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Nachwuchskräfte händeringend gesucht

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Rafael Rocha Betz, 15, strebt seinen Realschulabschluss an. Wie es danach weitergeht, weiß er noch nicht. Am Stand der Volksbank im Unterland (VBU) lässt er sich von Aylin Keser und Benita Herrmann über Ausbildungsmöglichkeiten beraten. Benita hatte schon früh ihr Ziel im Kopf: „Ich wollte schon immer Bankkauffrau werden und habe es durchgesetzt.“ Sie liebt den Kontakt mit Kunden. 

So wie Rafael nutzen sehr viele Jugendliche die Lehrstellenbörse in der Schwaigerner Frizhalle, wo sich seit vielen Jahren mehr als 30 lokale Unternehmen oder aus der nahen Umgebung präsentieren. Häufig sind an den Ständen junge Auszubildende dabei, die mit den fast gleichaltrigen Besuchern schnell in ein lockeres Gespräch kommen. Für Schwaigerns Bürgermeisterin Sabine Rotermund ist die Börse eine tolle Geschichte, sowohl für die jungen Leute als auch für die Ausbildungsbetriebe: „So lassen sich Synergien generieren.“ Veranstaltet wird sie vom Dialogkreis „Schule – Ausbildung – Arbeitswelt“ mit Vertretern des Handels- und Gewerbevereins, von Schulen, Banken, Firmen und Stadtverwaltung. 

Nachwuchs wird gesucht 

Gute Nachwuchskräfte werden überall händeringend gesucht. Dass sie vor allem im Handwerk Mangelware sind, weiß Erdem Kamsiz, zuständig für Personalwesen und Controlling bei der Firma Eisele, Blechbearbeitung, Schwaigern. Kaufmännische Berufe seien beliebter. Drei Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Gambia machen derzeit im Betrieb eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker: „Ich bin sehr froh, dass sie da sind. Ihr Interesse ist groß, sie sind lernwillig, motiviert.“ Auch sprachlich gebe es keine Probleme. „Alles, was gelb ist, ist von uns.“ Und gelb ist an dem Mercedes-Modell AMG-GT alles, was man auf den ersten Blick sieht. Thilo Röber, zuständig für die Ausbildung bei Thyssenkrupp Heilbronn, einem Zulieferer für die Automobilindustrie, könnte bei 60 Auszubildenden und 600 Bewerbern für 15 bis 17 Stellen und mit Festanstellung nach der Ausbildung eigentlich zufrieden sein. Doch die Zahlen seien rückläufig, die Jobmessen nicht mehr so gut besucht wie früher. Dabei bietet der Betrieb viele Berufsfelder für gute Hauptschüler wie Industriemechaniker oder Elektroniker.

Gut frequentiert ist der Stand der Bundespolizei. Felix Zabel, 14, hört sich mit seinem Vater an, was Polizeihauptkommissar Thomas Wagner erzählt. Und das ist eine Menge, mit hohem Unterhaltungswert. 1250 Euro netto ab dem ersten Arbeitstag, Pension mit 62 – das klingt verlockend. Doch Einstellungstests, körperliche Fitness, keine Ohrringe, keine Gewalt verherrlichenden Tattoos, nicht einmal einen Totenkopf und die Biene Maja höchstens versteckt unterm Ärmel, und viele weitere Anforderungen wollen gut überlegt sein.

Wie man sich richtig bewirbt, erklärt Andreas Wagner (VBU) in lockerer Sprache. Immer wieder fragt er nach, lässt die Schüler mitdenken und überrascht einige mit seinem „Hopp oder Top in fünf Sekunden.“ Schon bei der Begrüßung könne man alles vermasseln. Jana Ströbel, die noch das Abitur vor sich hat, ist überrascht, dass sie beim Bewerbungsgespräch selbst aktiv werden, Fragen stellen soll.  Am Glücksrad von jobstimme.de kann man nette Kleinigkeiten gewinnen. Auf große Resonanz stößt das Gewinnspiel der Veranstalter. Für sieben richtige Antworten zu Betrieben winkt ein iPhone 8, das Ariya Sisa-At am Ende strahlend entgegennimmt. 

 

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