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Sechs Schüler erzählen, wie sich die Corona-Krise auf ihre Prüfungen auswirkt

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Justus Hirsch (18), Heilbronn

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Durch die Corona-Krise hatten wir drei Monate Leerlauf. Das hatte Vor- und Nachteile. Gut war: Ich konnte mich so auf die Abi-relevanten Themen gut vorbereiten. Schlecht, dass da wenig Struktur war. Aber die Vorteile überwiegen. Schließlich haben wir keinen Stoff verpasst und müssen jetzt außer den Abi-Arbeiten keine Klausuren mehr schreiben. Das ist schon eine Erleichterung, ein richtiger Luxus. Mehr Sorgen mache ich mir um die Jahrgänge nach uns. Die müssen viel Stoff nachholen. Ich mache am Mönchsee-Gymnasium Abitur in Deutsch, Mathe, Englisch und Biologie und habe mich auf diese Fächer konzentriert. In Deutsch setze ich wohl auf das lernunintensivste Thema, die Kurzprosa-Interpretation. Damit habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Vorbereitung für Mathe ist etwas kniffliger, wenn man niemanden hat, an den man sich wenden kann. Man kann bei den Lehrern zwar mit kleinen, spezifischen Fragen nachfragen, ich habe mir aber lieber die offiziellen Lösungswege angeschaut. Besonders aufgeregt bin ich nicht.

Johanna Alfs (18), Heilbronn

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Ich fühle mich gewappnet fürs Abi, stelle mir aber vor, dass es ohne Corona besser sein könnte. Ich fand es ein bisschen schwer, plötzlich alles alleine zu machen und meinen Tagesablauf zu strukturieren. Das habe ich nicht immer geschafft. Zwar hatten wir am Katholischen Bildungszentrum Sankt Kilian in Englisch und Mathe zweimal pro Woche Videokonferenzen und konnten den Lehrern jederzeit E-Mails schreiben – das ist aber etwas anderes als Unterricht. Über eine Plattform, lo-net, haben die Lehrer Aufgaben online gestellt, da gab es auch eine Chatfunktion. Und in die zwei Wochen Unterricht jetzt haben sie alle Abi-Tipps reingehauen, die sie hatten. Ich mache Abi in Deutsch, Mathe, Englisch und Sport. In Deutsch werde ich wohl den Gedichtvergleich schreiben oder den Essay. Die Sportprüfungen kommen als letztes dran. Die Klausur ist unproblematisch, aber wie das mit der Praxis aussehen soll, ist noch unklar. Besonders im Fußball. Außer Fußball habe ich noch Leichtathletik. Doch die praktischen Prüfungen stehen erst Anfang Juli an, bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Lukas Sulek (15), Heilbronn

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Da wir jetzt wieder etwas Unterricht haben, fühle ich mich schon besser vorbereitet auf meine Realschulprüfung an der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule, eigentlich sogar sehr gut, trotz Corona. Der Reiz zu lernen ist größer, als wenn man keine Schule hat. Durch die viele Freizeit konnte ich mich nicht so aufs Lernen konzentrieren. Vor den Prüfungen mache ich mir jetzt nicht so den Kopf. Ich will mir alles nochmal angucken und am Montag und Dienstag den Stoff für die Deutschklausur am Mittwoch wiederholen. Voraussichtlich werde ich dann eine Kurzgeschichte interpretieren. Wenn ich die nicht gut verstehe, schreibe ich was zum Buch „No und ich“. Das fand ich sehr interessant, wir haben uns die Geschichte auch als Theaterstück angeschaut. Außer vier Schulstunden Deutsch schreibe ich noch drei Stunden Mathe und zwei Englisch. In meinem Wahlpflichtfach Technik hätte ich eigentlich im Unterricht diese Woche was gebaut und dazu eine Dokumentation geschrieben. Das ist jetzt verschoben worden. Es hängt von der Corona-Lage ab, wann wir das nachholen.

Philipp Kindsvater (16), Öhringen

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Wir hatten jetzt einen Monat mehr Zeit zum Lernen. Es war schon so, dass ich einiges wieder vergessen hatte. Dazu kommt: Alleine zu lernen, das ist schon schwierig. Es ist gut, dass wir jetzt in der Zeit vor den Prüfungen wieder Schule haben. Mich gruselt es vor allem vor Deutsch. Ich kann nicht gut Sachen schreiben, das ist einfach nicht so mein Ding. Dafür habe ich bei Mathe echt ein gutes Gewissen. Dafür habe ich auch am meisten getan. Ich denke, dass unsere Abschlussprüfungen schon eher einfach werden, so sagen es die Leute immer. Damit meinen sie den Inhalt der Prüfungsaufgaben im Vergleich zu den Jahrgängen davor. Aber darauf verlassen können wir uns nicht. Von alleine geht es ja auch nicht. Ich werde das Wochenende über noch ein bisschen was tun, aber nicht zu viel. Gerade halt noch meine Schwachstellen ansehen. Dann geht es darum, am Mittwoch fit zu sein. Und vor allem pünktlich: Um 7.45 Uhr müssen wir da sein. Punkt acht Uhr gehen dann die Prüfungen los. Allein pünktlich an der Realschule zu sein, wird schon schwierig (lacht).

Laura Müller (16), Verrenberg

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Dieses Jahr ist alles anders. Eigentlich hätten wir unseren Abschluss auf dem Golberg gefeiert. Das geht sicher dieses Jahr nicht. Vielleicht können wir in kleinerem Kreis etwas nach den Prüfungen machen. Ich habe für die Prüfungen richtig viel getan. Ich hatte Nachhilfe bei der Schülerhilfe. Da gab es Unterricht online. Das habe ich gebraucht, weil ich mich alleine schwer tue. Ich hatte dann noch in der ersten Ferienwoche einen Vorbereitungskurs Mathe mit täglich zwei Stunden und in der zweiten Woche Deutsch und Englisch mit dann je vier Stunden. Für mich war es gut, dass die Prüfungen jetzt später sind. Ich habe die Zeit genutzt zum Lernen. Ich habe richtig was getan. Sportlich ging ja wegen Corona fast gar nichts, weil ich nicht ins Stadion konnte. Aber so habe ich keine Sorgen wegen der Prüfungen. Die meisten von uns schreiben zum Ersttermin, kaum jemand nutzt den Nachtermin. Nach den Prüfungen ist ein bisschen Pause, dann aber möchte ich mich vorbereiten auf die nächste Schule. Ich mache nach der Mittleren Reife den bilingualen Zug am WG.

Finn Janne Guse (16), Ohrnberg

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Ich bin schon ein wenig aufgeregt, wenn ich an Mittwoch denke. Was ich esse, damit ich einen guten Start habe? Ich glaube, ich nehme eine Banane zum Frühstück. Meine Eltern sind auch aufgeregt, fast ein bisschen mehr als ich. Mein Vater hat immer gefragt, ob ich alle Aufgaben bekommen habe, ob das mit dem Stoff übermitteln geklappt hat. Für mich wird eher Mathe schwer, das ist der zweite Prüfungstag. Dafür, finde ich, geht Deutsch ganz gut: die Lektüre „Der Richter und sein Henker“. Ich hätte eigentlich lieber schon vor vier Wochen meine Prüfungen geschrieben, dann hätte ich auch meine Hospitanz an der Sportschule Waldenburg machen können. Das wäre jetzt genau in der Prüfungszeit gewesen und muss deshalb verschoben werden. Doch wegen Corona ist das nun auch nur noch reduziert auf ein oder zwei Tage. Ich hoffe, dass wenigstens das funktioniert. Denn ich würde gerne sehen, wie es da ist. Ich habe vor, nach der Realschule auf die Sportschule zu gehen, Physiotherapeut zu werden, statt weiter zur Schule zu gehen und Abi zu machen.

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