Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Hilfe für Jugendliche , die schlechte Noten schreiben

Übersicht

Stephanie Stauss und Maja Toebs freuen sich über die kleinen Schritte ihrer Achtklässler: Wenn Jugendliche, die noch zu Beginn des Schuljahres den beiden Frauen reserviert gegenüberstanden, plötzlich so viel erzählen wollen. Wenn die Mädchen und Jungen an der Heilbronner Rosenauschule und der Neckarsulmer Johannes-Häußler-Schule, die zu Beginn des Schuljahrs noch regungslos am Tisch im Klassenzimmer saßen, obwohl sie mitarbeiten sollten, jetzt tatsächlich fleißig Aufgaben lösen. „Wir sehen die Fortschritte nicht nur an den Noten“, sagt Maja Toebs. „Die Jugendlichen werden selbstbewusster.“ Seit Anfang des Schuljahres unterstützen die zwei Frauen die Lehrer an den beiden Schulen in der Region, vermittelt von Teach First Deutschland, das zum internationalen Netzwerk Teach For All gehört. Schirmherrin der Organisation ist Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. 

Prüfungen

Die Aufgaben sind vielfältig. Die beiden engagieren sich in Arbeitsgemeinschaften, sie unterstützen die Lehrer im Unterricht. Mal werden die Klassen geteilt, und die beiden Frauen übernehmen eine Hälfte in einem anderen Raum. Mal bieten sie im Klassenverbund den Schülern Hilfe an. „Wir wollen die Jugendlichen auf die Prüfungen vorbereiten“, sagt die 23 Jahre alte Maja Toebs. Ihr erklärtes Ziel: Tatsächlich alle Achtklässler sollen die Prüfungen in der neunten Klasse schaffen. „Wir helfen eher denen, die abschlussgefährdet sind.“ 

Zwei Jahre sind die beiden sogenannten Fellows in der Region im Einsatz. Nach dem ersten Schulhalbjahr sind sie zufrieden. „Wir sehen auf jeden Fall Verbesserungen“, sagt Stephanie Stauss. Wobei sie beide offen zugeben: Da spielten sicherlich mehr Faktoren eine Rolle als nur ihre Mithilfe. Stephanie Stauss erzählt vom Bewerbungstraining, das sie anbietet. Die Werkrealschüler verfassen ein Anschreiben und stellen ihre Lebensläufe zusammen. Die Texte hätten sich stark verbessert, man könne sie abschicken.

Sich öffnen 

Vielleicht spielt zudem die besondere Rolle der Hochschulabsolventinnen eine Rolle, weshalb sich Jugendliche öffneten. „Da ist jemand, der es anders erklärt als die Lehrer“, erzählt Stephanie Stauss, die vor allem in den Fächern Deutsch und Englisch unterstützt. Und: Es sind eben gerade nicht Lehrer, an die sich die Schüler wenden können. Die beiden Jugendbegleiter geben schließlich keine Noten, sagt Maja Toebs. „Das nimmt bei Jugendlichen den Druck raus.“ Auch persönlich nehmen die beiden Frauen durch die Arbeit sehr viel mit. „Ich finde die Tätigkeit abwechslungsreich, herausfordernd und erfüllend“, sagt Maja Toebs. Jugendliche seien zwar sehr direkt, aber man sehe die positive Entwicklung. „Das ist total befriedigend.“

Teach First Deutschland will nach eigenen Angaben zeigen, dass Jugendliche in sozialen Brennpunkten erfolgreich sein können. Als zusätzliche Lehrkräfte in Unterricht und Ganztag sollen Fellows den Schülern besonders dort helfen, wo sie häufig scheitern: an Übergängen im Bildungssystem, so in einer Pressemitteilung. Fellows werden den Angaben zufolge in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt und drei Monate für den zweijährigen Schuleinsatz vorbereitet. Gemeinsam mit 48 weiteren unabhängigen Länderorganisationen gehört Teach First Deutschland zum internationalen Netzwerk Teach For All.

 

Galerien

Regionale Events

Würth feiert Jubiläum

Würth feiert 2020 Jubiläum mit den Würth Philharmoniker, Open Air und einem Tag der offenen Tür.