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Baden in Bad Rappenau

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Pünktlich um kurz vor 10 laufen die letzten Badegäste durch das Drehkreuz am Ein- und Ausgang der Rappsodie. Das erste Zeitfenster ist beendet, jetzt hat das Freibad eine halbe Stunde geschlossen. In dieser Zeit werden Geländer, Toiletten und sogar die Mülleimer desinfiziert. Seit der Wiedereröffnung am 15. Juni dürfen maximal 300 Menschen auf einmal auf das weitläufige Gelände, in der zweistündigen Früh- und Spätschicht sogar nur 150. Anmeldungen sind fast nur über die Website der Rappsodie möglich. 

Nur mit Online-Ticket geht's rein 

Das laufe bisher ganz gut, erzählt Vicki Kunze, die an diesem Vormittag an der Kasse sitzt. „Aber viele kommen auch ohne Online-Ticket“, sagt sie. Die müsse sie dann oft wieder nach Hause schicken, weil das Kontingent bereits ausgeschöpft sei.

Für das Zeitfenster zwischen 10.30 und 17.30 Uhr stehen 40 Karten zur Verfügung, die telefonisch bestellt werden können. Doch bei dem heißen Wetter der vergangenen Tage seien die schnell weg, sagt Timo Künzel. Der Betriebsleiter ist sich bewusst, dass die Reservierungen für manche Gäste nicht besonders angenehm seien. „Aber so wollen wir lange Schlangen vermeiden, die entstehen, wenn man erstmal zahlen muss.“ 

Einige Bad Rappenauer hatten moniert, dass sie nur über den Onlinebezahldienst Pay Pal an die Tickets kommen. „Das ist vielen nicht vertraut, das verstehe ich“, sagt Künzel. Allerdings könne man die Einstellungen bei Pay Pal ändern und so über die Kreditkarte oder direkt über das eigene Konto den Betrag abbuchen lassen.

Abstand wird eingehalten

Schlangen bilden sich übrigens trotz aller Maßnahmen, denn gerade die zwei kurzen Blöcke sind mit zwei Stunden Badespaß knapp bemessen. Die Besucher möchten so schnell wie möglich in die Becken springen und stehen pünktlich vor dem Eingang. Abstand werde aber meistens gehalten, sagt Künzel. Auch Masken werden getragen.

Aufs Rutschen müssen die Besucher in diesem Sommer allerdings verzichten. Im Gegensatz zu anderen Bädern bleiben diese und andere Anlagen wie die Startblöcke weiterhin gesperrt. „Das Becken ist ein Schwimmerbecken“, erklärt Künzel. „Wenn wir die Rutschen öffnen, müssten wir es zum Nichtschwimmerbecken machen.“ Würden die Rutschen allerdings in einen extra Bereich führen, wäre eine Öffnung möglich. Doch so einen Bereich gibt es in Bad Rappenau nicht. Auch einfach mal am Rand entspannen und nur die Beine im Wasser bewegen, ist zumindest im Bereich der 50-Meter-Bahn nicht möglich. Darauf werden die Besucher freundlich aufmerksam gemacht.

Öffnung schafft Verluste 

Mit den Maßnahmen halten sich die Mitarbeiter der Rappsodie an die offiziellen Verordnungen des Landes. Und die meisten Gäste kämen gut damit klar, sagt Teamleiterin Daniela Finder. „Sie finden es gut, dass wir so strikt sind, fühlen sich sicher und gut aufgehoben.“ Durch weniger Besucher sei natürlich auch die Privatsphäre gestiegen, Schwimmer können in Ruhe ihre Bahnen ziehen. 

Wirtschaftlich ist die Öffnung allerdings ein Verlust. Schon zu normalen Sommern müssen die meisten Gemeinden, die ein Freibad betreiben, Geld zuschießen. In diesem Jahr verschärft sich die Lage nochmals. „Wir haben bisher nur ein Viertel der normalen Ticketverkäufe erreicht“, erklärt Künzel. Trotzdem hält die Stadt an der Regelung fest. Damit soll die Sicherheit der Menschen garantiert werden.

Wenn das Wetter mitspielt, denkt Oberbürgermeister Sebastian Frei über eine verlängerte Öffnung über den 15. September nach. Timo Künzel und sein Team würde es auf jeden Fall freuen.

Öffnungszeiten

Wer die Rappsodie besuchen möchte, kann das in einem der drei Zeitfenster tun. Zwischen 8 und 10 Uhr sowie zwischen 18 und 20 Uhr kann man zwei Stunden schwimmen, von 10.30 bis 17.30 Uhr insgesamt sieben Stunden. Besonders in der Mittagsschicht kann es passieren, dass nicht alle Besucher sofort ins Becken dürfen. Auch das sehen die Verordnungen des Landes vor. Trotzdem reagieren laut Timo Künzel die
meisten mit Verständnis. „Und dafür muss man auch mal Danke sagen“, so der Betriebsleiter.

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