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Sport, Spaß und Integration

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Es ist Freitagabend, 17 Uhr. Zwei Dutzend Jungs treffen sich in der Mehrzweckhalle auf den Taläckern, um unter der Anleitung von Trainer Eduard Wintergoller gemeinsam zu kicken. Die Besonderheit: Das Training ist nicht von einem Verein organisiert, sondern ein freier Treff, der vom Kreisjugendring Hohenlohe betreut wird. Somit muss keiner dafür bezahlen, es gibt keine Vereinsstrukturen, jeder darf kommen, wie er Lust und Zeit hat.
 
Derzeit sind es etwa 20 Jungs im Alter zwischen zwölf und 24 Jahren, die sich jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr treffen. „Natürlich sind auch Mädels willkommen“, stellt Wintergoller klar. „Es kann einfach jeder spontan kommen, der möchte“, so der ehemalige Sportstudent. Die Gruppe besteht aus etwa 20 Jungs – wenn alle da sind. Da es keine Verpflichtung gibt, sind es meistens weniger. „Zwischen acht und zehn Jungs sind meistens hier“, erklärt der Trainer, der selber auch auf den Taläckern wohnt. „Das klappt gut, die Jungs verstehen sich und Streitereien klären wir direkt.“

Migration spielt auf den Taläckern eine große Rolle 

Neben dem sportlichen Aspekt ist noch etwas anderes wichtig: „Hier in den Taläckern spielt Migration eine große Rolle“, erklärt Liane Pöhlmann von der AOK. Das und die offenen Strukturen in Verbindung mit der Bewegung sind es, was die AOK Heilbronn-Franken dazu veranlasst hat, das Sportprojekt Taläcker wieder mit einem Scheck über 5000 Euro zu unterstützen. Bereits seit zwei Jahren fördert die AOK das Projekt in den Taläckern. Der Sporttreff sei aus einem größeren Projekt des Kreisjugendrings hervorgegangen, erklärt Iris Körner, Geschäftsstellenleiterin des Kreisjugendrings. „Es sollte von Anfang an ein offenes Angebot für Kinder und Jugendliche werden“, ergänzt Alexander Strienz, Vorsitzender des Kreisjugendrings.
 
Und das bedeutet eben keine klassischen Strukturen. „Es gibt keine Verpflichtung hier, wir holen damit die Leute ab, die im Vereinsleben so nicht ankommen würden“, erklärt Körner. Es werde keine Leistung verlangt, es gehe um Freude am Sport und Stressbewältigung durch Bewegungs- und Entspannungsübungen. Dabei spielen Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung sowie Kooperation, Fair Play und Respekt eine große Rolle.

Die Jungs wünschen sich Mannschafts-Trickots

Die AOK-Spende über 5000 Euro ist für zwei Jahre gedacht. Davon wird die Übungsleiterpauschale für Eduard Wintergoller gezahlt, aber auch Sachkosten oder Turniere. Für die Nutzung der Mehrzweckhalle hingegen kommt die Stadt Künzelsau auf. Für was die Taläcker-Jugendlichen die Gelder nutzen, ist größtenteils ihnen überlassen. „Das läuft recht unbürokratisch“, erklärt Iris Körner. „Sie sagen einfach dem Kreisjugendring, was sie brauchen.Liane Pöhlmann von der AOK ergänzt: „Wir schauen natürlich, dass es was Sinnvolles ist, aber bisher waren sie mit dem Wunsch nach neuen Bällen ja mehr als bescheiden.“ Zur Scheckübergabe ist den Jungs doch noch eingefallen, was sie gerne hätten. Eduard Wintergoller, der den Sporttreff seit einem Jahr leitet, kommt auf Liane Pöhlmann zu. „Wir haben überlegt, dass wir gerne bei einem Gerümpelturnier mitmachen möchten“, erklärt der 20-Jährige, „oder sogar selber eines ausrichten. Aber dazu wären Mannschaft-Trikots gut, wäre das machbar?“
 
Die Antwort ist klar: Sowohl Pöhlmann als auch die Vertreter vom Kreisjugendring finden Trikots eine gute Idee. „Das schweißt die Jungs noch mehr zusammen und lässt sie als Mannschaft erscheinen“, freut sich Liane Pöhlmann über den Wunsch. „Dafür sind die Gelder ja da“, meint Iris Körner.
 

Bis mindestens 19. April findet der Treff nicht statt

Der Vor-Ort-Termin unserer Redaktion hat vor der Zuspitzung der Corona-Pandemie stattgefunden. Der Sporttreff findet wegen der aktuellen Situation bis mindestens 19. April nicht statt.

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