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Spitzenleistung auf Rollen

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Acht ausverkaufte Vorstellungen, 2.800 Karten binnen drei Wochen verkauft, eine ausverkaufte Zusatzveranstaltung, rund 70 aktive Rollkunstläufer und hellauf begeisterte Besucher – das ist die Kurzform der neuen Musicalproduktion "The greatest Show" des Rad- und Rollschuhvereins (RRV) Eppingen. Das Rollschuhmusical des RRV Eppingen, es gehört zum Januar in der Fachwerkstadt wie die Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters und ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Alle zwei Jahre produziert der Verein um den technischen Leiter Marcel Wagner und die künstlerische Leiterin Iris Wagner ein Musical, das sich an eine große Produktion anlehnt.

In diesem Jahr nahmen sich die Aktiven den Musicalfilm "The greatest Showman" aus dem Jahr 2017 mit Hugh Jackman in der Hauptrolle zum Vorbild. Doch was braucht es einen Hugh Jackman, wenn man einen Mirco Brunner in seinen Reihen hat. Der kann, im Gegensatz zu dem australischen Hollywoodstar, hervorragend Rollschulaufen und verkörpert in der Inszenierung Phineas Taylor Barnum, den Zirkuspionier, der den amerikanischen Traum lebt.

Aus Liebe zu seiner Frau Charity (Jessica Baumgarten) und seinen Töchtern Helen und Carolin (Leonie Storf und Annabelle Wolf) wagt Barnum den Sprung in die Selbstständigkeit: mit einem Kuriositätenkabinett, das Menschen, die auf Grund von Besonderheiten am Rande der Gesellschaft leben, zur Schau stellt. Von Kritik durch den Theaterkritiker Bennett (Adrian Zoller) und die Skepsis von Philipp Carlyle (Daniel Bolg) lässt sich Barnum nicht beeindrucken. Doch die Zahl der Gegner nimmt zu, nach einem Tumult geht das Theater in Flammen auf. Barnum versinkt in Selbstmitleid. Doch seine Mitarbeiter reden ihm ins Gewissen. Anstatt eines teuren Theaterbaus gibt es nun ein Zirkuszelt in den Docklands und dann heißt es "the show must go on". Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Hintergrund der Geschichte als brandaktuell: Es geht darum, Menschen mit Besonderheiten – etwa die Bartträgerin Letti Lutz (Eleonora Tissen), den kleinwüchsigen Charles Straton (Maximilian Dörr), den Taschendieb O’Malley (Markus Lell) und andere tabubrechende Freaks – in die Gemeinschaft zu integrieren. Als Barnum das Aus seiner Show verkündet, macht Letti ihm klar, dass sie und ihre Kollegen, die selbst von ihren Familien nicht akzeptiert wurden, endlich eine Familie gefunden haben. Das Stück zeigt aber auch, wie leicht es ist, Illusionen an Menschen zu verkaufen, und dass es möglich ist, mit einer verrückten Geschäftsidee seinen Weg zu machen.

"The greatest Show" wird sicherlich in die Annalen des Vereins, der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, eingehen. In Sachen Athletik und Kondition ist es womöglich die bislang anstrengendste Produktion, die den Darstellern schauspielerisch und athletisch alles abverlangt. Es gibt kaum eine Verschnaufpause, kaum ruhige Passagen. Die Darsteller müssen knapp zwei Stunden Vollgas geben.

Am Ende fließt bei allen der Schweiß in Strömen, doch der Applaus des Publikums, der nicht enden will, entlohnt für die Strapazen der vergangenen Wochen und ist Ansporn für die kommenden Aufführungen.

 

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