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„Sabine“ verursacht viele Schäden

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Was nicht niet- und nagelfest war, drohte gestern von orkanartigen Böen fortgerissen zu werden. Das Sturmtief Sabine fegte über die Region hinweg. Die Feuerwehren waren nach eigenen Angaben auf das Unwetter eingestellt. Sie hatten tatsächlich alle Hände voll zu tun. Unterm Strich betrachtet, kamen die Menschen in Heilbronn und in der Region überwiegend glimpflich davon. Gegen 3.30 Uhr in der Nacht auf Montag nahm „Sabine“ Fahrt auf. Bäume stürzten auf Straßen, Äste brachen ab. In Bad Friedrichshall wurde das Flachdach eines Discounters so stark beschädigt, dass es in den Markt regnete. Baustellenabsperrungen, Verkehrszeichen, Dachplatten und Dixi-Toiletten flogen durch die Gegend und beschädigten oder gefährdeten Menschen und Fahrzeuge.

Ausfälle und Verspätungen 

Stadtbahnen und Regionalzüge fuhren bis zum Vormittag nicht mehr. Schritt für Schritt nahmen die Schienenbetreiber den Betrieb dann wieder auf. Dennoch kam es während des ganzen Tages zu Ausfällen und Verspätungen.
Bis zum Montagnachmittag zählte die Feuerwehr 29 Einsätze im Stadtgebiet Heilbronn. Im südlichen Landkreis rückten die Feuerwehren zu 67 Einsätzen und im nördlichen Landkreis zu 60 Einsätzen aus. Die Polizei wurde in der Stadt und im Landkreis Heilbronn 50 Mal zu Hilfe gerufen sowie 25 Mal im Hohenlohekreis. Feuerwehren und Mitarbeiter von Straßenmeistereien sowie Bauhöfen waren lange mit dem Aufräumen beschäftigt.

Schwerer Unfall

Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich gegen 6.30 Uhr bei Eppingen. Ein 59-Jähriger fuhr mit einem Lkw-Muldenkipper aus Richtung des Stadtteils Richen nach Eppingen. Ein 250 Kilogramm schwerer Deckel einer Abrollmulde wurde durch eine heftige Windbö von der Ladefläche katapultiert und prallte auf das Dach eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Dessen 49-jähriger Fahrer erlitt schwerste Verletzungen. Auf der A 81 war um 7 Uhr ein Sattelzug in Richtung Heilbronn unterwegs. Auf der Jagsttalbrücke bei Widdern wurde der Lkw von einer Sturmbö erfasst. Das Fahrzeug stürzte so um, dass beide Fahrstreifen und die Standspur blockiert waren. Es kam noch zu sechs weiteren Unfällen, bei denen niemand verletzt wurde. 

Spitzengeschwindigkeiten

„Sabine“ erreichte am frühen Morgen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 131,4 Stundenkilometern. „Die fünf Windenergieanlagen des Bürgerwindparks Weißbach im Hohenlohekreises haben um etwa 4 Uhr die höchsten Windgeschwindigkeiten seit Inbetriebnahme im Juni 2016 aufgezeichnet“, teilte Benjamin Friedle vom Bürgerwindpark Hohenlohe mit. Geduld war vor allem von zahlreichen Pendlern und Zugreisenden gefordert. Um kurz nach 8 Uhr standen sie am Heilbronner Hauptbahnhof. Ihre Blicke gingen zwischen der Anzeigetafel an der Wand und dem Smartphone in der Hand hin und her. Leo von Holt aus Böckingen etwa war davon ausgegangen, dass die Stadtbahn ihn nach Neckarsulm zur Arbeit bringt. Der Stadtbus um 7.44 Uhr sei pünktlich losgefahren. Jetzt wisse er nicht, wie er weiterkomme. „Ich bin trotzdem entspannt“, sagte der 25-Jährige. Hätte er gewusst, dass der Schienenverkehr erst gegen 10 Uhr aufgenommen werden soll, wäre er länger zu Hause geblieben oder hätte Homeoffice gemacht. Auch Angelika Engert aus Talheim (57) stand herum. „Das ärgert mich nicht.“ Ausnahmsweise könne die Bahn mal nichts für die Ausfälle und Verspätungen.

Zeitungszustellung

Wegen des Wetters kann es weiter zu Verzögerungen bei der Zustellung kommen. Die Zeitung ist unter www.stimme-epaper.de kostenlos zugänglich.
 

REGION 
„Ich bin trotzdem entspannt.“ 
Leo von Holt, Bahnfahrer
Der Einsatz der Feuerwehrleute dauert bis weit in den Tag hinein. In Bad Friedrichshall-Jagstfeld beschädigen orkanartige Böen das Dach eines Discounters so stark, dass es hineinregnet.
Fotos: Ralf Seidel (2), Heike Kinkopf
Folienreste hängen am Gestänge. Das Sturmtief hinterlässt wie hier in Kochendorf seine Spuren.
 

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