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Tripsdrill hofft auf den Mai

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Der Freizeitpark Tripsdrill bleibt bis auf weiteres geschlossen. Von den Lockerungen der Coronaverordnung, die es seit Montag unter anderem Geschäften bis 800 Quadratmetern erlaubt zu öffnen, profitiert das Cleebronner Familienunternehmen nicht. Das gilt für den Erlebnispark und für das Wildparadies. Auch die Schäferwagen und Baumhäuser bleiben leer. Stattdessen sind die Mitarbeiter mit Stornierungen beschäftigt.

Wann Tripsdrill seinen Betrieb wieder aufnehmen kann, ist derzeit unklar. "Wir sind in den Startlöchern und vorbereitet", sagt Pressesprecher Birger Meierjohann. Die Unternehmensführung hofft auf Anfang Mai. "Erfahren werden wir das aber frühestens Ende April", so Meierjohann.

Betrieb kommt vollständig zum Erliegen

Leere Gassen zwischen den Attraktionen, stillstehende Achterbahnen und Karusselle, natürlich sind auch Gastronomie und Übernachtungsbetrieb vollständig zum Erliegen gekommen. Nur vereinzelt sind Beschäftigte auf der weitläufigen Anlage zu sehen. Um die Fahrzeuge und Einrichtungen in Schuss zu halten und die Grünanlagen zu pflegen. Wo sich sonst Vergnügungswillige tummeln, herrscht gähnende Leere.

Geschäftsführung kann bereits entstandenen Schaden kaum abschätzen

"Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagt Geschäftsführer Helmut Fischer. Der 65-Jährige ist seit Kindesbeinen im Traditionsunternehmen dabei, das vergangenes Jahr sein 90-jähriges Bestehen feierte. "Wir haben den Zweiten Weltkrieg überstanden", sagt Fischer. Welche Auswirkungen die Verordnungen in der Coronakrise haben werden, lasse sich derzeit kaum abschätzen. Das Schlimmste wolle er sich jetzt nicht ausmalen.

Größte Investition in der Geschichte des Unternehmens

Derweil sind die Bauarbeiten für die beiden neuen Achterbahnen auf dem ehemaligen Parkplatz des Freizeitparks in vollem Gange. Die ersten Probefahrten für "Volldampf" und Hals-über-Kopf" gingen am Dienstag über die Bühne. Zwei Fernsehteams drehen vor Ort. Mehrere Zeitungen haben sich angemeldet. Es ist die größte Investition in der Geschichte des Familienunternehmens. Dass die Freizeiteinrichtung bis auf weiteres nicht öffnen darf, ist ein Schlag ins Kontor.

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"Wir hatten uns gewünscht, dass man einen Eröffnungstermin wenigstens in Aussicht gestellt hätte", sagt Meierjohann. Bedauerlich sei auch, dass in Baden-Württemberg Zoos und Tierparks geschlossen bleiben, so der Pressesprecher weiter. In einer Reihe anderer Bundesländer seien Tierparks seit 20. April wieder geöffnet. "Natürlich hat die Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter oberste Priorität", sagt Meierjohann. Aber man müsse eben differenzieren. Das Tripsdriller Wildparadies sei so weitläufig und die Wege so breit, dass sich ein Besuch dort von einem ganz normalen Waldspaziergang nicht unterscheide, so der Unternehmenssprecher.

Helmut Fischer wird am 1. Mai zum ersten Mal in seinem Leben eine Maiwanderung machen. "Normalerweise ist der 1. Mai bei uns Großkampftag", sagt der Geschäftsführer des Freizeitparks. Auch dass das Ostergeschäft in diesem Jahr nicht stattgefunden hat, täte weh. Zumal das Wetter optimal gewesen wäre. Wie hoch der Schaden schon jetzt ist, lasse sich laut Unternehmensführung nicht verlässlich beziffern. Klar sei aber: "Wir müssen irgendwie durchhalten", so Fischer. Staatliche Hilfen gebe es nicht. "Wir sind froh, dass wir mit der VR Bank Bönnigheim einen verlässlichen Partner haben", sagt Helmut Fischer.

Kunden bieten Spenden an

Treue Kunden hätten bereits Spenden angeboten. "Das wollen wir nicht", sagt Fischer. Geholfen wäre aber unter anderem mit Gutscheinkäufen. Sie sind flexibel einlösbar. Auch Jahreskarten verlieren nicht ihre Gültigkeit. Die durch Corona verlorenen Wochen würden verlängert.

Dem Unternehmen bleibt jetzt nicht viel mehr als abzuwarten. Desinfektionsmittel sei gelagert. Der Verband deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) arbeite an einem Konzept, das der Bundesregierung vorgelegt werden soll. Derzeit sind in Tripsdrill rund 200 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Gäste und Mitarbeiter

Rund 780.000 Besucher strömten im vergangenen Jahr in den Freizeitpark Tripsdrill. Das Unternehmen verzeichnete darüber hinaus rund 42.000 Übernachtungsgäste. Noch einmal so viele Übernachtungsgäste buchen laut Pressesprecher Birger Meierjohann wegen ihres Besuches in Tripsdrill Zimmer in Hotels und Pensionen in der Umgebung. Auch die Gastronomie im Umland profitiere. Zur Hochsaison beschäftigt das Cleebronner Familienunternehmen bis zu 450 Mitarbeiter. Bundesweit seien laut Meierjohann rund 150.000 Mitarbeiter direkt und indirekt durch die Freizeitparks beschäftigt.

 

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