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Baden auf eigene Gefahr

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Die Sonne scheint gleißend vom Himmel, die Luft über den Autodächern flimmert vor Hitze: Es herrscht bestes Badewetter an diesem Donnerstagmittag in der Region. Zahlreiche Besucher suchen am Breitenauer See Abkühlung, die Parkplätze sind voll. In Scharen pilgern Familien mit kleinen Kindern, Gruppen aus Jugendlichen, Pärchen und Senioren auf dem Fußweg von Parkplatz zwei Richtung kühles Nass. Der Andrang ist groß. Stand-Up-Paddler, Kite-Surfer, Kanus und Tretboote gleiten übers Wasser. Das Beachvolleyballfeld ist belegt. Lange war es nicht mehr so voll gewesen am Breitenauer See. Über die Oster- und Pfingstferien fiel das Baden ins Wasser. 

Abstands- und Hygieneregeln gelten weiterhin

Seit 15. Juni darf der Badesee auf Löwensteiner und Obersulmer Gemarkung wieder genutzt werden. Die Gemeinde Obersulm hat zu diesem Stichtag die im Mai erlassene Allgemeinverfügung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn aufgehoben.

Die Absperrbänder an den Liegewiesen sind verschwunden, der Bootsverleih startete mit Einschränkungen. Weiterhin gelten am See aber das Kontaktverbot und die Abstands- und Hygieneregeln der aktuellen Corona-Landesverordnung. Ab 4. Juli kann die DLRG die Badeaufsicht wieder stellen, so der Bezirksvorsitzende für Heilbronn, Peter Bartsch. Wer bis dahin an dem beliebten Ausflugsort badet, tut dies also auf eigene Gefahr – und muss sich eigenverantwortlich an das Kontaktverbot halten. 

Ab Montag kostet der Eintritt wieder

Ab Montag werde auch wieder Eintritt kassiert, sagt der Geschäftsführer des Naherholungszweckverbands Breitenauer See, Tobias Kniel. Er weiß: Wegen des sommerlichen Wetters wurde es in den vergangenen Tagen besonders voll am See. „Die Besucher strömen.“ Die schrittweisen Lockerungen – ab 1. Juli dürfen sich wieder 20 Personen im öffentlichen und privaten Raum treffen – machten eine Überwachung allerdings schwer. „Wir können nur an die Leute appellieren, sich an die Abstandsregeln zu halten“, sagt Kniel.

Man habe aber den Eindruck, dass sich die große Mehrheit vernünftig verhalte, so Tilman Schmidt, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Obersulm. Zurück zum See: Auf der Liegewiese am Strandstreifen haben sich die meisten Besucher niedergelassen. Abstand zwischen den Badetüchern gibt es.

Besucher achten auf Abstand

Dennoch: Die Ansammlung vieler Menschen an einem Fleck irritiert in Corona-Zeiten. „Da wollte ich nicht sein“, sagt eine ältere Frau, die von einer Bank aus die Szene am Strandstreifen beobachtet. Trotz der vielen Menschen fühle sie sich aber sicher: „Ich halte selbst Abstand, auch wenn das manchmal schwierig ist.“ 

Meriam Kielneker sitzt mit Freunden und Familie mitten im Geschehen. Sie ist seit dem frühen Vormittag am See. Um sie herum sei es nach und nach voller geworden, sagt die junge Mutter. Sie halten Platz zu den Sitznachbarn. „Man muss im öffentlichen Raum aber damit rechnen, dass es enger werden kann“, sagt Kielneker.

Ein junges Paar macht sich mit seinem Kleinkind von der dicht besetzten Liegewiese zum Surfstrand auf – das Treiben am See stört die jungen Eltern dennoch nicht zwingend: „Die Leute bleiben in ihren Gruppen“, sagt die Mutter.

Wer kontrolliert am See?

Am Breitenauer See sorgen Sicherheitspersonal und Beamte des Polizeipräsidiums Heilbronn für Ordnung. Stichprobenartig ist auch das Ordnungsamt der Gemeinde Obersulm vor Ort. Auch Mitarbeiter vom Betriebshof des Naherholungszweckverbands, die für die Sauberkeit und Landschaftspflege zuständig sind, weisen die Besucher auf die Regelungen der Landesverordnung für den öffentlichen Raum hin.

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