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Auch mal etwas Verbotenes tun – mit Genehmigung

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Sie haben sich im Pausenhof der Lindenparkschule versammelt und machen den Anschein, als würden sie unter dem Coronavirus leiden. Ungefähr 20 Schüler stehen beisammen und tragen Atemmasken. Es ist aber ganz harmlos. Und die Schüler werden höchstens mit dem Virus „Kunstbegeisterung“ angesteckt. Graffiti-Künstler Oliver Lung aus Lauffen ist heute da, erklärt ihnen alles Wichtige – dann lässt er sie selbst machen. 

Aus sich rausgehen

Mirijam Susica (16) aus Abstatt ist begeistert dabei. Sie schüttelt die Spraydosen, sprüht, schüttelt, sprüht. „Ich kann da einfach aus mir raus“, erklärt sie ihre Begeisterung für die Sache. „Du kannst dir zwar vorher überlegen, wie soll das Bild aussehen – aber am Ende ist es doch ganz anders.“ Die Schüler von Lehrerin Pamela Ostertag sprühen auf DinA3 große Vorlagen. Am nächsten Tag werden alle Werke zusammen auf Rigipsplatten geklebt und ausgestellt. 

Pamela Ostertag ist immer offen für ungewöhnliche Kunstprojekte. Sie möchte damit genau das erreichen, was Mirijam Susica soeben angesprochen hat: Dass die Schüler aus sich rausgehen können. Das sei oft nicht leicht für die Schüler im Abschlussjahr, schildert Ostertag.

"Das Illegale ist legal"

Mit der Graffiti-Aktion aber hat sie definitiv ihr Ziel erreicht. Manche Schüler sprechen schon davon, dass sie ihre Werke ja schnellstmöglich auf Instagram posten werden. Um sich ein paar Likes zu holen. Die Faszination für Graffiti auf dem Schulhof ist aus der Sicht von Sprayart-Künstler Oliver Lung recht leicht zu erklären. Es sei „das Illegale legal“. Das Motto des schulischen Kunstprojekts ist „Goodbye School, Hello World“, und dementsprechend oft sprühen die Schüler auch Galaxien mit großen, bunten Erdkugeln. Nach der Schule steht ihnen die Welt offen. Grelles Pink und Lila wird auch gern verwendet. 

Der Duft von Sprühfarbe liegt an den Tischtennisplatten in der Luft. Überall stehen die Dosen und es macht diese klackernden Geräusche beim Spraydosen-Schütteln. „Warum soll ich darüber nachdenken, was ich sprühe“, sagt ein Schüler, „dass geht doch von alleine. Und so einfach.“ Auch Schulleiterin Christiane Stöppler schaut sich an, was die jungen Künstler an der Schule für Kinder und Jugendliche mit Hör- und Sprachbehinderungen da so machen. Sie freut sich mit, obwohl es außergewöhnlich kalt ist an diesem Tag. 

Wollt ihr noch mal ein Bild sprühen? Fragt Graffit-Meister Oliver Lung, der noch andere interessante Kunstprojekte anbietet (zum Beispiel für Erwachsene, Acrylmalen und Wein trinken, beides zeitgleich). Alle Schüler strecken überzeugt die Finger in die Höhe. Sieht man selten. Also noch mal Graffiti sprühen? Ja, klar.

 

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