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Genuss mit Abstand

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Es soll ein genussvoller Recherche-Ausflug werden. Am ersten Tag, an dem Gaststätten unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, kommen viele Stammgäste zurück in die Restaurants. In den Wirtschaften der Region ist einiges los. Und zwei Volontäre der Stimme-Redaktion gehen auf Genuss-Tour. Sie schlagen sich aber dabei nicht nur die Bäuche voll, sondern wollen vor allem mit den Gästen und den Menschen hinter den Kulissen ins Gespräch kommen. Wie erleben sie den Tag? Was treibt sie aus den Häusern? Wie läuft das Geschäft für die Wirte an? Unterwegs verraten sogar die Köche die eine oder andere neue Rezeptidee. Überall müssen sich die Gäste registrieren und Kontaktdaten hinterlassen. Maske trägt im Freien nur die Bedienung und Speisekarten gibt es nicht. So soll das Infektionsrisiko minimiert werden. 

Los geht die Gastro-Tour in Kleingartach. Es ist noch kühl, als die Bäckerfamilie Keppler den ersten Kaffee serviert. Das Bienenbrot ist nach 9 Uhr leider schon ausverkauft. Jan Keppler, einer der drei Juniorchefs, berichtet von der Philosophie des Unternehmens und der Herausforderung Corona im Café. In Zinsers Flämmle in Neipperg werden Speisen im begrünten Innenhof gereicht. 

Mit vollem Magen geht es weiter durch das Zabergäu nach Heilbronn, wo die Gästeschar im Biergarten Food-Court am Neckar Freizeit-Stimmung verbreitet. Zum Abschluss der kulinarischen Reise gibt es Kaffee auf der Dachterrasse im Kaffeehaus Hagen.

Erdbeeren zum Kaffee 

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Bevor die Gäste im Sonnencafé in Kleingartach Platz nehmen, müssen sie mit Maske an der Theke bestellen. Wir unterhalten uns bei Erdbeeren und Kaffee mit Juniorchef Jan Keppler. „Um die Auflagen erfüllen zu können, haben wir 5000 Euro ausgegeben“, berichtet er. Für Desinfektionsmittel, Schutzmasken und einen Spuckschutz im Verkaufsbereich. Auch der Außenbereich ist geöffnet. Insgesamt kann aber nur die Hälfte der Plätze genutzt werden. „Alle unsere Zutaten stammen aus der Region“, erzählt Keppler. Beim Anbau werde auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Wegen des guten Umsatzes im vergangenen Jahr musste keine Kurzarbeit für die 70 Angestellten in den vier Filialen beantragt werden. Auch wenn morgens um halb zehn im Cafébereich noch nicht viel los ist, geht Jan Keppler davon aus, dass in den nächsten Tagen wieder mehr Gäste kommen

Indien trifft Schwaben

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Die Zwangspause hat das deutsch-indische Küchenduo bei Zinsers Flämmle in Neipperg kreativ genutzt. Die beiden Köche Vinoth Kumar Subramani und Thomas Zinser haben neue Rezepte entwickelt. „Ich habe alle möglichen Kombinationen ausprobiert, einige davon haben den Geschmackstest bestanden“, sagt Thomas Zinser über seine neuen Maultaschen-Kreationen.  Seit fünf Jahren bietet das Restaurant neben der schwäbischen auch indische Küche an. „Ich habe viele vegane und vegetarische Gerichte im Angebot“, betont Vinoth Kumar Subramani. Gereicht werden sie wie bei einem Büfett in kleinen Schälchen am Tisch. Auch der gemütliche und begrünte Innenhof ist in der Pause aufgehübscht worden. Die Sitzmöbel aus Holz sind abgeschliffen und neu gestrichen, der Pavillon unter den Bäumen wurde auf Vordermann gebracht.

Abschlussfeier im Biergarten 

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Zum Biergarten Food-Court in Heilbronn gibt es nur noch einen Zugang. Wer seine Bestellung bezahlt, muss zunächst Namen und Kontaktdaten hinterlassen. Das Vater-Sohn-Gespann Erhard und André Klebel stärkt sich mittags mit Pommes und Burger. Wie es nach acht Wochen Corona-Zwangspause ist, auswärts zu essen? „Ein seltsames Gefühl, das bin ich gar nicht mehr gewohnt“, sagt Erhard Klebel. Sein Sohn stimmt zu: „Ungewohnt, aber schön.“  An warmen Tagen war der Biergarten schon voller – nur einige Tische sind besetzt. Lena Seitz und Fabienne Schulz haben gerade die Abschlussprüfung ihrer Erzieher-Ausbildung gemacht. „Es hat mir gefehlt, wieder dorthin zu gehen, wo ich möchte“, erzählt Fabienne. Vor einer Corona-Ansteckung fürchten sich beide nicht: „Als Erzieherinnen haben wir zu vielen Menschen engen Kontakt“, berichtet Lena.

Prosecco im Kaffeehaus

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„Die Gäste haben sich heute schon schreiend über die Tische hinweg unterhalten“, schildert Geschäftsführerin Antonia Hagen-Kettemann den ersten Tag des Gastronomiebetriebs. Sie serviert auf der Dachterrasse des Heilbronner Kaffeehauses einen entkoffeinierten Kaffee und erzählt von den ersten Gästen nach der Zwangspause. Viele freuten sich sehr, dass das Café wieder geöffnet ist. „Ein paar haben heute schon mit einem Glas Prosecco darauf angestoßen“, erzählt Antonia Hagen-Kettemann. 
Trotzdem ist vieles anders als vorher: Im Kundenkontakt trägt das Personal eine durchsichtige Plastikschutzmaske. Und der große Andrang bleibt aus. Hagen-Kettemann: „Dafür haben wir Zeit, uns mit den Stammgästen zu unterhalten.“ Um den Gästen ihre Dankbarkeit für die Treue auszudrücken, gebe es auch mal einen Espresso aufs Haus.

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