Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Ruckelfrei und leise surrend durch das Stadtgebiet

Übersicht

Wer im Stadtbus mit dem amtlichen Kennzeichen HN-VB-6019 sitzt, erlebt ein vollkommen neues, surrendes Fahrgefühl. Er ist Fahrgast im ersten Omnibus der Verkehrsbetriebe Heilbronn, der voll elektrisch angetrieben unterwegs ist. Gestern wurde das Modell vom Typ O 530 eCitaro vorgestellt. Bis zur Auslieferung vor wenigen Wochen fuhr ein Vorführwagen des Herstellers Mercedes-Benz auf den Buga-Pendellinien Theresienwiese, Wohlgelegen und Innenstadt. Diese Aufgabe übernimmt jetzt der neue E-Vorzeigebus. Nach der Bundesgartenschau ist er auf allen Linien im Stadtgebiet im Einsatz

"Wir wollen möglichst viele Erfahrungen mit den Potenzialen des E-Antriebs sammeln und in weitere Entscheidungen einfließen lassen", sagte bei der Präsentation auf dem Betriebsgelände an der Georg-Vogel-Straße Martin Diepgen. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke und Ersten Bürgermeister ist es wichtig, dass die Verkehrsbetriebe "so rasch wie möglich einen wesentlichen Beitrag zur Luftreinhaltung in der Stadt leisten".

Viele Fragen

Um diese Vorgabe zügig zu erreichen, müssen nach Meinung von Tilo Elser noch etliche Fragen zur künftigen Batterie- beziehungsweise Brennstoffzellentechnik beantwortet werden. "Sie müssen geklärt sein, um die nötigen Investitionen in Fahrzeuge und Betriebsanlagen abzusichern", betonte der Stadtwerke-Geschäftsführer und Chef der Verkehrsbetriebe

Zehn Batteriepacks

Investiert haben die Stadtwerke in das Fahrzeug inklusive Ladeinfrastruktur 600 000 Euro. Damit kostet der Akku-Bus mit seinen 94 Plätzen, davon 34 zum Sitzen, doppelt so viel wie ein Diesel-Bus. Angetrieben wird der Wagen von zehn Batteriepacks, die eine Leistung von 243 Kilowattstunden liefern. Sechs dieser Batterieschubladen befinden sich auf dem Dach. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 Stundenkilometern

"Die Wohlfühltemperatur der Batterien beträgt etwa 20 Grad. Das heißt, dass sie gekühlt oder gewärmt werden müssen", erklärte der stellvertretende Werkstattleiter Heiko Ziehl. Gebremst wird das Fahrzeug in erster Linie mit dem Motor. Erst am Schluss greifen die Bremsbeläge des zweiachsigen Fahrzeugs. "Mit der dabei frei werdenden Energie werden die Batterien zum Teil wieder geladen", beschrieb Tilo Elser eine wesentliche Funktionsweise. Ein Ladevorgang an der Säule dauert eine Stunde.
Von den 61 Stadtbussen sind 30 Fahrzeuge mit der Euro-6-Norm unterwegs. 28 Prozent werden noch in diesem Jahr nachgerüstet, der Rest bis 2022. "Das sind ausgezeichnete Fortschritte, um die Luft sauberer zu machen", freute sich Martin Diepgen über die Entwicklung im städtischen Klimaschutz.
 

 

Galerien

Regionale Events