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Jugendhauserweiterung wird günstiger

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Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen lasse wenig Spielraum, sagte Bürgermeister Tilman Schmidt: „Falls Sie anders entscheiden, muss ich dem Beschluss widersprechen.“ Rege Diskussionen gab es am Montag im Obersulmer Gemeinderat um die Vergabe der Holzbau- und Zimmerarbeiten für die Erweiterung der Jugendhausräume im Erdgeschoss des alten Willsbacher Bahnhofs. Ohne Wortwechsel ging einzig die Vergabe der Holzfenster an die lokale Firma Schilpp zum Angebotspreis von 30 068 Euro über die Bühne.
 
„Es kann doch nicht sein, dass wegen 13 Euro Unterschied ein Gewerk an einen auswärtigen Bieter und nicht an eine lokale Firma geht“, sagte Helmut Heuser (FWV) und protestierte damit gegen den Vorschlag der Verwaltung, die Holzbau- und Zimmerarbeiten an die Firma Vogelmann aus Bretzfeld zu vergeben.

Es würden Anfahrtskosten anfallen

Man solle doch an den wirtschaftlichsten Bieter und nicht an den billigsten vergeben, so Heuser. Die 13 Euro würde die Verwaltung durch die Kosten der Anfahrt wieder verlieren. Das sei bei einem örtlichen Betrieb nicht so.
 
Unterstützung bekam Heuser aus allen Fraktionen. Auf Antrag von Karl Ulrich Vollert (FWV) votierten schließlich alle 18 anwesenden Gemeinderäte für die Vergabe an den Obersulmer Zimmereibetrieb von Ralf Steinmetz zur Angebotssumme von 26 597 Euro. Einzig Bürgermeister Schmidt stimmte dagegen.
 
„Wie kann es sein, dass die Vergabesumme beim Elektrogewerk mit 35 967 Euro über 100 Prozent teurer ist als in der Kostenberechnung?“, wollte Heuser dann wissen. „Wir haben, um Kosten zu sparen, die Planung grundlegend geändert“, sagte Stefan Fuchs, Energiemanager der Gemeinde. „Kosten bei anderen Gewerken fallen weg, dafür wird das Elektrogewerk teurer.“ Die Gemeinde habe sich entschieden, den Zählerkasten im Treppenhaus umzusetzen, um hohe Kosten für den Brandschutz einzusparen. Einstimmig vergab das Gremium das Gewerk anschließend an die Firma Niclaus aus Weinsberg. Wegen der günstigen Kosten- und Fördersituation – die Gemeinde erhält 54 Prozent Zuschuss aus dem Förderprogramm „Sanierung im Quartier“ – will die Gemeinde für 67 000 Euro außerdem die Fassade sanieren lassen. „Die Fensterstürze sind marode, am Sockel bröckelt der Sandstein, Fugen lösen sich auf und auf der Bahnseite wollen wir Graffiti entfernen“, zählte Fuchs auf. „Wir liegen inklusive Fassadensanierung aktuell 26 000 Euro unter der Kostenberechnung“, ergänzte Bürgermeister Schmidt.

Der Ausbau soll bis Ende August abgeschlossen sein

Die Ausführungen überzeugten den Gemeinderat. Einstimmig stimmten die Räte einer beschränkten Ausschreibung der Fassadensanierung zu. Läuft alles nach Plan, soll der Ausbau bis Ende August abgeschlossen sein, teilte Erich Tresp vom Bauamt der Gemeinde auf Anfrage der HSt mit. 

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