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Taschen von allen für alle

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Man kennt das. Man will einkaufen gehen und hat mal wieder keine Tasche dabei. Zu Hause stapeln sich die Leinenbeutel und trotzdem steht man im Supermarkt an der Kasse und kauft sich schon wieder einen. Plastiktüten sind ja eh tabu. Im Ilsfelder Kaufland steht genau für diese Momente seit Anfang Oktober ein Taschenbaum, entstanden in der Projektwoche #nachhaltIch an der Steinbeis-Gemeinschaftsschule Ilsfeld. 

Lohnend

Katja Schnabel geht zu dem hölzernen Taschenbaum im Eingangsbereich des Kauflands und hängt eine Leinentasche dran. „Das hab ich schon häufiger gemacht, weil ich daheim so viele Taschen habe, die ich nicht nutze, da ist das doch eine gute Sache“, findet die junge Mutter. Schulleiterin Tanja Bewersdorff strahlt, als sie das sieht. „Das Konzept geht auf, genau so soll es funktionieren“, meint sie. Entstanden ist das gute Stück bei den Neuntklässlern. „Wir hatten recherchiert, und als eine Schülerin mir ein Bild von so einem Taschenbaum aus dem Internet zeigte, wusste ich sofort, das ist genau das Richtige“, erinnert sich Lehrerin Manuela Weber. Die Schüler bauten also den Baum, sammelten bei ihren Eltern, dem Hausmeister und in der Nachbarschaft der Schule Unmengen an wiederverwendbaren Taschen ein. Das beweise ja auch, dass genügend Taschen im Umlauf sind, man also keine neuen kaufen müsse. Zusätzlich knoteten sie aus alten T-Shirts Netze für Obst und Gemüse. „Die waren aber sofort weg.“ 

Kaufland-Hausleiterin Zeinab Chaaban war sofort begeistert, als ihre Kooperationsschule mit der Idee auf sie zukam. „Das wird sehr gut von unseren Kunden angenommen und gerade unsere Stammkunden bringen inzwischen auch ihre Taschen mit, weil sie die Idee gut finden“, berichtet sie. Das macht auch Leon Metzger ein bisschen stolz, einen der Schüler, die an dem Projekt mitgearbeitet haben. „Ich hab mir da vorher noch nie Gedanken drüber gemacht, aber jetzt hängen wir in der Mittagspause selber Taschen hin – das ist ein Geben und Nehmen“, stellt der 15-Jährige fest.

Plastikfrei

Nachhaltigkeit ist auch ein großes Stichwort in Untereisesheim, offizielle Fairtrade-Gemeinde. Die Fairtrade-Steuerungsgruppe hat in der letzten Januarwoche an jeden Haushalt rund 1800 „Untereisesheimer Brotbeutel“ verteilt. „Eine Bürgerin hatte uns auf das Thema nachhaltiges Einkaufen angesprochen“, erzählt Volker Schoch, Sprecher der Steuerungsgruppe. In einem ersten Schritt wurden die Einzelhändler angesprochen. Bäckerei, Metzgerei und Hofladen haben seitdem ein Schild im Laden, dass man bei ihnen plastikfrei einkaufen kann. „Dann dachten wir, jetzt fehlt noch der Beutel, um die Leute auch dazu zu bringen, dieses Angebot zu nutzen.“ Also wurden fair hergestellte Leinenbeutel gekauft, diese mit dem Logo bedruckt. Um wirklich jeden anzusprechen und die Hürde zum plastikfreien Einkauf so niedrig wie möglich zu legen, sollte jeder Haushalt einen bekommen. Im Paket waren auch ein Anschreiben der Gemeinde sowie ein Gutschein für zwei Brezeln bei der Bäckerei Kolb, der mit dem Beutel zusammen eingelöst werden kann. „Wir wollen den Brotbeutel außerdem als Geschenk für Neubürger inklusive unserer Bürgerbroschüre einführen“, erklärt Bürgermeister Bernd Bordon. Schoch freute sich in den vergangenen Wochen immer wieder, den Beutel zu sehen. „Egal, wie man ihn nutzt, ist es gut.“ 

 

 

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