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Schulen kooperieren über den Campus hinweg

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Die Möckmühler Schulen schreiben Zusammenarbeit groß. Das zeigt sich gerade an den regelmäßigen Treffen der Leiter der Bildungseinrichtungen, bei denen alle an einem Tisch sitzen. Es spielt keine Rolle, ob sie für eine Grundschule oder eine weiterführende Schule sprechen. Die Rektoren tauschen sich aus – über allgemeine Probleme und über die Bildung. Dabei können sie Missverständnisse ausräumen und neue Vorhaben anstoßen.
 
Die Kooperation ist erfolgreich. Beispielsweise hat die Stadt Möckmühl auch mit Unterstützung aus den Bildungshäusern die Schulsozialarbeit aufgestockt. „Das sind übergreifende Themen, über die wir uns austauschen“, sagt Peter Beyer, der den Jagsttal-Schulverbund leitet. Außerdem bemerken die Vertreter bei diesen Zusammenkünften, dass es durchgängige Themen gibt: Material zusammenpacken, Hausaufgaben machen – das klappt längst nicht mehr überall so gut, berichtet Marcus Dunke, Direktor des Jagsttal-Gymnasiums. Das hänge mit jenen Eltern zusammen, die eben nicht mehr danach schauen, was ihre Kinder und Jugendlichen machen müssten.

Ein Austausch unter Kollegen 

Es ist dieser Austausch unter Kollegen, der allen hilft: „Wir sehen, dass wir alle dieselben Probleme haben“, sagt Peter Beyer. „Das entlastet auch.“ Cornelia Kappes, die die Grundschule Möckmühl leitet, sieht darin einen Vorteil: „Es verhindert Schuldzuweisungen.“ Das hilft. „Wir haben offene Gespräche“, betont auch Melanie Hoffmann, die die Grundschule Züttlingen führt. Ihr Haus ist das kleinste in der Runde mit derzeit gerade einmal 33 Mädchen und Jungen, die unterrichtet werden – jahrgangsübergreifend. Klassen 1 und 2 sowie Klassen 3 und 4 sitzen miteinander im jeweiligen Zimmer.
 
Für diese Offenheit bei den Schulleiter-Konferenzen gibt Hoffmann ein Beispiel: Englisch. Es habe aus den weiterführenden Schulen Wünsche gegeben, was bis zu Beginn der Klasse 5 zu leisten sei. „Wir konnten sagen, dass das gar nicht Teil des Lehrplans ist.“
Die Schulen fühlen sich von der Verwaltung und dem Gemeinderat gut unterstützt. Das belegt nicht nur die Aufstockung bei der Schulzsozialarbeit. „Die Stadt ist sehr, sehr großzügig“, sagt Gymnasium-Direktor Dunke. Auf eine solche Unterstützung könnten längst nicht alle Schulen setzen, weiß er von Gesprächen. Zurzeit erarbeiten die Möckmühler Schulen ein Konzept, um an Gelder aus dem Digitalpakt zu kommen und die EDV-Ausstattung aufzustocken. „Dann gehen die Anträge raus“, sagt Martin Gundlach, stellvertretender Leiter des Schulverbunds.
 
Gymnasium und Schulverbund sind eigenständige Schulen, durch die unmittelbare Nähe bilden sie einen Campus. Während der Pausen können sich die Jugendlichen sehen, doch die Zusammenarbeit geht weiter. Die Kletterwand gehört allen, die Mensa wird von allen genutzt. Bei zahlreichen AGs kommen die Kinder und Jugendlichen zusammen – ganz unabhängig davon, ob sie das Gymnasium besuchen oder auf den Schulverbund mit Real- oder Werkrealschule gehen.

 Die Sanierung des Schulverbunds steht an

Direktor Dunke beschreibt die Verteilung bei den Angeboten: Während die Fußballer beim Schulverbund trainieren, gehen beispielsweise all jene ans Gymnasium, die in einer AG mit einem Roboter tüfteln wollen.
 
Die Stadt investiert in den nächsten Jahren viel Geld ins Schulzentrum, die Sanierung des Schulverbunds ist an der Reihe. Wo die Kinder unterrichtet werden? Das Gymnasium stellt Räume zur Verfügung, sehr zur Freude des Verbunds. „So konnten wir eine Container-Lösung vermeiden“, sagt Peter Beyer.
 
Die Nähe hilft, wenn Kinder und Jugendliche Unterstützung brauchen: Muss ein Kind die Schulart wechseln, kann es am Standort in Möckmühl bleiben. Dabei geht es nicht nur um Gymnasiasten, die auf die Realschule wechseln. Die Schulleiter berichten von zwei Syrern, die an der Werk- und Realschule begonnen haben: Sie besuchen jetzt das Gymnasium. Darüber hinaus sind die Schulen ein bedeutender Aspekt im Selbstverständnis der Stadt. Das Krankenhaus ist geschlossen, das Notariat weg. „Die Schulen sind ein ganz wichtiger Punkt der Infrastruktur“, ist Marcus Dunke überzeugt.

Kontakt

Den für Möckmühl zuständigen Redakteur Simon Gajer erreichen Sie über Telefon 07131 615724 oder per E-Mail simon.gajer@stimme.de. Statt der Vor-Ort- findet eine Telefonaktion statt, bei der Sie Wünsche, Lob oder Ideen loswerden können: Dienstag, 31. März, von 16 bis 17 Uhr.

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