Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Jugendaustausch mit Ungarn abgesagt

zurück zur Übersicht

Was haben Obersulm und Hercegkút auf jeden Fall gemeinsam? Der Weinbau hat im Sulmtal wie in dem rund 800 Einwohner zählenden ungarischen Dorf nahe der slowakischen Grenze Tradition. Seit 2002 befreundet, wurde 2006 die Partnerschaft offiziell vollzogen. Ein wichtiger Pfeiler der Freundschaft ist der Jugendaustausch. Dieser musste wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr ausfallen. 

Und auch der gemeinsame Besuch des Weinfestivals am Gombos-Berg, an dem jedes Jahr eine Delegation aus Obersulm teilnimmt, muss verschoben werden. Wenn man sich auch nicht persönlich treffen kann, die Kontakte zu den Ungarn sind dennoch nicht abgerissen, wie der dortige Bürgermeister Josef Rák der Heilbronner Stimme mitteilt. Die Informationen laufen über E-Mails. „Wir verfolgen die Entwicklung der Pandemie in Deutschland aus den Medien und von unseren Freunden in Obersulm“, schreibt der Bürgermeister. Er ist überzeugt, dass nach der Pandemie die Zusammenarbeit wieder so sein werde wie zuvor. 

Hoffnung auf Jugendaustausch 

Rák hofft, dass es bald wieder die Möglichkeit gibt, eine Veranstaltung zu organisieren, an der auch Gäste aus Obersulm teilnehmen können. Und natürlich sollen auch wieder Jugendliche in der ungarischen Partnerkommune empfangen werden. 

Auf die Frage, ob sich die Lage in Hercegkút wieder normalisiert habe, antwortete Rák im vergangenen Monat: „Ich würde diese Situation leider noch nicht als normal bezeichnen.“ Jeder habe weiterhin Angst, weil immer neue Infektionen in Ungarn und überall auf der Welt gemeldet würden. „Wir müssen also sehr vorsichtig sein und die Vorschriften weiterhin einhalten.“

Strenge Regeln 

In Ungarn gab es strenge Regeln, von denen Rák berichtet. „Wir konnten unsere Gemeinde nicht verlassen, nur diejenigen, die auch während der Pandemie arbeiteten.“ Wie in Deutschland so waren auch in Ungarn die Schulen und Kindergärten geschlossen. Das Bürgermeisteramt, das weiterhin geöffnet war, kümmerte sich um die alten Menschen, half beim Einkaufen, und verteilte Masken an die Bevölkerung.

Während die Schulen bis zu den Sommerferien nicht mehr geöffnet wurde, verhielt es sich beim Kindergarten anders. Da Bürgermeister die Entscheidungen in dieser Sache selber treffen konnten, wurde die Wiedereröffnung beschlossen. Zunächst war allerdings nur ein Bereitschaftsdienst für zehn Kinder möglich, inzwischen läuft der Betrieb wieder normal.

Regierung hat Situation gut gelöst 

Rák meint, dass die Regierung in seinem Land die Situation gut gelöst habe. Allerdings habe die Entscheidung, die Kraftfahrzeugsteuer nicht mehr bei den Kommunen zu belassen, viele von ihnen sehr getroffen. Von Tourismus könne man noch nicht reden, berichtet der Bürgermeister davon, dass dieser sehr stark nachgelassen habe. Manchmal kämen kleinere Gruppen, aber es seien wenige Menschen im Vergleich zu früher. 

Galerien

Regionale Events