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Ätzend, aber unvermeindlich

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Maske tragen, Abstand halten und Kontakte auf ein Minimum beschränken: Klar ist, dass die Corona-Einschränkungen eingehalten werden müssen, um die Ausbreitung des Virus nicht weiter zu ermöglichen. Auch von Jugendlichen, denen der zweite Lockdown trotz der momentanen Light-Version in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung aber nicht leichtfällt. „Sich ausprobieren können, im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich Erfahrungen sammeln, ist gerade für sie wichtig“, sagt Jugendhausleiter Christian Filippakis aus Bad Wimpfen

Dass im Jugendhaus die AHA-Regeln akribisch eingehalten werden, Treffen nur in sehr reduziertem Rahmen und nur mit Voranmeldung stattfinden können, ist für ihn in der aktuellen Situation selbstverständlich. Sich auch außerhalb an die geltenden Vorschriften zu halten, ist für Besucherin Vici Kedzierski die Maxime. Trotzdem findet die 18-jährige angehende Erzieherin die derzeitige Situation „ätzend, weil man nicht mehr so viele Möglichkeiten hat wie davor“. Sich mit Freunden draußen treffen und durch die Gegend fahren: „Das geht nicht, weil man ja nur zu zweit sein darf“, bedauert sie. Für sie sind Training und Auftritte in der Prinzengarde der Wimpfener Faschingsgesellschaft weggefallen.

Derzeitiger Alltag

Auch Gina Bergtold bedauert es sehr, dass sie ihrem Hobby Fußball bei der JSG Babstadt/Untergimpern derzeit nicht nachgehen kann: „Da wird einem schnell langweilig, wenn man nichts mehr zu tun hat“, sagt die 15-Jährige, die ihren derzeitigen Alltag fast mit dem eines Erwachsenen vergleicht: Frühstücken, Schule, Mittagessen, Lernen, schlafen gehen. Das Tragen der Maske, insbesondere in der Schule, findet sie „noch immer nervig“. Nicht nur beim Sprechen. „Man erkennt auch die Mimik des anderen nicht mehr. Das nimmt viel von der Persönlichkeit“, urteilt sie. 

„Schon ein bisschen anstrengend“, sagt Luana Hube, Schülersprecherin am Friedrich-von-Alberti-Gymnasium über die Maskenpflicht im Unterricht. „Müde, Kopfweh und vom lauten Sprechen einen trockenen Hals“, hat sie an sich selbst und so manchem heiseren Lehrer beobachtet. „Nach acht bis zehn Stunden Schule ist man froh, wieder frei atmen zu können“, sagt die 16-Jährige.

Mit ein paar Freundinnen hat sie Ende Oktober gerade noch ihren Geburtstag feiern können. „Das würde jetzt nicht mehr gehen.“ Freundinnen zu umarmen und gemeinsame Unternehmungen vermisst sie schon. „Aber das geht ja allen so“, räumt sie ein. „Wir telefonieren oft“, sagt sie vom Versuch, „das Beste aus der Situation zu machen“.

Sie betont, dass Gesundheit derzeit das Wichtigste sei. Allerdings wisse sie nicht, was von so manchen Regeln zu halten sei. Etwa wenn man sich mit Maske nur im Klassenverband aufhalten dürfe, man Abstand halten müsse und im Unterricht dauernd gelüftet werde. Dann aber der Sportunterricht ohne Maske, gemeinsam mit der Parallelklasse und dabei nur schwer einzuhaltendem Abstand stattfindet. Wie die beiden Bad Wimpfener Jugendhausbesucherinnen würde sie sich noch nicht impfen lassen: „Das ist viel zu wenig getestet“, sagt sie zu befürchteten Nebenwirkungen. Allerdings gehöre sie auch nicht zu einer Risikogruppe.

Das sieht Sina Zeltner ähnlich. Die 15-jährige Neuensteinerin ist mit Jugendhausleiter Klaus Klabunde nach Gochsen gekommen, um wenigstens ein paar Gleichaltrige treffen zu können. Fußballspielen in Neuenstein und Schwimmen in Öhringen sind ihr derzeit versagt.

Langeweile

Als Begleiterscheinungen der Maske macht sie Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Atemnot beim Treppensteigen aus. „Mir wird davon übel“, sagt Collyn Wolf (12), mit dem sie Billard spielt. Maskenpflicht im Bus findet der Zwölfjährige „okay“. Auf dem Schulhof aber eher „blöd“. Auch, dass sein bester Freund derzeit niemanden treffen kann: „Seine Eltern arbeiten beide im Krankenhaus“, erklärt er. Sina macht ihre Gefühlslage noch deutlicher: „Gelangweilt, alleine und teilweise auch hilflos.“ 

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