahnen, die zwischen Schwaigern, Heilbronn und Öhringen pendeln, wären dann durchgängig auf zwei Gleisen unterwegs. Es entfiele die Warterei zum Beispiel in Leingarten-West oder Schwaigern, um verspätete Stadtbahnen erst mal über das eine Gleis rollen zu lassen. Das kann mitunter gleich eine Verspätung von weiteren vier, fünf Minuten verursachen.

Finanzschlüssel

Drei Kilometer Ausbau können da viel bewirken: Immerhin fahren diese Stadtbahnen in der Regel zweimal pro Stunde. Bei Zügen, die über Eppingen bis Karlsruhe weiterfahren und wieder retour kommen, bringt der Lückenschluss nur auf den drei Kilometern Verbesserungen. Die Strecke bis Karlsruhe ist ohnehin weitgehend eingleisig und bleibt damit vorerst ein langes Nadelöhr

Eppingen, Gemmingen, Schwaigern, Leingarten, die Stadt Heilbronn und der Landkreis sind Projektpartner und müssen sich an den Ausbaukosten der 3,2-Kilometer-Strecke beteiligen – weil die Trasse damals in den 1990er Jahren in dem Bereich gebaut wurde und jede beteiligte Kommune auch bei Ausbauplänen mit im Boot ist. Je nach Kilometer Gleislänge in der Gemeinde gibt es da einen Finanzschlüssel.

Gleichzeitig mit dem Ausbau soll auch ein künftiger, verbesserter Fahrplan auf der Route Karlsruhe-Heilbronn-Weinsberg für die nächsten zehn Jahre umgesetzt werden. Ursprünglich wollte die AVG die ausgebaute Trasse zwischen Leingarten und Schwaigern 2022, parallel zu einem neuen Fahrplan, in Betrieb nehmen. Das ist kaum noch haltbar, alles verzögert sich wohl um ein Jahr. Die AVG hat die Gesamtkosten für den Ausbau auf Anfrage mit etwa 15 bis 20 Millionen geschätzt. Das Landesverkehrsministerium stellte fest, grundsätzlich sei ein Zuschuss von bis zu 50 Prozent vom Land möglich, unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zu 75 Prozent. Bisher liege noch kein Zuschussantrag vor. Das Projekt sei aber angemeldet und vom Ministerium in die Kategorie C ("nachrichtlich") aufgenommen worden.

Breiterer Damm

Das Verbreitern des Dammes, der Neubau des zweiten Gleises samt notwendiger Weichen, der Neubau von Oberleitung und Signaltechnik, das Anpassen der Bahnübergänge und ein zweiter Seitenbahnsteig in Schwaigern-Ost gehören nach Angaben der AVG zum Projekt. "Wir stehen mit der Planung in den Startlöchern und warten auf die Freigabe der Bau- und Finanzierungsvereinbarung", stellte AVG-Sprecher Nicolas Lutterbach fest. 
 

 

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